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Fantas(y)tisch
Die sieben Schwerter
geschrieben von maqz am 25. Sep 2006
"Die sieben Samurai" auf Chinesisch
Der aktuelle Film des Regisseurs Tsui Hark (Meister des schwerelosen Action-Easterns á la "Chinese Ghost Story") erinnert in seiner Geschichte leicht an "Die sieben Samurai" von Akira Kurosawa. Sieben Schwertträger beschützen ein Bauerndorf gegen einen fiesen General/Räuberhauptmann, doch danach verlieren sich die Gemeinsamkeiten. Hark ist grell, blutig, actionreich. Neben diversen Köpfen, Armen und anderen menschlichen Gliedmaßen fliegen auch die Hauptakteure die meiste Zeit durch die Luft. Ganz nebenbei baut sich eine dramatische Liebesgeschichte auf, eingebettet in opulente Kulissen und epische Landschaften.
Die sieben Schwerter Hongkong 2005
Veröffentlichung: 25.09.2006
Regie: Tsui Hark
mit: Donnie Yen, Leon Lai, Charlie Yeung, Liwu Dai, Chia-Liang Liu, Duncan Lai, Yi Lu, Jingwu Ma, Jason Pai Piao, Honglei Sun, Michael Wong u.v.a.
"Nochmal"-Faktor: Mittel! Gute Action mit ziemlichen Längen
Unsere Wertung: 60%
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 147 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Kantonesisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 2.35:1 (16:9 anamorph)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras:
- Making of
- Behind the Scenes I
- Behind the Scenes II
- Interviews mit Cast & Crew
- Interview mit Tsui Hark
- Impressionen von der Premiere
- Filmtrailer
Was in zweieinhalb Stunden Hongkong-Action so alles passieren kann, ist bei "Die sieben Schwerter" schnell erzählt: Die Manschu-Kaiser haben im frühen 17. Jahrhundert in China die Macht übernommen und in der sogenannten Ching-Dynastie haben sie es mit vielen nationalistisch motivierten Aufständen zu tun, die vor allem in den Reihen der Anhänger der chinesischen Kampfkünste auftreten. So werden alle praktischen Ausübungen der Kampfkünste bei Strafe verboten. Der Kopf eines Kung-Fu-Kämpfers bringt einige Barren in Silber ein.
Ein ehemaliger General der alten Dynastie wütet durch Nordwestchina, um die Kopfprämie beim Kaiser zu kassieren. Dabei werden auch Frauen und Kinder nicht verschont. Da kommt natürlich ein Dorf voller Kampfkünstler gerade recht. Ein ehemaliger Henker will dem Treiben des Generals ein Ende setzen und bricht mit zwei Dorfbewohnern auf, um Meister Shadow-Glow um Hilfe zu bitten.
Um ihn scharen sich einige meisterliche Schwertschüler, die zusammen mit den drei Dorfbewohnern die sieben Schwerter bilden. Nachdem sie gemeinsam mit dem Dorf die ersten Angriffe des Generals abwehren konnten, flieht die Gemeinschaft in die Wildnis. Doch vergiftete Flüsse und markierte Wege lassen auf einen Spion in den eigenen Reihen schließen. Daraus ergeben sich nun die filmentscheidenden Fragen:
Werden die Dorfbewohner mit Hilfe der sieben Schwertkämpfer den General und seine Armee besiegen?
Wer ist der Spion?
Wer liebt bei diesem ganzen Kampfkuddelmuddel-Epos wen?
Wird das Ganze wieder eine Spielfilmreihe?
"Die sieben Schwerter" war der Eröffnungsfilm des internationalen Filmfestivals von Venedig 2005. Er hat (bis jetzt) zwei Preise gewonnen: Für die beste Action-Choreographie beim "Golden Horse Film Festival 2005" und bei den "Hong Kong Film Critics Society Awards" 2006.
Aber er war auch allein ELF Mal beim Hong-Kong-Film-Award 2006 nominiert und hat doch NICHTS gewonnen. Nun muss Beides nicht über die wirkliche Qualität dieses Filmes aussagen. Für einen Fan solcher Filme ist "Die sieben Schwerter" sicherlich eine nette Abwechslung. Doch angesichts von Filmen wie "Tiger & Dragon" oder "Hero" oder vielleicht noch dem älteren "A Chinese Ghost Story III" (Drehbuch und Produktion von Tsui Hark) ist dieser Film etwas verworren und für meinen Geschmack zu "künstlerisch" geschnitten. Außerdem hat er letztendlich einige Längen in der Handlung, die ihn insgesamt etwas langweilig machen.
Aufallend war, dass die sieben Schwertkämpfer ziemlich uninspiriert innerhalb der 147 Filmminuten etliche Male von links nach rechts durch die Landschaft ritten und kurz danach wieder eine Reiterszene (von rechts nach links) auf dem Drehplan stand. Unbestritten sind die (teilweise ziemlich blutigen) Actionszenen und Kampfchoreografien wirklich sehenswert. Auch die Kulissen und Kostüme sind sehr beeindruckend. Doch Tsui Hark ist diesmal nicht der allergrößte Wurf gelungen.
Der DVD ist ordentlich Bonusmaterial beigelegt, das aber eher durch seine lieblose Bearbeitung und fehlende Kommentaren glänzt. Bestes Element war das sehr informative Interview mit dem Regisseur und die Kampfübungen der Schauspieler vor dem Dreh. Bild und Ton lassen in dieser Edition nichts zu Wünschen übrig, wobei das den Film auch nicht über die Zeit rettet.
Insgesamt war der Film für mich eine Stunde zu lang, lohnt sich aber wenigstens für eine nette Action- und Liebesdramanacht mit der kampfkunstinteressierten Freundin. (mg)
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