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Thriller
Wild Things
geschrieben von AngrySmiley am 01. Dez 2006
Crazy. Sexy. Cool.
Es könnte doch so einfach sein einen guten Thriller zu drehen. Man nehme zwei scharfe Ladies, werfe sie in eine mörderische Geschichte, die so viele spannende Wendungen nimmt, dass man bis zum Ende nicht weiß, wer eigentlich gut und böse ist, und voilà, schon hat man einen Thriller der Extraklasse. Ok, dieses Schema ging schon oft genug total in die Hose, bei Wild Things ging der Plan aber auf.
Wild Things
USA 1998
Veröffentlichung:
02.11.2006
Regie:
John McNaughton
mit:
Denise Richards, Neve Campell, Matt Dillon u.a.
"Nochmal"-Faktor:
mittel bis hoch
Unsere Wertung:
90%
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 103 Min.
Sprachen und Tonformate:
Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Bildformat:
2,35:1 in 16:9
Untertitel:
keine
Extras:
Making of
Outtakes
Featurette
Interviews
Audiokommentar
Blick hinter die Kulissen
Blick ins Musikstudio
Darstellerinfos(Textseiten)
Der beliebte Lehrer Sam Lombardo wird aus heiterem Himmel von seiner Schülerin Kelly der Vergewaltigung bezichtigt. Trotz seiner Unschuldsbeteuerungen wird er von der Schule suspendiert und muss sich auf einen großen Prozess vorbereiten. Als auch noch eine zweite Schülerin ihm eine Vergewaltigung vorwirft, scheint sein Schicksal besiegelt zu sein. Während des Prozesses lässt Suzie, Vergewaltigungsopfer Nummer zwei, die Bombe platzen und gesteht, dass alles nur ein perfider Plan von Kelly war, um sich an Sam zu rächen. Sam wird freigesprochen und um ihm die Schmach ein bisschen zu erleichtern wird ihm eine großzügige Summe zugesprochen. Aber das ist nur der Anfang zu einer Geschichte, die mehr Wendungen hat als eine Serpentine auf einem Gletscher... und mehr wird auch nicht verraten.
Wild Things bietet wirklich alles, was man von einem guten Thriller erwarten darf. Fans von dreckigen Thrillern werden sich zwar über die vielen schönen Menschen und tollen Locations aufregen, manch einer soll den Film ja schon als böse Variante einer Teenieserie à la O.C.California oder Beverly Hills 90210 bezeichnet haben, aber damit wird man dem Film wirklich nicht gerecht. Immerhin bleibt der Film bis zum Ende spannend und kann wirklich nicht nur auf die gutaussehenden Darsteller reduziert werden.
Zugegeben, die Akteure sind nicht gerade unansehnlich, allen voran Neve Campbell ("Blind Horizon", "Lost Junction", "Closing the Ring") und Denise Richards, die sich in dem Film auch "näher kommen". Aber keine Angst, die Damen kriegen auch etwas geboten. Matt Dillon ("L.A. Crash", "Rebel", "Nichts als die Wahrheit") und Kevin Bacon ("The Woodsman") ziehen auch ihre Shirts aus und beglücken die Damenwelt mit ihren Körpern. Natürlich kann das Quartett aber auch schauspielern und überzeugt in den Rollen. Unterstützt werden sie noch von dem wie immer großartigen Bill Murray, der als Sams Anwalt für ein paar amüsante Momente sorgt.
Ohne das großartige Drehbuch von Stephen Peters hätte Wild Things aber auch zu einem Standard Sex-Thriller werden können. Sein Drehbuch bietet wirklich jede Menge Überraschungen, mit denen man wirklich nicht rechnet. Dies ist natürlich gleichzeitig die Stärke aber auch die Schwäche des Filmes. Nicht jeder will bei einem Thriller so viele Wendungen erleben wie man sie hier findet, deswegen kann ich Leute verstehen, die sagen, dass es hier einfach zu viel ist. Mir hat es jedenfalls gefallen, dass man erst nach dem Abspann (also nicht zu früh abschalten) erfährt, was wirklich passiert ist.
Als Wild Things vor einigen Jahren bereits auf DVD veröffentlicht wurde, waren einige Fans sehr enttäuscht, dass es sich um eine schwach ausgestattete DVD handelte. Mit dieser neuen Auflage der DVD werden diese Fans aber nun wirklich entschädigt. Englische Tonspur, Outtakes und Interviews können nun endlich angewählt werden. Gut gefallen hat mir der Audiokommentar des Regisseurs mit einigen anderen Mitarbeitern. Hier erfährt man beispielsweise, dass die Szene in der sich Neve Campbell und Denise Richards im Pool vergnügen eigentlich viel länger wäre. Wieso man diese Szene gekürzt hat, ist mir natürlich ein Rätsel. Ein Making of, ein kurzes Featurette und ein Blick hinter die Kulissen runden die DVD dann ab.
Schöne Menschen, eine böse Geschichte und sobald man glaubt zu wissen was hier los ist, oder wer der Böse ist, kommt schon eine neue Wendung daher, die sämtliche Theorien über den Haufen schmeißt. Vielleicht stört es einige Film-Fans, dass es zu viele Wendungen gibt, und dass der Film deswegen zu lange dauert, aber eigentlich muss man froh sein, dass es solche Filme gibt, bei denen man als Zuschauer bis zum Ende im Dunkeln gelassen wird, was wirklich abgeht. (sd)
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