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Drama
 Auto Focus
geschrieben von phlip am 09. Feb 2004

Sexsüchtig

CoverIn den Swinging Sixties lief im amerikanischen TV die 2. Weltkrieg-Comedy-Serie Hogan's Heroes (deutscher Titel Ein Kfig voller Helden, haha). Bob Crane war ihr Star - beliebt, bewundert, ein perfekter Family Man. In seiner Freizeit jedoch spielten sich zunehmend Dinge ab, die alles andere als jugendfrei waren.

Auto Focus
USA 2002
Verffentlichung: 10.02.2004
Regie: Paul Schrader
mit: Greg Kinnear, Willem Dafoe, Rita Wilson, Maria Bello, Ron Leibman u.a.
"Nochmal"-Faktor: Hoch
Unsere Wertung: 90 %
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 101 Min.
Sprachen und Tonformate: Englisch, Deutsch, jeweils Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1,85:1 (16:9 Widescreen) mit sehr guter Qualität
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Extras: Sehr interessante Kommentare von Regisseur, Autor & Produzent sowie Dafoe & Kinnear, jeweils über die volle Filmlänge.

Szenen, die nicht in der endgültigen Fassung waren, mit Kommentar des Regisseurs. Bei diesem Film nicht so wichtig.

Eine sehr detaillierte Dokumentation "Der Fall Bob Crane", 45 Minuten.

Ein kurzes Making of, 6 Minuten.

2 Trailer, einer mit R-Rating, der andere ohne.

Denn er stellte auch zugleich die perfekte Inkarnation der Bigotterie jener Zeit dar. Nach außen hin gab er den voll Disney-kompatiblen All-American TV Star. In seiner Freizeit dagegen spielte er zunächst als Drummer in Strip Clubs, entdeckte dann den selbstgebastelten Video-Sexfilm und die Freuden des "Wer zwei Mal mit der gleichen pennt ...", um schließlich als sozial auffälliger, latent bisexueller Pornofreak alles zu verlieren, was er sich nie richtig aufgebaut hatte.

Auto Focus erzählt die Geschichte dieses Mannes. Weil sie so ungewöhnlich ist, reichen diesem Film mit beschränktem Budget einige wenige Stilmittel, um einen der seltsamsten und interessantesten Filme der letzten Jahre hervorzubringen. Ich garantiere euch ein, zwei Szenen in diesem Film, die ihr so noch nie zuvor gesehen habt.

Regisseur Paul Schrader (American Gigolo, Cat People, Affliction) nennt in seinem filmlangen Kommentar die Schlusseinstellung in einer solchen Szene nach dem amerikanischen Maler sein "Norman Rockwell Tableau" - eine wunderbar zynische Bezeichnung, für zwei Typen, die zusammen auf dem Sofa sitzen, sich einen selbst gedrehten Porno ansehen und ...

Bob Crane mit VerehrerinSchaut es euch selbst an. Schrader behauptet, das Verkommene habe von Anfang an in Bob Crane (Kinnear: "Mord und Margaritas", "Godsend", "Wer's glaubt, wird seelig", "Modern Family") gesteckt, er habe nur mehr und mehr sein wahres Selbst gezeigt. Der Film zeigt etwas anderes. Er zeigt einen ganz gewöhnlichen, humorvollen Mann, der zunächst vom zunehmenden visuellen Sex in den Sechzigern und dann von der durch seinen Starstatus leichten Verfügbarkeit von Frauen mit großen Brüsten immer mehr in Versuchung geführt wird.

Sein Problem ist, dass er darin kein Problem sieht. Dann lernt er John Carpenter kennen - nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem Horrorfilmregisseur - einen Film- und Videotechniker (wie immer hervorragend gespielt von Willem Dafoe: "Ripley under Ground", "Zurck im Sommer", "The Hunter"), der immer die neuesten technischen Gimmicks anschleppt und genau wie Bob Spaß daran hat, sich selbst beim Sex mit einem (oder zwei oder ...) Mädchen nach dem anderen zu filmen. Über Johns Bindungen an die "normale" Welt sagt der Film nicht so viel. Er verliert nur mal einen Job. Für Bob dagegen beginnt eine Spirale, die ihn zusehends aus den lichten Höhen eines TV-Superstars in den Abgrund zieht. Ehefrau Nr. 1 verlässt ihn, doch er findet eine zweite, die ihm zunächst verspricht, alle seine Eskapaden zu tolerieren.

Doch irgendwann kann er Leben und Porno-Scheinwelt nicht mehr klar auseinander halten, macht Fehler, wird taktlos in der Öffentlichkeit, wird unhaltbar für einen Arbeitgeber nach dem andern. Am Ende - nein, das wird natürlich nicht verraten.

Bob und JohnWas den Film so ausgezeichnet macht ist zum Beispiel die schleichende Veränderung der Farbgebung von Sixties-bunt hin zu grellbleich-kotzgrün, die Musik (Angelo Badalamenti, remember "Twin Peaks"?), die Rolle von Ron Leibman, der Bobs Agenten spielt (in Wirklichkeit verschliss Crane einen Agenten nach dem anderen ), der Bob den Spiegel der "seriösen" Welt vorhält. Der Film bietet auch eine wunderbare Geschichte der Frühzeit der Videotechnik - oder der Entwicklung des Striptease. Er ist auch ein Buddy Movie der etwas anderen Art, denn irgendwann ist John Bobs einziger echter Freund. Sie entwickeln eine wirklich "besondere" Beziehung.

Die Siebziger sind eigentlich noch mehr das Thema als die Sechziger. Im Grunde gibt der Film endlich einmal eine Antwort auf die Fragen "Wie konnten die fröhlichen, euphorischen 60er nur in die kaputten, abgefahrenen 70er münden? Was haben unsere Daddies bloß falsch gemacht?" Aber eigentlich ist das beste, die ungewöhnliche Story plausibel und detailliert erzählt zu bekommen und sich zu fragen: Wäre dir das in derselben Situation nicht auch so passiert?

Die Extras sind wunderbar bei dieser DVD: Drei Kommentar-Spuren über die volle Filmlänge, da kann kein Kritiker hinterher mehr spekulieren, Schrader habe sich dies und das wohl so und so gedacht. Und eine längere, sehr detaillierte Diskussion über den "Fall Bob Crane". quot;Fall"? Schaut es euch an!

Bild und Ton sind für mein Laienauge 1a, nichts zu meckern. Es sei denn, ihr stört euch an den schwarzweißen, grieseligen Softpornos, die Bob und John mit wunderbar unhandlichen Geräten fabrizieren. Oder daran, dass John farbenblind ist.

Bevor jetzt jeder zu seinem Händler rennt, äh, surft und sich die DVD kauft: Klar, es ist irgendwo eher ein Männerthema, und wer Action sucht, ist hier auch falsch. Aber für alle, die einen Sinn für Real Life-Dramatik und Tragikomik haben und die keine Angst vor ihren eigenen Gedanken haben, dürfte es eigentlich kein Halten geben. (pk)


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