Folge uns über twitter
RSS Feed: DVDmaniacs.de auf den Desktop oder auf eure Site
Dokumentation
Miami Ink - Tattoos fürs Leben
geschrieben von maqz am 21. Feb 2007
Tattoo Therapie
Sie sind die Götter am amerikanischen Tätowierungs-Himmel: Ami James, Chris Garver, Chris Nunez und Darren Brass! Zusammen mit Tattoo-Stift Yojiro "Yoji" Harada und Gaststar Tätowiererin "Kat von D" sind sie alle Hauptprotagonisten der Real Life-Doku "Miami Ink", die den interessierten Zuschauer in die bunte und skurrile Welt der gestochenen Hautbilder einführt. Aber Vorsicht! Hat man die letzte Folge dieser ersten Staffel gesehen will Man(n) (und Frau) sich unbedingt einen riesigen Drachen über den ganzen Rücken stechen lassen.
Miami Ink USA 2006
Veröffentlichung: 26.01.2007
Regie: David Roma, Jonathan Wyche
mit: Ami James, Chris Garver, Chris Nunez, Darren Brass u.v.a.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 4:3 (1,33:1)
Untertitel: Deutsch
Extras: Interview mit Yojiro "Yoji" Harada
Wer solche US-Reality-Serien, wie z.B. "American Chopper", "Dog" oder diese Familien-Exhibitionisten wie Ozzy Osbourne oder Hulk Hogan mag, der wird die Serie Miami Ink lieben! Vier recht vollgestochene Meistertätowierer schmeissen ihr Geld zusammen und gründen ein Tattoo-Studio in Miami. Doch die Selbstständigkeit ist anfänglich nicht wirklich ihr Ding. Jedenfalls ist das Einrichten eines Geschäfts für die Vier (plus Lehrling) keine alltägliche Angelegenheit. So wird in der ersten Folge der Serie ausführlich beschrieben, wie unfähig bzw. leidensunfähig die so hart wirkenden Jungs eigentlich sind.
Schnell wird jedoch klar, dass das Gejammere um "Ich weiss nicht, ob das alles so funktionieren wird..." sich eher als ein nicht existierendes Luxusproblem herausstellt. Die vier wirklich guten Körperkünstler verwandeln ihren Laden schnell in eine gut flutschende Goldgrube, basierend auf Nadeln und Farbe und sehr viel künstlerischem Talent. Und NATÜRLICH ist die Geschichte der Tätowierungen eine Geschichte VOLLER Missverständnisse. Die Leute die sich einen Body-Suite stechen lassen (d.h. am ganzen Körper tätowiert sind) sind Leute wie Du und ich. Wie der massige amerikanische Geschäftsmann von nebenan, der immer nur langärmelige Hemden trägt, um nicht als wandelnde Kunstgalerie gelten zu müssen.
Und in fast jeder der ersten elf Folgen kommt natürlich das alternde Blumenkind oder die junge, blonde vollbusige (oder flachbrüstige) Studentin zu Besuch, die sich einen coolen Liedtext oder eine Totenkopfrose wahlweise auf den Fuß oder die Hüfte stechen lassen möchte, weil der Bruder, der Freund, die Mutter oder auch der Hund und die Katze vor kurzem gestorben sind und nicht vergessen werden sollen.
In solchen Serien gehen solche Szenen natürlich nie ohne viel Tränenfluss ab! Doch auch für die coooolen Türsteher, Barbesitzer und Surflegenden hat das Quartett plus japanischem Lehrling bzw. Sklaven ("Yoji, polier mal meinen Wagen! So wie in Karate Kid!") immer ein großformatiges Motiv parat. Da kann man dann im wahrsten Sinne des Wortes hautnah die wirklichs sehenswerte Kunst dieser Haut-Picassos bewundern. Jedoch ist der erste Schritt nach der Beratung für mich als Tattoo-Newbie etwas enttäuschendes. Die Vorlage wird einfach auf eine Spezialfolie kopiert und dann auf die Haut übertragen. Oft sind die Vorlagen aus dem Internet (gibt es hier eigentlich auch Copyright drauf? - Grundsätzlich ja - aks) und erst mit der Zeit kommt die Kunst der Könner zum Vorschein! Einfach Nachzeichnen ist es nämlich nicht! Da müssen Schattierungen zu den Linien und Farben zu den Schattierungen. So entsteht am Ende ein Haut-Bild, dass nicht nur mich verwundert staunen lässt, wie genau und farbenfroh so ein lebendiges Bild sein kann.
Doch das ist es Gottseidank nicht allein, was diese Serie zu einem sehenswerten AHA-Erlebnis macht. So werden jede Folge mindestens vier oder fünf mehr oder weniger persönliche Lebenslinien vorgestellt, die sich dann mehr oder weniger markant in die Haut prägen. Daneben sind es die persönlichen Geschichten der Tätowierer-Chefs und Lehrlinge, die den Zuschauer ebenso fesseln können (wenn einen interessiert, wie "Yoji" seine schwangere Geliebte heiratet oder Ami James über starke Rückenschmerzen klagt). Persönliche Geschichten, die manchmal ins Belanglose abrutschen und doch durch die immer wieder erstaunlichen Tattoos zu dieser Serie zusammengehalten werden.
Insgesamt bewirkt Miami Ink, dass man immer noch eine Folge sehen möchte, entweder um schon wieder eine vollbusige blonde Studentin weinen zu sehen oder um die Entstehungsgeschichte einen gigantischen gestochenen Tigers über eine muskulösen linken Oberarm miterleben zu dürfen.
Noch interessanter war der Effekt dieser Miami Ink Folgen auf tätowierte Mit-Zuschauer, die am Ende schon mal ernsthaft überlegten, an welcher Körperstelle das nächste Tattoo gestochen werden könnte. Technisch gesehen ist diese DVD-Collection einwandfrei. So gute Bild- und Tonqualität, wie sie amerikanische Fernsehtechnik zulässt. In den Bonus-Materialien beantwortet Tätowierer-Lehrling Yoji eher trocken in einer Art Tattoo-FAQ die wichtigsten Fragen zum Erlernen dieses Handwerks.
Wer glaubt, dass Miami Ink nur etwas für ausgesprochene Tätowier-Fans ist, der täuscht sich gewaltig! Auch absolutet Nadel-Laien können hier zum Stich kommen! Eine wirklich unterhaltsame Art sich dem Thema zu nähern! (mg)
Miami Ink sofort bei amazon.de kaufen? Einfach nur auf den Link klicken!