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Komödie
Art School Confidential
geschrieben von klaus_h am 20. Mar 2007
Die Gunst des Publikums ist eine Hure
Regisseur Terry Zwigoff ("Bad Santa") und sein Hausdrehbuchautor Dan Glowes entführen uns in der von John Malkovich ("Per Anhalter durch die Galaxis") produzierten Krimisatire auf das Terrain einer New Yorker Kunstschule. Kein Highschool-Filmchen, sondern eine Posse auf den Kunst- und Hochschulbetrieb, die zeigt, dass Kunst wahrlich nicht von "Können" kommt. Es sei denn, man meint damit die Kunst des "Arschkriechens", wie es der verbitterte Künstler Jimmy (Oscar-Preisträger Jim Broadbent: "Bridget Jones", "In 80 Tagen um die Welt") beschreibt.
Art School Confidential
USA - 2006
Veröffentlichung: 20.03.07
Regie: Terry Zwigoff
Darsteller: Max Minghella, Sophia Myles, John Malkovich, Jim Broadbent, Matt Keeslar, Ethan Suplee, Anjelica Huston, Steve Buscemi u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel
Unsere Wertung: 70%
FSK: ab 12
Laufzeit: 98 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch & Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras:
Making of
Sundance Film Festival
Entfallene Szenen
Was haltet ihr von Jerome
Gecastete Kunst
Einen großen Traum hat bereits der kleine Jerome, der in Verkleidung vor der gesamten Schulklasse verkündet: "Wenn ich einmal groß bin, möchte ich der größte Künstler des 21. Jahrhunderts werden - so wie Pablo Picasso, der - obwohl klein und glatzköpfig - mit allen schönen Frauen der Welt schläft..." Sehr verräterisch und für einen 11-Jährigen verhängnisvoll. Denn der junge Jerome zeichnet tatsächlich sehr gut und wird deshalb später von seinen Eltern an eine renommierte New Yorker Kunstschule geschickt - damit der Knoten platzt. Da ist Jerome trotz seiner 18 Jahre immer noch eine männliche Jungfrau.
Dort merkt er recht schnell, dass das Künstlerleben kein Zuckerschlecken ist. Professor Sandiford (Malkovich, "Secretariat", "Rounders") sorgt rasch dafür, dass die eigene Desillusion rasch auf seine Studenten abfärbt und begünstigt dann ausgerechnet den als Fremdkörper erscheinenden Jonah (Matt Keeslar) mit seinen Post-Pop-Naivbildchen im 2-D-Look gegenüber seinen eigenen naturalistisch gezeichneten Werken. Aber was noch viel schlimmer ist: Jonah erringt auch noch die Gunst der schönen Audrey (Sophia Myles), die nicht nur als Modell jobbt, sondern gar selbst die Tochter eines berühmten Malers ist.
Und dies, als Jerome gerade bei ihr zu landen scheint. Er ist so sehr verliebt in seinen selbstsüchtigen Schmerz, dass er nicht einmal merkt, dass das verkrachte Genie Jimmy in Wahrheit der Art-School-Mörder ist, der sich mittels der Bilder der Erdrosselten in künstlerischem Rausch bringt, und Jonah ein verdeckter Ermittler (als dessen Boss begegnen wir übrigens dem verhassten Eglie aus CSI-LV). Aus Zufall gibt er eines von Jimmys Werken als sein eigenes aus. Da scheint ihm die Gunst des Publikums wie auch das Interesse der Polizei plötzlich zuzuzwinkern...
Sicherlich ist Einiges in diesem Film vorhersehbar. Aber letztlich ist es von allen Darstellern ansehlich herübergebracht worden. Malkovichs verzweifelte Versuche selbst als Künstler wieder auf die Beine zu kommen und gleichzeitig seine viel begabteren Schüler zynisch in Schach zu halten, sind hervorragend gespielt. Broadbents dämonische Ausbrüche sind ihm absolut ebenbürtig. Auch Hustons ("50/50 - Freunde fürs (Über)leben", "Crossing Guard") und Buscemis ("Fargo") Kurzauftritte sind gut geraten. Überraschenderweise stellte ich fest, dass Sophia Myles ("Out of Bounds", "Underworld") doch tatsächlich spielen kann - als Gunstwanderpokal für den jeweils begabtesten Künstler bietet sie eine reife Leistung.
Max Minghellas Rolle als Jerome leidet meines Erachtens zu sehr an ihrer naiv-überheblichen Gewichtung, der letztlich unglaubwürdig geraten ist. Wie kann er Jimmys offenkundige Täterschaft einfach ignorieren und eines der Mordbilder samt Ausweis des Opfers als Kunstwerk ausgeben? Auch ist seine Kunst - trotz handwerklicher Fähigkeiten - wie Sandiford korrekt beschreibt zu fremdbestimmt und rückwärtsgewandt. Sicherlich bestimmt dabei auch der konservative amerikanische Kunstgeschmack der breiten Bevölkerung diese Perspektive, erscheint aber letztlich unglaubwürdig und kontraproduktiv.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Drehbuchautor eigene schmerzvolle Erfahrungen aus den 70er und 80er Jahren darin verarbeitet hat. Einige köstliche Situations- und Figurenbeschreibungen sind sehr unterhaltsam und glaubwürdig eingefangen, aber zum großen Wurf bleibt die persönliche Distanz. Eine interessante Verschmelzung dreier Genre (High-School-Komödie, Selbstfindungsdrama und Krimi), die letztlich von der Regie und den Darstellern getragen wird. Auch wenn zwei der besten Szenen (Jerome & Audrey, Jonah & Audrey) unverständlicherweise herausgestrichen wurden, besitzt der Film immer noch unerklärliche Längen, da man zuviel Zeit auf Nebenfiguren verschwendete.
(kh)
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"Junge, es ist ein Scheißleben. Für alle! Aber wir haben alle nur dieses eine auf dieser Welt. Ständig üben, um besser in seinen Dingen zu werden, nicht anderes habe auch ich getan." The Weather Man