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Komödie
Jimmy Hollywood
geschrieben von klaus_h am 18. Mai 2007
Der Traum vom Ruhm
Barry Levinson ("Rain Main") dreht gerne Filme über das Filmemachen. Mit "Schnappt Shorty" hat sein Namensvetter Barry Sonnenfeld darin wohl sein Meisterstück abgeliefert. Hier ist es Joe Pesci ("Eureka", "GoodFellas"), der als arbeitsloser Schauspieler in Hollywood den Traum vom Ruhm allzu intensiv auslebt. Dabei nutzt der hyperaktive Schwätzer sowohl das Vertrauen seiner Hispanofreundin (Victoria Abril) als auch die Gutmütigkeit seines tumben Freundes William (Christian Slater: "Cletis Tout: Tot oder lebendig", "Mindhunters") aus.
Jimmy Hollywood
USA - 1994
Veröffentlichung: 03.04.2007
Regie: Barry Levinson
Darsteller: Joe Pesci, Christian Slater, Victoria Abril, Harrison Ford u.a.
"Nochmal"-Faktor: niedrig
Unsere Wertung: 45%
FSK: ab 6
Laufzeit: ca. 113 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Spanisch, Französisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Am Anfang des Films stelzt der blondierte Jimmy Alto wie ein Blinder am Arm seines Freundes William über den Hollywood Boulevard. Auf dem "Walk of Fame" ist er tatsächlich in der Lage etliche der sich verewigenden Stars auswendig bzw. durch die Berührung seiner Schuhe zu erkennen. Diese Einstiegsszene enthüllt schon das Wesen des permanent schwafelnden Selbstdarstellers, der wahrhaft filmverrückt ist und mit einem unbändigen Willen an sich selbst glaubt.
So wird seiner Freundin Lorraine (Abril, "Átame"), erst durch einen missglückten Überfall auf sie selbst bewusst, dass Jimmy tatsächlich ihr letztes Geld mit ihrer Scheckkarte abgehoben hat, um damit ein lächerliches Reklameschild für seine Dienste als Schauspieler an einer Bushaltestelle zu finanzieren, an der jedoch der Verkehr vorbeirast. In der Folge erleben wir dann wie Jimmy sich regelmäßig wie die Axt im Walde aufführt, logorrhöemäßig durch die Gegend sabbelt, seine Jobs schmeißt und auch das einfachste Casting versemmelt.
Als ihm eines Tages das Autoradio geklaut wird, greift er zur Selbstjustiz, filmt den nächsten Täter dank der Hilfe seines treuen Freundes und liefert ihn verschnürt als Paket samt Hi8-Videoband bei der nächsten Polizeiwache ab. Als Botschaft verkündet er als geheimnisvoller "Jericho", Anführer einer "Bürgerwehr", dass man augenscheinlich den Job der Polizei selber tun müsse. Prompt wird er damit zum Medienstar. In diese Rolle steigert er sich herein. Doch als er ausgerechnet seine erste wirkliche Rolle in einer Low-Budget-Serie bekommen soll, geht alles schief. Und die Polizei jagt selbstverständlich die ungeliebte Konkurrenz wie einen richtigen Verbrecher...
Klingt alles nach einer lustigen und erfolgversprechenden Komödie? Ist es aber leider nicht, weil Pesci, den ich in "Casino" genial fand, jede positive Szene buchstäblich zusabbelt. Dabei ist es auch nicht gerade ideal, wenn sich die schöpferischen Einfälle Levinsons darin verlieren sich ständig bei Sonnenfeld, der seinerseit von der Buchvorlage Elmore Leonards inspiriert wurde, zu bedienen. So hat man die Idee, später das Leben Jimmys mit einem Star wie Harrison Ford ("Hollywood Cops") zu verfilmen in "Schnappt Shorty" wesentlich origineller gesehen.
Slater ("Amok - He Was a Quiet Man", "Dolan's Cadillac") spielt den tumben Toren wirklich nett, solange er nicht wieder einmal von Pesci vollgeblubbert wird. Die reizende Abril scheint auch wirklich nur engagiert worden zu sein, um spanisches Geld für die Produktion lockermachen zu können und eine typische Almodovar-Toilettenszene abzuliefern, für die sich die US-amerikanischen Darstellerinnen zu fein gewesen wären.
Mein Fazit: Jeder gute Regisseur hat ein paar Filme gedreht, die das Anschauen nicht unbedingt wert sind. Dieser ist einer davon. Joe Pesci zeigt damit allerdings auch, dass er als Hauptdarsteller keinen Film zu tragen vermag. Durch das Drehbuch verliert der Film immens an Tempo, so dass die doppelte Schlusspointe auch nicht zündet. Selbst das Gejammer über die Verwahrlosung der einstigen schmucken Ecken Hollywoods wirkt im Gesamtkontext als unehrlich, wenn letztlich wieder der amerikanische Traum gepredigt wird. Technisch ohne Tadel, aber inhaltlich belanglos. Diese DVD ist zudem die Home-Entertainment-Version dieses Films. Sie enthält Material, das in der Kinoversion nicht verwendet wurde, aber es wurden auch Szenen entfernt. Was man uns wohl da vorenthält? Egal... (kh)
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