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Komödie
Voll Frontal
geschrieben von maqz am 19. Feb 2004
Die karmische Fortsetzung von Sex, Lügen und Video
Wart Ihr schon mal im Kino und habt Euch gefragt: "In was für einem Film bin ich denn hier gelandet?" So ungefähr hab ich mich bei Steven Soderbergh "Voll Frontal" gefühlt. Schnell musste ich feststellen, dass ich es nicht mit einem seiner glatt gängigen Filme á la Oceans Eleven zu tun hatte, obwohl der Cast mit Julia Roberts und (kurz) Brat Pitt in Ansätzen wieder auftaucht. Dieser Low Budget Film (digital gedreht) ist künstlerisch, ambitioniert und für Filmliebhaber, die den Film im Film lieben!
Voll Frontal USA 2002
Veröffentlichung: 12. Februar 2004
Regie: Steven Soderbergh
mit: David Duchovny, Nicky Katt, Catherine Keener,
Brian Krow,
Mary McCormack,
David Hyde Pierce,
Julia Roberts,
Blair Underwood,
Enrico Colantoni,
Erika Alexander,
Tracy Vilar,
Brandon Keener,
Jeff Garlin,
David Alan Basche,
Nancy Lenehan u.a.
"Nochmal"-Faktor: Hoch. Viel zu sehen, viel zu verstehen. Einmal schauen reicht da nicht.
Unsere Wertung: 85%
FSK: 16 Jahre
Laufzeit: ca. 97 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch und Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1,85:1 (16:9)
Untertitel: Deutsch , Englisch für Hörgeschädigte , Englisch.
Extras: Audio-Kommentar von Regisseur Steven Soderbergh und Drehbuchautor Coleman Hough, Interviews mit den Darstellern, Hinter den Kulissen mit der versteckten Kamera, Die Regeln, Interview mit Steven Soderbergh, 18 Zusätzliche Szenen, Kinotrailer.
Was gibt's zu sehen? Dieser Film, der an eine schlecht geschnittene Filmstudenten-Abschlussarbeit erinnert, wurde in 19 Tagen gedreht unter den einfachsten Voraussetzungen:
Keine Wohnwagen für die Schauspieler, die ihr Essen und Garderobe selbst mitbringen mussten und sich auch selbst schminken durften. Digitale Handycams bürgten für miese (oder künstlerische) Kinobilder. Dialoge mit einem eher mittelmäßigen Ton. Alles in allem also in der Form eher frugal. Was den Inhalt betrifft erlebt der Zuschauer zwei Filme. Die Schauspieler spielen Schauspieler, die eine Rolle spielen. Immer wieder wechseln die Bilder (z.T. wie Rohschnitt anmutend) relativ wahllos zwischen Film im Film und Film. Verwirrt? War ich auch! Warum soll es Euch anders gehen wie mir?!
Also: Superstar Francesca (Julia Roberts) spielt mit einem Jungstar in ihrem neuen Film, in dem sich alles nur um Film dreht. Filmjournalist Carl wird entlassen an dem Tag, an dem sein Hund sich an 8 Hasch Brownies überfrisst und möglicherweise Abkratzt und seine überkandidelte Frau sich von ihm trennen will.
Ihre Schwester, die Masseuse Linda, sucht derweil nach dem richtigen Mann fürs Leben. Und schließlich ist da noch der Produzent Gus, der eher auf ausgefallenen Sex steht. In einem regelrechten Fegefeuer der Eitelkeiten treffen all diese Figuren bei einer Geburtstagsparty aufeinander. Bis auf Gus, den der kann nicht mehr kommen, nachdem er gekommen ist... Ach ja und Hitler spielt natürlich auch mit, aber das nur so nebenbei.
Insgesamt könnte Voll Frontal eine echt nette Komödie sein, wenn man denn schon am Anfang verstehen könnte worum es eigentlich geht. Soderberghs Dogma-Drehweise (ich dachte erst mein Soundsystem wäre kaputt, weil's partout keine Musik bis zum ersten Dialog gibt) macht den Film etwas spröde. Die richtige Komödienstimmung wie bei Allens Filmen, will sich nicht einstellen. Es hat eher etwas von versteckt gedrehten amerikanischen Reality Soaps und diesen Charme muss man mögen. Positiv ist und bleibt die exzellente Besetzung, die sich mal von einer noch eher unbekannten Spielweise zeigt. Bildqualität ist grauenhaft. Dolby Surround Sound? Fehlanzeige! Alles so gewollt? Schon, aber das macht den Filmgenuss trotzdem nicht besser, sondern quälender.
Urteil: Fifty-Fifty. Besonders für Filmstudenten zu empfehlen. Hochintellektueller, anspruchsvoller Kunstfilm, der sich selbst Komödie schimpft, aber eher Doku ist. (mg)
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