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Romantisch
Der Doktor und das liebe Vieh - Staffel 1
geschrieben von maqz am 10. Aug 2007
...wenn der Arm in der Kuh steckt...
Wer glaubt, das bei einer altbackenen Tierarzt-Serie aus dem britischen Fernsehen der späten 70er Jahre nix los ist, der wird sich um so verwunderter über die Kloschüssel beugen, wenn er kurz vorher in der ersten Folge einen ganzen herausgezogenen Arm aus dem After einer Kuh vorgeführt bekommen hat. Hatte ich bemerkt, dass die Hinterlassenschaft einer Kuh zunächst grün ist, bevor sie heraus kommt? Nun beim anschauen dieser Serie habe ich dies und noch einiges mehr über Veterinärmedizin lernen können und mich nebenbei auch noch nett unterhalten.
Der Doktor und das liebe Vieh - Staffel 1 Großbritannien 1977
Veröffentlichung: 09.07.2007
Regie: Terence Dudley
mit: Christopher Timothy, Robert Hardy, Peter Davison, Carol Drinkwater, Mary Hignett, u.a.
"Nochmal"-Faktor: Mittel! Altbacken charmant
Unsere Wertung: 60%
FSK: Ohne Altersbeschränkung in Folge 4-9, ab 6 Jahre (in Folge 1-3 und 10-13)
Laufzeit: ca. 643 Minuten
Sprachen und Tonformate: Deutsch und Englisch: Dolby Digital 1.0 Mono
Bildformat: 4:3 Vollbild
Untertitel: Deutsch (nur bei den nicht synchronisierten Szenen)
Extras: Keine
Die Geschichte(n) und der daraus entstandene Bestseller-Roman des englischen Tierarztes James Alfred Wight (Pseudonym: James Herriot) sind in der allseits bekannten und oft wiederholten 84-teiligen TV-Serie mit dem deutschen Titel "Der Doktor und das liebe Vieh" (org.: All Creatures, Great & Small) verfilmt worden. Ich selbst erinnere mich gerne an die Zeit kurz nach der Schule zurück, bevor die wirklich guten Serien liefen und draußen auch nicht viel zu erleben war.
Dann sah ich eben "Der Doktor und das liebe Vieh" und wunderte mich immer, wie man eine so trockene Fernsehserie produzieren könne. Die BBC konnte dies und am Ende wollte ich dann doch immer wissen, wie es weiter ging. Heutzutage, im Rausch des Nostalgie-Glotzens ging es mir ähnlich! Wieder war ich nach der ersten Folge so gefangen von den doch oft sehr normalen Geschehnissen, die einem angehenden Tierarzt namens James Herriot im England der 30er Jahre wiederfuhren.
Im England dieser Zeit hatten es junge, motivierte Tierärzte nicht leicht eine Anstellung zu finden. In einer Praxis in Darrowby in der Grafschaft Yorkshire - (Klingt wie aus der Serie "Das Haus Am Eaton Place"! ;-)) - stellt der alteingesessene aber kautzige Jungeselle Siegfried Farnon (Robert Hardy, "Palast der Winde", "Harry Potter und der Feuerkelch", "Shackleton") James Harriot schließlich ein. Zusammen mit der etwas kratzbürstigen Haushälterin Mrs. Hall und Farnons unbeständigem jüngeren Bruder namens Tristan, der ihm und Herriot in der Praxis mehr oder weniger hilfreich zur Hand geht, wird die neue Tierarztpraxis WG-gegründet, die kein bisschen der Vorläufer von "Friends" ist!. Zu Anfang sind die Bauern dem "Neuen" gegenüber skeptisch, doch schon im Laufe der ersten Episode bewährt er sich und darf auch mal den ein oder anderen Preisbullen von innen abtasten. Ein anderer von Harriots Stamm-Patienten ist der völlig verhätschelte fette Pekinese Tricki-Woo, der ihn über sein reiches Frauchen Miss Pumphrey immer wieder für seine gute Behandlung danken lässt.
Die hübsche Farmerstochter Helen Alderson lernt der fesche Tierarzt bei einem Hausbesuch kennen und schließlich über die Zeit und Episoden auch lieben.
Neben den kleinen Haustier-Tragödien und großen Katastrophen für die Bauern (kann die Tierarztpraxis den Landstrich vor der Maul- und Klauenseuche retten?) bleiben die Geschichten aber immer in einer erfrischend realistischen Weise in einem harmonischen Gleichgewicht. Nie zu aufregend, doch auch überhaupt nicht langweilig. Wie das Leben eben so spielt auf dem Lande.
Die DVD-Edition glänzt nicht unbedingt durch eine ausgezeichnete Bild und Tonqualität. Dauerndes Grundrauschen (in MONO!!) und die gelegentlich unscharfe Bildqualität zeugen von einer mäßigen Video-Produktion der BBC. Trotzdem machen die landschaftlich reizvollen Bilder der englischen Grafschaft Yorkshire einiges an Ärger wieder wett. Erfreulich ist, dass wir diese Serie nun in ihrer gesamten Länge sehen können. Komischerweise hat man das nicht auf der Hülle vermerkt. Ein wie ich finde gutes Kaufargument!
Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass diese geschnittenen Passagen, die so wohl nicht im deutschen Fernsehen gezeigt wurden, auch nicht synchronisiert wurden. Das bedeutet, dass in den Episoden immer 'mal wieder ins Englische (mit deutschen Untertiteln) gewechselt wird.
Bedauerlich auch, dass diese DVD-Edition ohne Bonus-Materialien ausgestattet ist. Schließlich will man mit der Zeit nicht nur wissen, wie es in der Geschichte weitergeht, sondern wer die Leute Hinter dieser Produktion waren oder was aus ihnen geworden ist. Schade, schade!
Fazit
Der trockene englische Humor, die realistisch anmutenden Tierbehandlungen (vor allem Darsteller Christopher Timothy gibt wirklich alles, wenn er z.B. bis zum Ellbogen in einem Kuh-Hintern oder einem Bullen-Maul steckt!), die pittoreske Landschaft und der beruhigende, ja fast meditativ wirkende ganz normale Alltag zweier Landtierärzte macht "Der Doktor und das liebe Vieh" zu einer sehenswerten TV-Nostalgie-Serie. Die schlechte Bild- und Tonqualität und die magere Ausstattung lässt potentielle Käufer jedoch auch überlegen, nicht doch auf eine vielleicht noch erscheinende Gold-Edition zu warten. (mg)
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