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Horror
Marvel's Man Thing
geschrieben von Martaeng am 20. Aug 2007
Eine Moorleiche zum Dessert
Spätestens seit Wes Cravens „Swamp Thing“ ist bekannt, dass aus den Tiefen des Sumpfes nichts Gutes kommen kann - wenn man mal vom Torf absieht. Aber auch dieser fossile Brennstoff ist angesichts der globalen Erwärmung momentan nicht gerade in Mode. Tja, und wer „Friedhof der Kuscheltiere“ gesehen oder gelesen hat, der betritt indianische Kultstätten mit höchster Vorsicht. In Marvel's Man Thing treffen indianische Rituale auf sumpfigen Untergrund. Das Ergebnis ist ein Horrorfilm, der vielleicht besser im Sumpf versunken wäre.
Marvel's Man Thing
USA/Australien 2005
Veröffentlichung: 20.08.2007
Regie: Brett Leonard
mit: Matthew Le Nevez, Rachael Taylor, Jack Thompson, Alex O'Loughlin, Steve Bastoniu.a.
"Nochmal"-Faktor: Gott bewahre!
Unsere Wertung: 25%
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 93 min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch DD 5.1
Bildformat: 1:1,78 (16:9)
Untertitel: Fehlanzeige - Hier wurde am falschen Ende gespart
Aus dem Jahr 2005 stammt diese Adaption der gleichnamigen Marvel-Comicserie, die bereits in den 70er Jahren entstand. Zu einer Zeit, als der klassische Superheldencomic bei den Lesern zumindest temporär an Attraktivität verlor. Marvel setzte verstärkt auf Horrorcomics und „Man Thing“ ist ein Ergebnis dieses Umdenkens.
Sheriff Kyle Williams (Matthew Le Nevez) wird in das kleine US-Örtchen Bywater versetzt. Was zunächst wie ein ruhiger Job klingt, entpuppt sich als das genaue Gegenteil. Er wird mit der grausam entstellten Leiche eines Jugendlichen konfrontiert. Alles deutet auf einen Krokodilangriff hin. In letzter Zeit wurden mehrere auf ähnliche Art zugerichtete Leichen gefunden. Kann das wirklich ein Krokodil gewesen sein? Wohl kaum ... Und so ist das Geheimnis, auf das Williams und sein Deputy Fraser (Alex O'Loughlin) stoßen, zwar durchaus mysteriös, aber wenig überraschend. Bleibt noch die Frage, warum das Man Thing sein Unwesen treibt? Was uns wieder zurück zu indianischen Bräuchen und dem Klimawandel führt.
Der böse Unternehmer Schist (fast möchte man ein Fa- davor setzen) hat sich mitten im Sumpf die Rechte zur Ölbohrförderung gesichert und baut seine Förderanlagen direkt in indianisch heiliges Gebiet. Das erzürnt nicht nur die Umweltschützerin Teri Elizabeth Richards (Rachael Taylor), sondern hauptsächlich die heiligen Geister des Sumpfes. Womit die Frage nach der Herkunft des Man-Dings auch geklärt sein dürfte. Der Rest der Handlung ist aber so was von Standard, dass man sich die Nacherzählung getrost schenken kann.
Fazit
Leider kann nicht jede Marvel-Verfilmung so gut sein, wie "Spiderman" und Konsorten. Selbst dort ist ja auch längst nicht alles Gold, was glänzt. Marvel's Man Thing“ ist ein B-Movie, durchaus solide - aber mehr auch nicht. Marvel verkauft sich hier unter Wert. Technisch erreicht der Film durchaus gutes Niveau. Die Effekte sind gelungen, die Animation des Moormonsters ebenso. Aber selbst damit kann man das maue Drehbuch und die miserablen Dialoge nicht mehr heraushauen. Nur ein Beispiel: „Warum heisst der Ort Bywater?“ – „Weil das Kaff am Wasser gebaut ist, Mann!“ So einfach kann es sein. Untertitel sucht man vergebens. Bei den Outtakes finden sich gerade mal drei Patzer. Vielleicht hat man ja auch jede Szene sofort genommen? Das könnte die Erklärung für diesen schwachen Film sein. (mh)
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