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Action
Ghost Rider
geschrieben von maqz am 30. Aug 2007
Schädelbrennen!
Ein Pferd löst sich aus dem Nebel des Friedhofs. "Kann Ihr Gaul das Tempo denn mithalten?" fragt Blaze. Die Antwort ist ein verächtliches Schnauben des Knochenrosses, das augenblicklich samt Reiter in Flammen steht. Darauf sagt Blaze nur noch: "Ok, Let's ride!" Und flammender Mottorrad-Rocker und flammender Cowboy reiten bei den Klängen zu "Ghostriders in the Sky" gen' Horizont der nächtlichen Wüste dem Sohn des Teufels entgegen.
Ghost Rider USA 2007
Veröffentlichung: 30.08.2007
Regie: Mark Steven Johnson
mit: Peter Fonda, Nicolas Cage, Eva Mendes, Wes Bentley, u.a.
"Nochmal"-Faktor: Mittel: Typisches und vorhersehbares Popcornkino
Unsere Wertung: 60%
FSK: 12
Laufzeit: ca. 105 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch + Englisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 (2.40:1) anamorph
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Extras: Audiokommentar mit Regisseur Mark Steven Johnson und dem Leiter für Visuelle Effekte Kevin Mack oder Audiokommentar mit Produzent Gary Foster, Werbetrailer
Diese Real-Verfilmung der alten Marvel-Comicserie "Ghost Rider" wurde von vielen Fans sehnsüchtig erwartet. Die Umsetzung durch Regisseur Mark Steven Johnson war ein amerikanischer Popcornkinofilm reinster Güte. Nicolas Cage ("Knowing", "Das Vermächtnis der Tempelritter", "Adaption", "The Weather Man") legte den brennenden Schädel auf zwei Rädern mit einer gehörigen Portion Humor an und nahm der Figur damit die Ernsthaftigkeit, was aber bei einer Comicverfilmung nicht wirklich auffallen muss! Schließlich geht es auch in dieser Marvel-Verwurstung auch mehr um die Special Effects und weniger um die magere Liebesgeschichte oder der mythologisierten Handlung:
Johnny Blaze und sein Vater arbeiten als Motorrad-Stuntfahrer auf dem Jahrmarkt. Als sein Vater an Krebs erkrankt, geht Blaze mit dem Teufel einen Pakt ein, damit sein Vater nicht an der Krankheit stirbt. Prompt gesundet der Vater und stirbt ebenso prompt in der Manege an einem schweren Motorradunfall. Blaze verlässt daraufhin den Jahrmarkt und seine hübsche Freundin (die eigentlich mit ihm durchbrennen wollte) und sucht sein Glück in immer gewagteren Motorradstunts. Der Teufel hält dabei immer seine schützende Hand über ihn. Weiss er doch, dass er eines Tages die Dienste von Blaze als "Ghost Rider der Hölle" in Anspruch nehmen wird.
Und so kommt es, wie es kommen muss: Blackheart (Wes Bentley, "Dolan's Cadillac", "Edgar Alan Poe's Das Grab der Ligeia"), der Sohn des Teufels macht seinem Vater erhebliche Schwierigkeiten und will die Macht auf Erden an sich reissen mithilfe eines Vertrages über tausende verdorbener Seelen. Doch der letzte Ghost Rider vor Blaze, dessen Aufgabe es eigentlich ist, die offenen Pakte für seinen diabolischen Auftraggeber einzutreiben (sozusagen als Gerichtsvollzieher from Hell), hatte ein Gewissen und entzog dem Teufel diesen mächtigen Pakt.
Blaze, gerade wieder beim Anbändeln mit seiner alten, sitzengelassenen Flamme, wird nun vom Teufel (überraschend fies gespielt von Peter Fonda) in ein flammendes Skelett verwandelt und auf die Suche nach dem verschwundenen Vertrag und in den Kampf gegen seinen Teufelssohn geschickt...
Ok, es ist eine Comic-Verfilmung. Alles ist plakativ, simpel gestrickt und eine Nachfrage zum Thema Logik und Vernunft erübrigt sich! Dass der Film wirklich unterhaltsam ist, liegt eindeutig an Nicolas Cage, der mit seiner Art nicht nur alles aus dieser phantastischen Geschichte holt, was zu holen ist, sondern auch das Beste daraus macht. Auch andere Nebenrollen, wie die des alten Ghost Rider (Sam Elliott), oder den dicklichen Freund des Helden, sind gut besetzt. Merklich schwächer sind die Parts von Peter Fonda ("Born to be Wild", der den Preis für die unbeweglichste Mimik des Films erhielt) oder Eva Mendes ("Out of time"), die offenbar nur wegen ihren prallen Oberweite und ihren vollen Lippen (oder waren es ihre volle Oberweite und ihre prallen Lippen) engagiert wurde.
Wie gesagt: Marvel-Verfilmungen (und seien sie auch von Angh Lee gedreht) sind gut für die Special Effects. Und die gibt es auch in Ghost Rider reichlich. Dabei fallen neben den scharfen Bildern, die schicken Designs und die flammenden Effekte auf, die sich anscheinendn ohne Mühe durch die Tricktechniker in die real Film-Welt integrieren lassen. Ebenso beeindruckend ist der Surroundsound, der jede Anlage in der Frequenz des Flammen-Choppers vibrieren lässt.
Die dieser DVD-Edition beigelegten Audiokommentare sind zum Teil überraschend ehrlich (Kevin Mack debattiert mit Regisseur Johnson über die nicht unbedingt große Qualität des Genre-Films) und erwartungsgemäß beschönigend (Produzent Gary Foster kann wohl auch nicht anders).
Fazit
Ich fand die DVD toll! Aber ich hatte auch als Comicfan und Kenner der Serie den Zugang dazu. Andere, eventuell Comic-Uneingeweihte können mit Ghost-Rider (oder gar "X-Men" oder "Spider-Man") so gar nichts anfangen. Doch auch bei diesen potentiellen DVD-Käufer-Gruppen liegt in Ghost Rider, dank Cages Schauspielkunst, ein gewisses Unterhaltungspotential das man sich dann doch nicht entgehen lassen sollte. (mg)