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Thriller
Lonely Hearts Killers
geschrieben von klaus_h am 20. Nov 2007
Tod der einsamen Herzen
Die besten Geschichten schreibt das Leben. Leider auch diejenigen Geschichten, die man wegen ihrer unvorstellbaren Grausamkeit und Unmenschlichkeit lieber nicht kennenlernen würde. Doch Regisseur und Drehbuchautor Todd Robinson ("White Squall") hatte einen persönlichen Bezug zu der Story. Der Cop Elmer Robinson (John Travolta: "Grease", "Born to be wild"), der im Zusammenspiel mit seinem Partner Charles Hildebrandt (James Gandolfini: "The Sopranos") in den späten 1940er Jahren das wohl gefährlichste Gaunerpärchen seit "Bonnie & Clyde" verhaften konnte, war sein Großvater.
Lonely Hearts Killers
USA - 2006
Veröffentlichung: 13.09.07
Regie: Todd Robinson
Darsteller: John Travolta, James Gandolfini, Jared Leto, Salma Hayek, Scott Caan, Alice Krige, Laura Dern u.a.
"Nochmal"-Faktor: hoch
Unsere Wertung: 97%
FSK: 16
Laufzeit:103 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1 DTS/ Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 2,35:1
Untertitel: Deutsch
Extras:
• Making of
• Bildergalerie
• Bio- und Filmografien
• 5-Seitiges, enggedrucktes Booklet
• Originaltrailer
Und zu allererst muss man sich von den romantischen Vorstellungen des "Bonnie & Clyde"-Mythos verabschieden: der schmierig-charmante Heiratsschwindler Ray Fernandez (Jared Leto: "Alexander", "Last of the High Kings") und der Latinateufel Martha Beck (Salma Hayek: "Ask the Dust") haben sich darauf spezialisiert einsame Kriegswitwen auszunehmen. Doch immer dann, wenn Ray sich zu sehr von den jeweiligen Frauen vereinahmen lässt, bringt Martha, die zuvor stets die liebe Schwester Rays mimte, diese allein oder im Zusammenspiel mit Ray um. Doch zurück zum Anfang:
Die Geschichte wird grundlegend aus der Perspektive der Cops erzählt. Elmer Robinson, einst ein erfolgreicher Mordermittler in der Provinz des Bundesstaats New York, hat sich nach dem unerklärlichen Selbstmord seiner Ehefrau in sein Schneckenhaus zurückgezogen. Am liebsten arbeitet er nur noch vom Schreibtisch aus und erledigt allenfalls Bagatellfälle.
Eines Abends wird er zu dem merkwürdigen Selbstmord einer 26-jährigen Frau gerufen, die sich in der Badewanne die Pulsadern aufgeschnitten hat. In ihrem Abschiedsbrief gibt sie an, dass sie es getan habe, weil den Mann, den sie liebe, Ray, beim Sex mit seiner Schwester (!) erwischt habe! Obwohl es unter diesen Umständen noch kein Mordfall ist, greift Robinson diesen Fall wie einen Strohhalm auf, da er ihn offensichtlich persönlich nimmt. Sein Chef und seiner Kollegen (u.a. Scott Caan: "Friends with Money") unterstützen ihn zunächst nur zögerlich, aber immerhin nimmt er nun wieder an aktiven Ermittlungen teil.
Bald zeigen sich bei diesen und anderen Fällen immer das gleiche Verhaltensmuster, da nach dem Tod oder "Verschwinden" der Opfer stets deren Konten leergeräumt wurden. Erst mit dem Mord an der älteren Janet Fay (Alice Krige: "Deadwood", "Star Trek: Der erste Kontakt") haben die Ermittler erstmals Hinweise auf einen Mord. Aber lediglich mit Blutspuren unter dem Fußboden und ohne Leiche tappen sie erneut im Dunkeln. Doch bei der attraktiven Witwe Delphine und ihrer Tochter werden die Lonely Hearts Killers gleich mehrere Fehler begehen...
Angesichts der famosen Besetzung kam ich an dieser DVD nicht vorbei. Jeder der Schauspieler liefert eine bestechend gute Leistung ab, wobei mir der lange Zeit unterschätzte Jared Leto (mit Stirnglatze und Toupet) im Zusammenspiel mit der Femme fatal Salma Hayek noch am besten gefallen hat. Die Art und Weise, wie sich beide in ihrer perversen Abhängigkeitsbeziehung mit ständigen Streits wegen ihres Besitzanspruchs immer wieder so hochschaukeln, bis wieder eine Unschuldige sterben muss, ist überzeugend in Szene gesetzt worden.
Die Ausstattung passt in jene Zeit, die Inszenierung ist stilsicher und die Kamerarbeit (Peter Levy: "Operation - Broken Arrow") ästhetisch ansprechend. Bild und Ton entsprechen der Klasse des Films, den ich unverständlicherweise im Kino nicht wahrgenommen habe. Allerdings ist der sich aufbauende Suspense-Effekt wie auch die letztlich zu erwartende Brutalität bis hin zur Hinrichtung beider Täter nichts für schwache Nerven. Wenn am Ende der weise gewordene Cop Robinson sich angesichts so viel Unmenschlichkeit von der Polizei verabschiedet und endlich seiner neuen Liebe Rene (Laura Dern: "Jurassic Park", "Tenderness") zuwendet, dann kann man ihn nur zu gut verstehen.
Dass die Täter im wirklichen Leben weitaus weniger sexy und charismatisch waren, wird lobenswerter Weise im Making of und im Booklet erwähnt. Ein faszinierendes Psychoduell - zwischen den Tätern als auch hin zur Polizei. Empfehlenswert.
(kh)
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