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Drama
Der Fluch der Goldenen Blume
geschrieben von maqz am 24. Nov 2007
Chinesisches Farbendrama mit viel Dekolleté
In seinem neuesten Wuxia-Farbspektakel zieht Regisseur Zhang Yimou ("Hero", "House of Flying Daggers") wieder alle pompösen Register. Die Kostüme sind opulent-prächtig, die Massenkampf-Szenen sind über-mächtig, die Geschichte shakespearisch-dramatisch und die Ausschnitte der Darstellerinnen sind ausnahmslos prächtig-mächtig-dramatisch offenherzig. Beim "Fluch der Goldenen Blume" bleibt dem geneigten Zuschauer in vielerlei Hinsicht der Mund offen stehen.
Der Fluch der Goldenen Blume Volksrepublik China 2006
Veröffentlichung: 26.11.2007
Regie: Zhang Yimou
mit: Chow Yun Fat, Gong Li, Jay Chou, Liu Ye, Jin Chen u.a.
Extras: Kinotrailer, Making Of, Featurette: Die Kaiserin, Featurette: Der Kaiser, B-Roll, Fotogalerie, Original-Kino-Presseheft (DVD-Rom-Teil), Teaser, TV-Spots, Trailershow
Bevor ich näher auf das Dekolleté der Hauptdarstellerin ...äh... die Spielfilmhandlung eingehe, möchte ich nur kurz darauf verweisen, dass Regisseur Zhang Yimou dereinst ein im Westen viel gelobter und im eigenen Land verbotene Filmemacher war. Derzeit erscheint sein Werk weniger regimekritisch und mehr systemfreundlich. So produziert er nun nach dem eleganten Film "Hero" und dem hochdramatischen "House of Flying Dagger" eine Mischung aus beiden Filmen, die aber nicht dieselbe Wirkung erzielen kann.
So erzählt "Der Fluch der Goldenen Blume" (dem derzeit teuersten chinesischen Film) die Geschichte der Kaiserfamilie Ping. Vater Ping hat drei mehr oder weniger erwachsene Söhne (die Prinzen Jai, Wan, Yu) und eine schöne Ehefrau mit Namen Phoenix. Die Kaiserin ist kurz vor dem Chrysanthemenfest etwas indisponiert und bekommt deswegen regelmäßig einen "Gesundheits-Tee" (vom Kaiser) verordnet. Der beinhaltet jedoch Gift, das die Kaiserin langsam in den Wahnsinn treiben soll. Ping hat nämlich spitz gekriegt, dass seine Frau etwas mit seinem Sohn (aus erster Ehe) hat. Doch die möchte so nicht enden und schmiedet mit dem feschen und kriegerischen eigenen Sohn einen Plan zum Putsch gegen den giftigen Ehemann. Doch wie es die Zufälle und Drehbuchschreiber (Zhang Yimou und Yu Cao) so wollen, ist die erste Tee-Einschänkerin und Tochter des kaiserlicher Hofarzt Jiang (der übrigens der zweite Ehemann von Pings erster Ehefrau ist) gleichzeitig die Geliebte des prinzlichen Exgeliebten der Kaiserin.
So begeben sich Teeeinschenkerin und Ödipus-Prinz unwissentlich in ein höchst inzestuöses Verhältnis, das in den aufkommenden Zeiten der Rebellion gegen Kaiser Ping keine gesunde Grundlage auf eine Fortsetzung hat. Alles läuft also auf einen höchst überdimensionierten Familienstreit hinaus, der diverse tausend Gardesoldaten miteinbezieht...
Wie gesagt versucht der Regisseur alle gewohnten Elemente seiner vorangegangenen Filme in diesen Streifen mit einzubeziehen. Dabei werden die rund 45 Mio meist in die Kostüme, in die Menschenmassen und natürlich die bekannten Leinwandstars Chow Yun-Fat und Gong Li investiert. Und obwohl alles so schön bunt und bombastisch ist, bleiben die dramatischen Familienverwicklungen eher schmückendes Beiwerk. Der Film lebt auch nicht von dem Spiel seiner Stars, sondern letztendlich wirklich allein von seiner Fassade. Auch mit Kung-Fu Kunststückchen an unsichtbaren Drahtseilen, Menschen-Meeren in Silber, die an güldenen Schildklippen branden, um daran zu brechen und geheimnisvollen Bumerang-Sensenschwingende chinesische Meuchel-Ninjas kann der fast Zweistunden-Film nicht gänzlich getragen werden.
Aber das Gejammer pseudo-anspruchsvoller Cineasten verblasst angesichts des doch enormen Unterhaltungswertes von "Der Fluch der goldenen Blume". Es ist zwar nicht immer alles stimmig, aber die Chinesinnen mit ihren hoch gebundenen Bustiers, die mehr aus einen Film vom französischen Hof Ludwig XIV. entsprungen sein müssten als aus einem chinesischen Historienschinken, sind schon einen Blick wert. Auch die wuchtige Action, die intriganten und blutigen Wendungen der Wuxia-Story und das schön halb verrückte Gestikulieren Gong Lis an ihrem viel zu zubbeligen Gold-Schmuck, haben fast schon satirische, aber immer wieder sehenswerte Momente. Ich persönlich muss zugeben, dass ich mich bei der dramatischen Schlacht im Kaiserpalast wieder und wieder und wieder beeindruckt fragte, wo (und wie) diese abertausende Soldaten in den unpraktischen Prunk-Rüstung wohl in den Drehpausen aufs Klo gegangen sind.
So prächtig wie die Ausstattung ist übrigens auch die DVD-Edition des Films. Da kann man nicht meckern. Deutsch und Mandarin: Dolby Digital 5.1 sind befriedigend für jeden "normalen" Tonanlagenbesitzer. Auch Bildschärfe und Farben präsentieren sich angenehm prächtig. Und was die Extras angeht, finden sich neben den üblichen, recht langen (und nicht uninteressanten) Making of und Featurettes auch eine bemerkenswerte B-Roll über die Deharbeiten u.a. mit den riesigen Menschenmassen. Sicherlich etwas schade ist die Tatsache, dass alle Bonusmaterialien nur mit deutschen Untertiteln vorliegen. Auch ein fehlender Audiokommentar stimmt mich etwas wehmütig.
Insgesamt möchte ich trotz diverser Makel dem Film ein positves Gesmaturteil verpassen. Letztendlich, weil ich gut gestaunt habe über die Gesamtlänge des Films, Ausstattung, Kampfeskunst und Geschichte!
Fazit
Ausgezeichnete Unterhaltung aus dem Reich der Mitte mit nicht all zuviel Tiefgang, aber ein Hochgenuss für die Augen. Prachtvoll, sehenswert, kaufenswert! (mg)
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Mitglied seit: Aug 21, 2004
Artikel: 1372
Location:Solingen
Geschrieben am:28. Nov 2007 - 10:47
Nachdem ich mir gestern endlich einmal Zhang Yimous "House of the Flying Daggers" angeschaut habe, muss ich Markus doch darauf hinweisen, dass er auch in diesem Film schon zumindest im "Pavillon der Pfirsichblüten" mehr Augenmerk auf das Dekolleté seiner Darstellerinnen lenkte
_________________ God bless the Internet.(American Pie)
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Mitglied seit: Aug 21, 2004
Artikel: 1372
Location:Solingen
Geschrieben am:29. Nov 2007 - 20:38
Sind dir eigentlich auch die immer wiederkehrenden Gefühlsverquickungen bei Zhang Yimou aufgefallen? Stets ringen zwei Männer um die Liebe einer Frau und am Ende ist der Held bzw. die Heldin tot. Und wenn die Darstellerin auch noch Zhang Ziyi heißt, ist sie zum Ende des Films garantiert nicht mehr unter den Lebenden. EROS und THANATOS
_________________ God bless the Internet.(American Pie)
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Mitglied seit: Sep 23, 2003
Artikel: 246
Location:München
Geschrieben am:30. Nov 2007 - 11:07
Nun ja, beim Fluch der Goldenen Blume sterben am Ende ziemlich viele Darsteller den Filmtot. Doch hier versucht der Regisseur auch bei den Gefühlsverquickungen (geiles Wort!) eindeutig zuviel des Guten und schafft damit zu wenig!