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Action
Spider-Man 2.1
geschrieben von stephan am 05. Dez 2007
Spinne mit Mehrwert
Noch bevor der Erfolg des ersten "Spider-Man"-Films feststand, hatte man mit den Planungen für den zweiten begonnen. Und als der dritte vor der Tür stand, wurde dieser zweite Teil um gut acht Minuten verlängert und als Version 2.1 veröffentlicht, ähnlich wie es man zuvor bei "X-Men 1.5" gemacht hatte. Diese zusätzlichen Szenen machen diese Version nicht unbedingt besser, aber ein paar schöne sind dabei, so zum Beispiel Zeitungsmann Jonah Jameson, der in Spideys Kostüm durch sein Büro hampelt.
Spider-Man 2.1
USA 2004
Veröffentlichung: 03.04.07
Regie: Sam Raimi
mit: Tobey Maguire, Kirsten Dunst, James Franco, Alfred Molina u.a.
"Nochmal"-Faktor: hat was - kann man auch öfter sehen
Unsere Wertung: 80%
FSK: ab 12
Laufzeit: ca. 130 Min.
Sprachen und Tonformate: deutsch, englisch, französisch
Audiokommentar mit Laura Ziskin (Produzentin) und Alvin Sargent (Drehbuch)
Spinnen-Sinn 2.1
Making of (13 Min.)
"Aus großer Anstrengung folgt große Anerkennung" (8 Min.)
Die Schurken in Spider-Man (13 Min.)
Visuelle Effekte (33 Min.)
Sneak-Peak "Spider-Man 3"
Musikaufnahmen (aus 2 Blickwinkeln - 5 Min.)
Trailer
Zu Beginn des Films hadert Peter Parker, der im ersten Teil durch einen Spinnenbiss Spinnenkräfte erhielt, mit seinem Schicksal. Er ist pleite, seine Freundin Mary Jane hat einen anderen und die Arbeit als Spider-Man wird von vielen nicht gewürdigt. Also schmeisst er irgendwann sein Kostüm in die Tonne und versucht, wenigstens den Rest seines Lebens auf die Reihe zu bekommen.
Natürlich lässt eine große Bedrohung für die Stadt nicht lange auf sich warten: Dr. Otto Octavius (Alfred Molina: "Species"), der eigentlich nur das Energieproblem lösen möchte, wird bei einem Laborunfall mit vier Tentakeln aus seinem Experiment untrennbar verbunden. Diese Tentakel führen ein gewisses Eigenleben und dass der Doktor, der später den Namen Doc Ock erhält, bei dem Unfall auch seine Frau verlor, macht seine Situation nicht besser. Wie so oft in Comics aus dem Hause Marvel wird so plötzlich aus einem genialen Wissenschaftler ein gefährlicher Krimineller.
Also muss Peter sich zusammenreisssen, seine Krise überwinden (bei der er zwischenzeitlich die Kontrolle über seine Kräfte verliert), sich sein Kostüm zurückholen und die Jagd auf den vielarmigen Bösen beginnen. Doch natürlich dauert es eine Weile, bis Spidey dem Doktor das Handwerk legen kann, und dies nicht nur, weil sein alter Freund Harry Osborne (Sohn des Green Goblin aus dem ersten Teil) seinem Hass auf Spider-Man, den vermeintlichen Mörder seines Vaters, freien Lauf lässt.
Die größte Stärke dieses Films (und auch des ersten) ist Tobey Maguire ("The Good German"). Er passt zu der Figur Peter Parker/Spider-Man wie die Faust auf das sprichwörtliche Auge. Man nimmt ihm all die Leiden und Freuden, die er durchlebt, wirklich ab und wünscht ihm in jedem Moment, dass alles gut ausgeht. Und natürlich drückt man ihm die Daumen, dass er endlich mit seiner geliebten Mary Jane (Kirsten Dunst: "Marie Antoinette"; ist hier aber auch wirklich sehr hinreißend) zusammen kommt.
Die zweite Stärke sind die hervorragenden Effekte, für die es auch einen Oscar gegeben hat. Man weiß zwar, dass es eigentlich schwachsinnig ist, dass sich einer an Spinnenfäden durch New York schwingt, aber wenn es denn ginge, würde es genauso aussehen wie im Film. Auch die Art, wie sich Doc Ock mit seinen vier Tentakeln durch die Stadt bewegt, ist extrem gut gelungen. Sehr beeindruckend und - in diesem Zusammenhang - sehr realistisch. Hut ab vor der Leistung. Aber wie man liest, ging auch ein extrem großer Teil des Budgets in die Produktion der Effekte.
Ebenfalls wieder gut geworden ist die gesamte Geschichte: wie schon im ersten Teil agieren die Figuren glaubwürdig und man nimmt ihnen ihre Beweggründe ab. Das ist übrigens nicht nur eine Stärke des Films, sondern auch der Comics - manche mögen es nicht glauben, aber auch in den oft belächelten Heftchen findet man viele sehr gute Geschichten.
Wie schon oben erwähnt, sind die zusätzlichen Szenen eine nette Ergänzung, aber auch mehr nicht. Ganz nett ist Spinnensinn 2.1, bei dem während des Films hier und da originelle Details zu den Szenen eingeblendet werden. Ein Grund, gerade diese Version zu kaufen und nicht die zuerst veröffentlichte "normale", sind die Extras nicht. Die meisten sind ganz ok, gehen inhaltlich aber selten in die Tiefe und sollten für eine Kaufentscheidung nicht relevant sein. Besonders weil der Kommentar ziemlich schlecht ist. Man hatte den Eindruck, dass man einfach denjenigen genommen hat, der gerade Zeit hatte, ob Lust dafür vorhanden war oder nicht, war egal. Produzentin Laura Ziskin und Drehbuchautor Alvin Sargent hangeln sich so müde durch den Film und erzählen dabei nur sehr wenige interessante Details.
Aber man muss sich solche Tonspuren natürlich nicht anhören und kann einfach nur den so Film genießen - und das ist hier wirklich nicht schwierig. (svl)