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Action
Shadowless Sword
geschrieben von klaus_h am 06. Dez 2007
Der Prinz und die Kriegerin
Dass inzwischen einige der innovativsten Eastern-Produktionen aus Korea kommen, haben bereits "The Legend of the Evil Lake" und "Musa - Der Krieger" gezeigt. Sind diese beiden Filme eher Vertreter der hardboiled bzw. realistischen Schule, huldigt die vorliegende Geschichte über den Weg eines widerspenstigen Prinzen an der Seite einer schönen wie begabten Schwertkämpferin zum Volkshelden sowohl vom Inhalt als auch von der Darstellung der Kämpfe dem klassischen Eastern. Allerdings mit einigen bezeichnenden Abänderungen!
Shadowless Sword
Südkorea - 2006
Veröffentlichung: 31.08.07
Regie: Kim Young Yun
Darsteller: Lee Sei-jin, Yoon Say, Shin Hyun-joon, Lee Ki Young u.a.
"Nochmal"-Faktor: hoch
Unsere Wertung: 92%
FSK: 16
Laufzeit: 112 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Koreanisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 1,78:1
Untertitel: Deutsch
Extras: Fehlanzeige
Fliegende Kämpfer, die über Hausdächer steppen und durch Waldwipfel gleiten - haben wir auch hier! Aber gibt es bei "Hero", "House of Flying Daggers" oder "Das unbesiegbare Schwert" Unterwasserkämpfe, in der die Heldin tödliche Strudel auslösen kann? Nein! Klingt zwar etwas seltsam, aber ist doch recht ansprechend umgesetzt worden. Außerdem bedient sich der Film aller möglichen Anleihen bei anderen Genres, um sich darüber lustig zu machen.
So ist z.B. der König der Diebe mit seinem tuntigen Gehabe, den Rastalocken und den Mascara-Lidschatten eine getreue Jack-Sparrow-Parodie und einige der Bösewichte scheinen dem letzten Mortal Kombat-PS-Contest entsprungen zu sein. Also gilt es nicht immer nach Sinn und Unsinn der Geschichte zu fragen, da im doppelten Sinne der Weg das Ziel ist. Also zurück zur eigentlichen Geschichte:
Im alten Korea (Balhae) ist um 927 einiges ins Wanken geraten. Bedroht von einem ausländischen, übermächtigen Aggressor (Georan), der mit Hilfe seiner Schwertklingen-Todesarmee alle Verteidigungszonen überrannt hat, setzt der koreanische Generalstab alles auf eine letzte Karte. Denn der abtrünnige General Gunhwapyoung (Shin Hyun-joon: schön dämonisch) hat aus Rache für die Tötung des eigenen Vaters systematisch das koreanische Königshaus umbringen lassen. Lediglich ein einzelner missratener Prinz, den man vor Jahren ins Exil schickte, könnte nun die letzte Trumpfkarte sein.
Also schickt man (warum nur sie allein?!) die beste Schwertkämpferin So-ha (Yoon Say: schön zum anbeissen) aus, damit sie den unwilligen Prinzen Jung-Hyun (Lee Seo-jin: schön faul), der nun lieber auf Lotterbube und Hehler macht, zu seinen Truppen führt. Dazwischen gibt es selbstverständlich jede Menge Kämpfe mit bösen Mönchen, etlichen Räubern, Ninjas und der Elitetruppe Gunhwapyoungs zu bestehen. Und der Zuschauer merkt schnell, das der störrische Prinz mehr auf dem Kasten und natürlich auch etwas für die schöne So-ha übrig hat...
Hm, dass nun auch Eastern bei ihrer Story irgendwo zwischen "African Queen" und "Fluch der Karibik" plündern gehen, mag zwar merkwürdig erscheinen, aber ich empfand den Film einfach rundweg unterhaltsam. Schön poetische Bilder wie die Explosion des Gartenteichs in einer riesigen Fontäne, als Gunhwapyoung einfach mal aus Wut sein Schwert zieht, entziehen sich westlicher Logik, aber haben mir als Metapher des Eastern immer gefallen. Alle Kämpfe sind gut choreographiert und auch gut im Edit umgesetzt worden. Ein echter Hingucker ist dabei die hübsche So-ha, die mir mehrfach ein "Aha" entlockte!
Als Gegenpart hat man ihr die ebenso attraktive Killerin Mae (Lee Ki Young) gegenübergestellt, die in echter "Miststück"-Tradition mit allen miesen Tricks dieser Welt und vergifteten Wurfdolchen um sich wirft. Trotz mehrfacher Niederlagen gibt Mae nicht auf, liebt sie doch heimlich ihren direkten Befehlshaber Gunhwapyoung abgöttisch. Als sie von dem Oberbefehlshaber der Truppen Georans missbraucht wird, gibt Gunhwapyoung seine Unterwürfigkeit völlig auf, tötet den General und sieht nur noch seinen persönlichen Rachefeldzug.
Auch wenn ein paar der Superkräfte, die schließlich Gunhwapyoung und Jung-Hyun im finalen Showdown ins Feld führen, in ihren Auswirkungen drastisch-überzogen wirken, hat mir der Film ziemlich Spaß gemacht. So ist die sehr ästhetische Umsetzung aller Kampfszenen ja heute im Eastern ohnehin ein Muss, aber mit der künstlerisch verfremdeten Comic-Sequenz des letzten Duells hat man auch meine Augen überraschen können.
Spannende und kurzweilige Unterhaltung muss man nämlich erst einmal zustande bringen. Und dies gelingt den kleinen Tigern aus Korea immer häufiger, wenn auch ein latenter nationalistischer Tenor ("Abwehr nach außen", "Geeinigtes Vaterland") ihnen aus nachvollziehbaren Gründen stets eigen ist. Aufgrund der überzeugenden Umsetzung für Fans von Action, Fantasy und Eastern ernsthaft zu erwägen. (kh)
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