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Kinderfilm
Höher als der Himmel
geschrieben von klaus_h am 08. Dez 2007
Rebellion, Freundschaft und Liebe
Skandinavische Kinder- und Jugendfilme hatten seit den Zeiten der Astrid-Lindgren-Verfilmungen immer etwas Besonderes. Also bringt der Vertrieb Lighthouse in seiner Reihe "Northern Lights" nicht umsonst eine Reihe von Jugendfilmen in einer Retrospektivreihe heraus. In diesem Film um die 12-jährige Mari, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine echte Freundin und dabei ausgerechnet an eine alte, schrullige Einzelgängerin gerät, könnte man glatt eine Verwandschaft zu "Harold & Maude" erkennen. Aber ist dies auch wirklich so?
Höher als der Himmel
Norwegen - 1993
Veröffentlichung: 23.10.07
Regie: Berit Nesheim
Darsteller: Inger Lise Winjevoll, Harrit Andersson, Arne Willi Granli Johnsen, Birgitte Victoria Svendsenu.a.
"Nochmal"-Faktor: niedrig, wirkt verstaubt und aufgesetzt
Unsere Wertung: 43%
FSK: frei
Laufzeit: 90 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 4:3
Untertitel: Fehlanzeige
Extras: Fehlanzeige
Denn auch wenn die Darstellerin der Mari (Inger Lise Winjevoll sieht ein wenig so aus wie ich mir Hillary Swank in dem Alter vorstelle) ihre Rolle für ihr Alter sehr energisch spielt, krankt es letztlich am schwachen Skript, in dem das Papier stets raschelt, unglaubwürdige Dialoge und Situationen am laufenden Band produziert und dabei ein merkwürdig schräges Bild von Norwegen zeichnet, das ich so nicht kenne.
Wie glaubhaft ist die Abschlussaufführung einer Schulklasse, die sich bei genauerem Hingucken als schlecht dekorierte Turnhalle entpuppt, bei der der dandyhaft herausgeputzte Schmalzbruder Maris ihr mit dagebrachtem allgemeinen(?!) Beifall eine Ode darbringt. Dass folglich von Mari ihm auf dem Kopf bei einem vorgetäuschten Zaubertrick zerdrückte Ei hätte eigentlich dem Drehbuchautor Klaus Hagerup für solch gequältem Quark gebührt.
Aber Hagerup setzt noch eins drauf', wenn er nach eigentlich ganz lustig-verbissenem Wettlauf Mari der unangepassten Miss Kjaer (Harriet Andersson: "Dogville") das zuvor überhaupt nicht schmelzende Eis (auch ein umgekehrter Kontinuitätsfehler) aus Zuneigung ins Gesicht patschen lässt. Und Frau Kjaer findet das auch noch komisch. Ich leider nur aufgesetzt. Dass sich beide unangepasste Einzelgänger anfreunden, ist in diesem Film dann nur noch zwangsläufig. Ebenso wie Mari die alte Liebe zwischen Kjaer und Aleksander (ja, da staunst du Aleks, in Norge schreibt man das ebenso, kh) kitten lässt wie ebenfalls im Fischerjungen Henrik einen Freund findet...
Bei so viel Klischees und Unglaubwürdigkeiten kann man glatt zum Drehbuchautorhasser werden. Besonders weh tut es, wenn man sieht, dass dabei eigentlich talentierte Jungdarsteller wie Marionetten vorgeführt werden. Noch mehr ärgert der Umstand, dass auch in dieser Edition der O-Ton fehlt und die deutsche Synchronisation stets von eine Miss "Scheer" spricht. Da schaue ich mir lieber zum Thema Rebellion, Freundschaft und Liebe zum 86. Mal "Ronja Räubertochter" an, der das Prädikat "wertvoll" auf jeden Fall verdient. Darüber hinaus ist die aufwändig konstruierte Plastikbox der DVD extrem anfällig gegenüber Kratzern und sonstigen Schäden. (kh)
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