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Action
 Death Proof - Todsicher
geschrieben von AngrySmiley am 09. Jan 2008

PS-geile Racheengel

CoverMit ihrem ambitionierten Grindhouse-Projekt wollten die beiden Kult Regisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez die Exploitation Filme der 70er Jahre wiederbeleben. Brutal sollten sie sein, blutig und natürlich unterhaltsam. Dass ein Quentin Tarantino aber keinen stupiden B-Movie drehen würde, sondern dem Ganzen seinen ganz persönlichen Stil aufdrücken würde, dürfte ja wohl jedem klar sein. Mit "Death Proof – Todsicher" wird nun Tarantinos Beitrag zum Grindhouse Projekt auf DVD veröffentlicht, ein Film über einen durchgeknallten Stuntman und sein Auto. Also, Gurt angelegt und rein ins Vergnügen.

Death Proof
USA 2007
Veröffentlichung: 07.01.2008
Regie: Quentin Tarantino
mit: Kurt Russell, Rosario Dawson, Zoë Bell u.A.
"Nochmal"-Faktor: mittel
Unsere Wertung: 75% (schwacher Anfang, starkes Ende)
FSK: ab 16
Laufzeit: ca 107 Minuten
Sprachen und Tonformate: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch), DTS (Deutsch)
Bildformat: Widescreen (2.35:1 - anamorph)
Untertitel: Deutsch
Extras: Musikkapitel
Soundtrack (Auswahl)
Trailer
Ein paar junge Frauen feiern ausgelassen und ziehen dabei von Bar zu Bar. In einer der Kneipen lernen sie den mysteriösen Stuntman Mike kennen. Und Mike hat ein Geheimnis...er ist ein Serienkiller der besonderen Art. Sein Auto hat er so modifiziert, dass ihm bei Unfällen nichts passiert, sein Beifahrer allerdings übersteht das Ganze nicht unbeschadet. Unsere Schluckspechte erfahren dies natürlich gleich am eigenen Leib und überleben die Nacht nicht. Ein paar Monate später sucht sich Stuntman Mike wieder ein paar Opfer aus, und tut erstmal sein Bestes um den Mädels das Fürchten zu lehren. Blöd nur, dass diese Damen sich nicht so leicht fertig machen lassen, sondern es dem Serienkiller zurückzahlen wollen.

Beispiel Wenn Quentin Tarantino einen Film dreht frohlockt der gemeine Filmfan erstmal. Wenn er dann auch noch ein beliebtes Genre reanimieren will, und dabei auch noch Unterstützung von Robert Rodriguez bekommt, ist das natürlich wie ein feuchter Traum für viele Genreliebhaber. In den USA floppte das Unternehmen Grindhouse leider, und so wurden wir Filmfans aus der alten Welt mit zwei separaten Filmen beglückt, die im Abstand von einem Monat in die hiesigen Kinos kamen. Dafür dauerten die Filme hierzulande länger als in den Vereinigten Staaten, wo sie ja direkt hintereinander gespielt wurden. Auf DVD dürfen wir natürlich auch die längere Version genießen und uns über knapp zwei Stunden Tarantino-Action freuen.

Es dauert aber leider ein bisschen bis "Death Proof" so richtig in Fahrt kommt. Zwar hat der Film alles, was ein Tarantino braucht, coole Typen, coole Sprüche und coole Action, aber die erste Hälfte des Filmes bleibt leider hinter den Erwartungen. Auch wenn es einfach ein Markenzeichen Tarantinos ist, dass viel gequatscht wird, so belangloses Zeug hat der werte Herr seinen Schauspielern noch nie in den Mund gelegt. Speziell Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier) ging mir tierisch auf die Nerven. Einige der Dialoge in der ersten Hälfte des Filmes wirkten einfach zu cool und dadurch aufgesetzt. Wenn Vincent Vega mit Jules über die Unterschiede von US- und europäischen Burgerläden redet, wirkt es um ein vielfaches Glaubwürdiger, als wenn Jungle Julia dreimal wiederholt was für eine Sorte Typ ihre Freundin anmachen soll.

Beispiel Aber Gott sei Dank gibt es ja die zweite Hälfte des Filmes. Wieder haben wir da ein paar junge Frauen vor uns, die den ersten Opfern von Stuntman Mike doch sehr ähneln. Auch diese Mädels quatschen wieder recht viel, aber diesmal ist es wenigstens interessantes Zeug und bringt einem die Figuren näher. Wenn sich Stuntfrau Zoë mit ihrer Freundin Kim darüber unterhält welches die besten Autoverfolgungsjagden waren, weiß man gleich, dass diese Beiden es Stuntman Mike nicht so einfach machen werden. Wenn dann das letzte Drittel des Filmes beginnt, und sich unser Killer mit den autofanatischen Girls bekämpft geht so richtig die Post ab. Die Verfolgungsjagd, mit der auf der Motorhaube liegenden Zoë, ist wirklich grandios in Szene gesetzt und bietet Adrenalin pur. Sobald der Jäger dann plötzlich zum Gejagten wird, gibt Tarantino noch mal so richtig Vollgas und entschädigt damit für die etwas lahme erste Hälfte.

Wie es sich für einen wahren Tarantino gehört, wird auch hier wieder ein bekanntes Gesicht aus der Vergangenheit in einer ikonischen Rolle besetzt. Kurt Russell, der Mann der Snake Plisskin war, darf hier als Stuntman Mike endlich mal wieder die Sau rauslassen. Aber auch unsere Racheengel geben anständig Gas. Rosario Dawson ("Rent"), Zoë Bell ("Kill Bill") oder Rose McGowan ("Charmed") haben sichtlich Spass an ihrer Arbeit und übertragen das auch auf den Zuschauer. Ein paar coole Cameos bietet Death Proof übrigens auch noch. Tarantino Protegé Eli Roth ("Hostel") hat seinen Auftritt als Freund eines der ersten Opfer und auch der Meister selbst hat auch wieder einen kleinen Auftritt, diesmal als Barkeeper.

Beispiel Death Proof ist sicher nicht der beste Film, den Regie-Wunderknabe Quentin Tarantino gedreht hat. Die erste Hälfte zieht sich ein wenig und langweilt stellenweise. Vielleicht wäre die ursprüngliche, in US-Amerikanische Kinos gezeigte, kürzere Fassung des Filmes besser gewesen. Die zweite Hälfte des Filmes erinnert dann zwar weniger an die bisherigen Tarantino Filme, macht aber unheimlich viel Spass. Einziger Wermutstropfen aller erhältlichen Editionen ist, dass nirgends die Fake Trailer von Rodriguez, Eli Roth, Rob Zombie und Edgar Wright zu finden sind. Auf die habe ich mich wirklich gefreut... so muss man sie sich eben weiter online ansehen.

Wissenswertes: Michael Parks verkörpert hier wieder die Rolle des Earl McGraw. In "From Dusk Till Dawn", "Kill Bill" und auch in Rodriguez' "Planet Terror", schlüpfte er bereits in dessen Haut.(sd)

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