Folge uns über twitter
RSS Feed: DVDmaniacs.de auf den Desktop oder auf eure Site
Thriller
Buddies - Leben auf der Überholspur
geschrieben von klaus_h am 19. Jan 2008
Kohle, Koks und Kumpanei
Der Traum vom schnellen Geld, unerschöpflichem Luxus, schnellen Autos und Sex mit schönen Frauen haben schon die Jugendfreunde Henrik (Jürgen Vogel: "Die Apothekerin", "12 Winter"), Jo und Phil geträumt. Nun sind sie erwachsen. Henrik und Jo spielen weiterhin extrem auf Risiko. Mit dubiosen Warentermingeschäften werden potente Anleger auf's Kreuz gelegt, während der Altkumpel als Staatsanwalt ihnen den Rücken freihält - der alten Freundschaft wegen. Doch sie bekommen den Hals nicht voll genug. Und der Krug geht bekanntlich so oft zum Wasser, bis er bricht...
Buddies - Leben auf der Überholspur
BRD - 1997
Veröffentlichung: 13.09.07
Regie: Roland Suso Richter
Darsteller: Jürgen Vogel, Gregor Törzs, Pierre Besson, Heino Ferch, Nele Mueller-Stöfen, Aglaia Szyszkowitz, Wolf-Dietrich Sprenger, Lisa Martinek u.a.
"Nochmal"-Faktor: interessant, aber kein Klassiker
Unsere Wertung: 55% (Abwertung wg. Bildqualität)
FSK: 16
Laufzeit: 98 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9, 1,78:1
Untertitel: Fehlanzeige
Extras:
O-Trailer
Dabei hat der zuvor ziemlich abgebrannte Henrik in der dubiosen WTG-Telefonmarketingfirma seines wiedergefundenen Altbuddies Jo Rimkeit (Gregor Törzs: "Maximum Velocity") ganz unten als "Brosche", d.h. jemand der vermeintliche Broschüren an die Neukunden anpreist, unter erbärmlichen Bedingungen angefangen. Aber ehrgeizig und hitzköpfig wie er ist, schaut er sich bald die Tricks des besten Aufreißers Weber (Heino Ferch: "Der Untergang", "Möwengelächter") ab. Bald hat er alle überflügelt - selbst Rimkeit.
Inzwischen wird der Druck auf den Staatsanwalt Phil (Pierre Besson: "Afrika, mon amour") immer stärker, der alle möglichen Hinweise als beweislos abschwächt und seine alten Freunde vor möglichen Razzien warnt. Henriks Freundin Dina (Nele Mueller-Stöfen: "Auf Achse", "Der stille Herr Genardy") wird das Ganze sowohl unheimlich als auch abstoßend. Sie verlässt ihn, als ihr klar wird, dass dieser sich längst mit Jo's abgelegter Freundin Patricia (Aglaia Szyszkowitz: "2 Männer, 2 Frauen - 4 Probleme!?") eingelassen hat. Gleich zwei Grundsteine für die Rivalität sind gelegt, als plötzlich doch die Polizei unangemeldet vor Rimkats Büro steht...
Eigentlich hat der Film alles, was man für einen rundum gelungenen Thriller benötigt. Eine pfiffige Story, viel Tempo bei der Inszenierung und einen wie immer grandios aufspielenden Jürgen Vogel. Warum das Ganze nicht rund läuft? Über dem Tempo verliert die Geschichte sowohl an Logik als auch an Stringenz. Regisseur Richter lässt seine Geschichte von enervierender Pseudo-Cool-Musik zukleistern, die so laut ist, das man jeweils den Anfang eines Dialogs nicht mehr verstehen kann.
Dabei wechseln sich regelrechte Kabinettstückchen (Telefonmarketing im Schnelldurchlauf), die der Realität die Krone aufsetzen, mit absolut plakativ, dramaturgisch unnötigen Kopulationsnümmerchen ab, in denen Vogel und die beiden Hauptdarstellerinnen erstaunlich viel Haut zu Markte tragen. Die Kameraführung ist zwar versiert, scheitert aber regelmäßig an den harten Hell-Dunkelkontrasten, was teilweise in einem sehr grobkörnigen und unscharfem Bild resultiert. (Die Bilder bei der Rezension haben wir retouchieren müssen - aks)
Die Stunts ("Kreuzung f!cken", "Landungsbrückenhangeln" etc.) machen einen guten Eindruck ohne direkt in "Alarm für Cobra 11"-Nähe zu geraten. Überhaupt zeigt sich Hamburg wie immer gut geeignet als Hintergrund für derartige Geschichten. Komisch nur, wenn dann niemand in dem Film richtig "snacken" kann. Und leider reihen sich - neben dem unbefriedigenden Ende, das letztlich nichts auflöst - so einige unlogische Momente aneinander.
Wer ein unbedingter Fan Jürgen Vogels ("Wo ist Fred?", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee") ist, sollte sich die DVD eventuell zulegen, aber auf jeden Fall einmal ausleihen. Für den Rest der Fans von temporeichen, nicht unbedingt logischen Sauerkraut-Thrillern reicht der Gang in die Videothek, denn derzeit wird hier in diesem Genre nicht unbedingt Hochkarätiges produziert. Hingegen hat Produzent Philip Voges mit dem bereit genannten "Wo ist Fred?" und "Türkisch für Anfänger" gezeigt, dass er zumindest im komischen Fach den richtigen Riecher hat. (kh)
Sofort bei amazon.de kaufen? Einfach nur auf den Link klicken!
Weitere interessante Artikel: ·Der Typ ·Der Mann im Strom Beitrag per E-Mail versenden druckerfreundliche Ansicht