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Science Fiction
 Heroes - Season 1.1
geschrieben von klaus_h am 31. Jan 2008

Wir sind Helden!

Umschlag-CoverEs hat schon lange keine Serie mehr gegeben, bei der ich bei jeder Episode schon nach der nächsten fieberte - zumal "Science Fiction"-Serien ohnehin ein schwieriges Feld sind. Aber "Heroes" faszinierte mich rasch aufgrund des hohen Tempos, seiner coolen Optik und der für eine Serie guten Tricks. Und dabei bringen es die Macher der Serie um Tim Kring ("Crossing Jordan") sogar fertig, dass man den Überblick nicht verliert und einem die einzelnen Figuren ans Herz wachsen...

Heroes - Staffel 1.1
USA 2006
Veröffentlichung: 31.01.08
Regie: Allan Arkush, Greg Beeman, John Badham, Paul Shapiro, Paul A. Edwards
Darsteller: Hayden Panettiere, Jack Coleman, Sendhil Ramamurthy, Masi Oka, James Kyson Lee, Milo Ventimiglia,Greg Grunberg, Ali Larter, Adrian Pasdar, Zachary Quinto, Leonard Roberts, Santiago Cabrera, Tawny Cypress, Richard Roundtree u.a.
"Nochmal"-Faktor: sehr hoch
Unsere Wertung: 100 %
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 516 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch & Englisch Dolby Digital 5.1 / Audiokommentare Englisch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9 (1,78:1)
Untertitel: Fehlanzeige
Extras:
  • Alternativer Pilotfilm mit Audiokommentar
  • "Deleted Scenes" zu allen Episoden zwischen 2 und 8 min je Episode (mit UT)
  • Audiokommentar zu #11
  • Was mir besonders gut gefiel: Es war keine Marvel-Adaption, obwohl Zitate aus dem Superhelden-Comic-Genre immer wieder auftauchen und selbst der große Stan Lee einen Cameoauftritt in der Serie als Busfahrer haben wird. Da es kein X-Men-Verschnitt ist, handeln die Figuren ohne das sonst oft übliche überzogene Pathos und wehren sich wie Peter Parker ("Spider Man") mehrheitlich gegen ihre Superkräfte, da sie in der Regel lieber "normale" Menschen sein würden. Diese Haltung zieht sich eindrucksvoll wie ein roter Faden durch die Serie, die stets die negativen Seiten (Neid, Argwohn, Aggressivität, Paranoia, Fremdenhass) herausstreicht.

    BeispielDoch kommen wir zur Story: In Odessa, Texas entdeckt die 16-jährige Cheerleaderin Clair Bennet (Hayden Panettiere: "Stripes", "Zurück im Sommer") eines Tages, dass sie unverwundbar ist. In L.A. kann der einfache Polizist Matt Parkman (Greg Grunberg: "Mission: Impossible III", "Dead Zone") plötzlich Gedanken lesen. Der aufstrebende Politiker Nathan Petrelli (Adrian Pasdar: "Near Dark") aus N.Y. vermag plötzlich derart schnell fliegen, dass Superman aussieht wie eine lahme Krücke. In Japan gelingt es einem unauffälligen Büroangestellten namens Hiro Nakamura (Masi Oka), sich durch Raum und Zeit zu teleportieren. Er ist übrigens der einzige, der seine "Heldenrolle" begeistert annimmt.

    Sie alle, und viele mehr auf der ganzen Welt, sind geheimnisvolle Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten, die unerkannt mitten unter uns leben. Doch der junge Professor Mohinder Suresh (Sendhil Ramamurthy) aus Madras, Indien, ist ihrem Geheimnis dank des Vermächtnises seines Vaters auf der Spur: Ihre Bestimmung ist es, die Welt vor einer unvorstellbaren Katastrophe zu bewahren: Einer Kernexplosion mitten in New York, die von einem der "neuen" Helden ausgelöst werden wird...

    BeispielDoch einer der "Helden" namens Sylar (Zachary Quinto: Star Trek 2008: Spock; "24") ist bereits gemeingefährlich. Er tötet andere Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten auf grausame Weise, um deren Kräfte zu absorbieren. Ist er derjenige, den der Maler Isaac (Santiago Cabrera) in seinen Zukunftsvisionen als den "explodierenden" Mann gemalt hat? Oder ist es Peter Petrelli (Milo Ventimiglia: "Gilmore Girls", "Pathology"), der Bruder des Kongresskandidaten, der bisher nur in der Nähe von anderen "Begabten" über deren Superkräfte verfügt und sie dabei kaum kontrollieren kann? Als er diese Möglichkeit erwägt, geht er quasi in die Lehre des "Unsichtbaren" Claude (Christopher Eccleston: "Dina - Meine Geschichte"), einem Misanthropen, der ihm alles auf die "harte Tour" beibringt. Und welche Rolle spielt Claires Adoptivvater Noah Bennet (Jack Coleman: "Kingdom Hospital"), der so viel über die Helden in Erfahrung gebracht hat?

    Was mich an der Geschichte faszinierte war, dass jeder Charakter schlüssig und interessant aufgebaut wurde. Selbst für Späteinsteiger erschließen sich die Inhalte und Personen durch "Was bisher geschah"-Sequenzen am Anfang jeder Episode, die witzigerweise ihren Anschluss in aus anderen Blickwinkel gefilmten Cliffhangern der vorangegangenen Folgen finden. Auch sind die eingeblendeten Texttafeln, z.B. "Clair, Odessa, Texas" recht gut, um sich schnell zurecht zu finden.

    BeispielMeine Lieblingsfigur ist die oben gar nicht beschriebene Niki Sanders (Ali Larter: "Resident Evil: Extinction"), eine langbeinige Blondine Anfang 30 mit einem kleinen Jungen, die sich während der Gefängnisstrafe ihres farbigen Mannes D.L. (Leonard Roberts) als Online-Stripperin durchschlug. Plötzlich bricht ihr anderes "Ich" in ihr durch: Jessica, ihre im Suff ihres Vaters erschlagene Zwillingsschwester, die extrem skrupellos ist und über Bärenkräfte verfügt. Sie ist die einzige dieser Helden mit einer offenkundigen Persönlichkeitspaltung und wie Larter dies im Dialog mit ihrem bösen Spiegelbild im fliegenden Wechsel hervorragend spielt, erinnert - man verzeihe mir diesen Vergleich - an Gollums innere Monologe. Wenn Nicki/Jessica allerdings ein Schlachtfeld hinterlässt, sieht es wie eine blutige Schlachtplatte aus...

    Überhaupt sind viele Special Effects nichts für zarte Nerven. Wenn Clair nach ihrer "Ermordung" durch einen hormonschwangeren Quarterback mit aufgeschnittenem Brustkorb auf dem Seziertisch aufwacht und hinterher eine ziemlich entsetzte Pathologin hinterlässt, ist es gleichmaßen komisch wie schrecklich. Sylars Spezialiät seinen Opfer die Schädeldecke zu tranchieren, ist nichts für schwache Mägen. Daher erklärt sich die FSK 16-Einstufung und die Tatsache, dass jene Szenen nur hier ungeschnitten erscheinen.

    Folgende Episoden sind auf den vier Discs im hochwertigen Steelbook enthalten: #01 Genesis; #02 Kein Blick zurück; #03 Ein gewaltiger Schritt; #04 Kollision; #05 Botschaft aus der Zukunft; #06 Das zweite Gesicht, #07 Nichts zu verbergen; #08 Sieben Minuten bis Mitternacht; #09 Heimkehr; #10 Sechs Monate zuvor; #11 Ausgelöscht. Der Cut erfolgt gerade in jenem Moment, als Peter den unsichtbaren Claude um Hilfe bittet.

    BeispielDas Bild wird in satten Farben stets von starken Kontrasten und Gegenlichteinstellungen bestimmt. Der Ton ist rundvolumig und der mitunter ironisch bis sarkastische Score passt zur Serie. Im Vorfeld des DVD-Release wetterten wieder einige Hitzköpfe über die Aufsplittung der Serie, ohne überhaupt zu wissen, in welcher Ausstattung man die Serie anbieten würde. So wie sie jetzt vorliegt, empfinde ich erstmals eine aufgesplittete Serie im vollen Umfang akzeptierbar!

    Wann hatten wir denn überhaupt derart umfangreiche "entfallene Szenen" und einen kompletten Pilot, der ursprünglich auf 110 Minuten angelegt worden war und eine Terror-Storyline beinhaltete, die dem Sender nicht gefiel? Interessant ist bei diesem Pilot u.a. die Tatsache, dass D.L. und dessen Kräfte (er kann durch jede Wand gehen) bereits hier und nicht erst in der 5. Episode auftauchen. Erstmals seit "Zurück in die Vergangenheit" ist eine Science-Fiction-Serie für mich uneingeschränkt empfehlenswert. Unbedingt anschauen! (kh)

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    Mitglied seit: Okt 03, 2004 Artikel: 595
    Location:Tirol
    Geschrieben am:31. Jan 2008 - 08:08
    Also ich konnte mit der Serie nicht so wirklich viel anfangen. Habe zwar nur ein paar Folgen im TV gesehen, aber irgendwie konnte ich micht nicht so für die Charaktere erwärmen. Zwar hätte ich mich gefreut wieder mal Adrian Pasdar zu sehen, aber nicht mal er konnte mich vor den Bildschirm fesseln. Außerdem finde ich hat die Serie doch eine auffällig Ähnlichkeit zu The 4400.
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    Mitglied seit: Aug 21, 2004 Artikel: 1372
    Location:Solingen
    Geschrieben am:31. Jan 2008 - 08:32
    The 4400 habe ich als ziemlich langweiligen und unübersichtlichen Quark empfunden - aber so geht es einem rasch, wenn eine komplexe und nicht übersichtliche durchgängige Geschichte erzählt wird und man eigentlich von Anfang bis Ende dabei sein muss. "Mit ein paar Folgen" (zwei oder drei?) wird das Ergebnis auch bei Serien wie "24" oder "Lost" stets ähnlich sein.

    In meinem Freundes- u. Bekanntenkreis war ich erstaunt, wie viele, denen ich das Interesse überhaupt nicht zugetraut hätte, die Serie außerordentlich gerne schauen. Auffällig dabei: es sind gerade jene, die sonst derartige Serien nicht unbedingt schauen würden.
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    Mitglied seit: Okt 03, 2004 Artikel: 595
    Location:Tirol
    Geschrieben am:31. Jan 2008 - 09:16
    Da stimme ich natürlich zu...mit den paar Folgen kann ich nicht wirklich was über die Serie sagen. Werde mir vielleicht doch mal die Staffel holen und sie mir ganz anschauen.

    Schade fand ich, dass Heroes in den Staaten ja mittlerweile ziemlich an Quoten verloren hat. Die Spin Off Serie Heroes: Orgins liegt ja momentan auf Eis. Und dabei hätten ja Regisseure wie Kevin Smith oder Eli Roth Episoden schreiben und drehen wollen.
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    Mitglied seit: Aug 21, 2004 Artikel: 1372
    Location:Solingen
    Geschrieben am:31. Jan 2008 - 09:28
    Fast alle Serien haben in den Staaten an Quote verloren - Schuld ist sicherlich auch z.T. der bereits angesprochene Streik der Drehbuchautoren. Im Falle "Heroes" mag es vielleicht auch daran liegen, dass Kring aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen m.W.n. zum Ende der ersten und Anfang der zweiten Staffel einige beim Publikum recht beliebte Figuren opfert (D.L., Nicki, Isaac) und nach der erfolgten Explosion sich ein gewisses Nachlassen des Interesses einstellte.

    Außerdem entschuldigte sich Kring bei den Fans, dass er zu Beginn der 2. Staffel ein wohl zu langsames Entwicklungstempo der Story in Kauf genommen habe, was sich bei Umschreiben der 11. Episode in das Staffefinale fatal äußerte.

    Von Spin Offs halte ich "eigentlich" nichts, wenn da nicht die recht erfolgreichen CSI-Gegenbeispiele wären. Auch den Druck der US-Sender vermag man hier bei uns nicht einzuschätzen. Sie haben schon viele recht erfolgreiche Serien ("Star Trek", "Zurück in die Vergangenheit", "Deadwood") gegen den Willen der Fans "geopfert".
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    Mitglied seit: Okt 03, 2004 Artikel: 595
    Location:Tirol
    Geschrieben am:31. Jan 2008 - 09:42
    Also gerade die CSI Spin Offs finde ich grottenschlecht. Miami ist frei jeglicher Logik und Carusos Figur nervt mich ohne Ende und NY ist auch nicht viel besser. Die Serien könnten sie von mir aus sehr gerne einstellen, oder sie für bessere Serien opfern. Aber der Erfolg gibt leider den Sendern recht und nicht mir.

    TV Serien generell sind aber in den letzten Jahre wirklich besser und mutiger geworden als so mancher Kinofilm. Ich denke da nur an das phänomenal gute Entourage oder Dexter...das ja noch dieses Jahr einen Sendetermin bekommen soll...zumindest beim ORF.
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    Mitglied seit: Aug 21, 2004 Artikel: 1372
    Location:Solingen
    Geschrieben am:31. Jan 2008 - 11:42

    AngrySmiley wrote:
    Miami ist frei jeglicher Logik und Carusos Figur nervt mich ohne Ende und NY ist auch nicht viel besser.



    ACK. Caruso ist eine theatralische Zimtzicke. Dieses ganze pseudocoole Gehabe mit seiner Sonnenbrille und dem eingefärbtem Miami-Look. Nicht umsonst wird er in "Switch" gnadenlos parodiert.

    CSI:NY wurde zum Ende der 1. Staffel besser - aber inzwischen fehlt mir einfach die Zeit und Originale ziehe ich i.d.R. vor.
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