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Action
WAR
geschrieben von klaus_h am 26. Mai 2008
Rogue - Triaden vs. Yakuza
Wenn man den westlichen Newcomer der "Martial Arts"-Szene der letzten Jahre, Jason Statham ("Transporter - The Mission", "Crank", "Revolver") auf eine anerkannten Größe wie Jet Li ("Hero") in einem Film treffen lässt, darf der Zuschauer etwas Besonders erwarten. Eines kann man bereits jetzt sagen: Die Jugendfreigabe wurde dem Film völlig zu recht verweigert. Action pur bekommt man von beiden, aber wie sieht es mit der Qualität der Geschichte aus?
WAR
USA - 2007
Veröffentlichung: 20.05.08
Regie: Philipp G. Atwell / Cory Yuen
Darsteller: Jet Li, Jason Statham, John Lone, Luis Guzmán, Devon Aoki, Saul Rubinek, Ryo Ishibashi, Terry Chen u.a.
"Nochmal"-Faktor: ambivalent
Unsere Wertung: 70 %
FSK: keine Jugendfreigabe gemäß § 14JuSchG
Laufzeit: 98 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1 & 5.1 DTS/ Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 2,40:1
Untertitel: Deutsch
Extras:
• Audiokommentar des Regisseurs
• Making of (33 min)
• Deleted & Extended Scenes (2,5 min)
• Die Filmmusik (8,5 min)
• Filmografie (Auswahl)
So ist die zugrundeliegende Geschichte ein bemerkenswertes Mischmasch aus "Für eine Handvoll Dollar" bzw. "Last Man standing", "Jahr des Drachen" und "Face off" geworden. Dem Regisseur scheint es dabei besonders an der Dynamik und der Irritation des Betrachters gelegen zu sein, wie er selbst grundehrlich im aufschlussreichen Making of offenbart. Auch wenn die überraschende Wendung kurz vor dem Finale recht gelungen ist, hat er dabei ziemlich übertrieben.
Denn die Crash-Zoom-Schnitte im Zehntelsekundentakt selbst bei belanglosen Kamerafahrten befriedigen mit ihren Frooze- und Blurred-Effekten wahrscheinlich nur die Retortenkinder der MTV-Generation. Dabei hat die von Altmeister Corey Yuen wie immer schlicht handfest solide und dabei originell inszenierte "Martial Art"-Action (Hingucker: der Kampf im Teehaus) dies ebenso wenig nötig wie auch die wirklich guten sonstigen Actionszenen (Auto- u. Motorradstunts).
Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass sich Atwell der dramaturgischen Klasse und Dynamik seiner Geschichte nicht sicher war und daher im Schnitt künstlich einiges "aufmischte". Kommen wir nun also zur Geschichte: In San Francisco hat der FBI-Agent Jack Crawford (Statham) vor drei Jahren in der Folge einer Auseinandersetzung zwischen asiatischen Gangstern seinen ebenfalls asiatischstämmigen Partner und Freund Tom Lone (Terry Chen) durch ein brutales Attentat auf dessen gesamte Familie verloren.
Seiner hasserfüllten Jagd ist inzwischen auch seine Ehe zum Opfer gefallen. Als bei dem Bandenkrieg zwischen chinesischen Triaden des Chang-Clans um Li Chang (John Lone: "Im Jahr des Drachen", "Der letzte Kaiser") und den japanischen Yakuza des Shiro Yanagawa sich plötzlich undurchsichtig ein unbekannter Auftragsmörder einzumischen scheint (deutliche Parallele zu "Für eine Handvoll Dollar"), der alles nur noch schlimmer zu machen scheint, glaubt er den einstigen Attentäter wiederzuerkennen: Rogue (Jet Li).
Dieser spielt ein raffiniertes Spiel mit Crawfords Einheit und beiden Banden. Und während Crawford blindwütig nur seiner Rache nachjagt, fragen wir uns nach Rogues wahren Motiven... Und darin liegt die Crux dieses Films. Die Action ist zwar brutal, aber ebenso überzeugend wie Jet Li - doch die Story scheint nur auf die überraschende Pointe ohne jede besondere Logik hin gestrickt worden zu sein. Und Statham sieht man seine Rückenverletzung bereits vor den Dreharbeiten an. Da seine Rolle nicht auf "cool" angelegt ist, verliert er zudem viel an Präsenz.
Das durchweg scharfe Bild bei passablem Kontrastumfang und der basslastige Ton gehören zur mittleren Oberklasse. Die Extras sind jedoch von der besseren Sorte, wenn man den nuscheligen Audiokommentar einmal ausnimmt. Das Making of orientiert sich dabei sehr aufschlussreich an einzelnen Sequenzen und ist recht ehrlich. Auch die Ausführungen des ambitionierten Filmkomponisten Brian Tyler ("Two fast to furios - Tokyo Drift") erklären, warum die zwar für sich gute, in der Abmischung aber prädominante Musik derart eingesetzt wurde. Für Actionfans ist der Film sicherlich etwas - Freunde des subtileren Thrillers werden gelinde gesagt enttäuscht sein.
(kh)
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