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Musical
Bunty und Babli
geschrieben von DvB am 23. Sep 2008
Indische Trickbetrüger
In Bollywood geht es nur episch. Da macht "Bunty und Babli" keine Ausnahme. Über zweieinhalb Stunden zieht sich die indische Version von "Bonny und Clyde". Aber nicht falsch verstehen: Der Film ist nicht langweilig und hebt sich angenehm von den üblichen Bollywood-Schmonzetten ab.
Sprachen und Tonformate: Hindi (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9
Untertitel: Deutsch
Extras:
Songs
Outtakes
Trailer
Filmtipps
Rakesh (Abhishek Bachchan: "Sarkar") möchte reich und berühmt werden, Vimmi (Rani Mukherjee: "Black", "Hey Ram", "In guten wie in schweren Tagen") träumt von einer Modelkarriere. Die Eltern der beiden Mitzwanziger haben allerdings andere Pläne mit ihren Kindern. Rakeshs Vater möchte, dass sein Sohn wie er eine Schaffnerkarriere einschlägt. Für Vimmi steht schon der potentielle Ehemann bereit, der bei ihr aber eher für Unwohlsein sorgt. Beide machen sich aus dem Staub, um ihr Glück zu suchen.
Auf einem Bahnhof lernen sie sich kennen. Gemeinsam reisen sie nach Kanpur. Vimmi möchte an dem dortigen Miss India-Contest teilnehmen, Rakesh versucht, seine Wirtschaftsideen bei großen Konzernen unterzubringen. Doch bei beiden ohne Erfolg. Vimmi schafft es noch nicht mal auf die Teilnahmeliste, Rakesh ist dagegen einige Tage zu spät. Ein anderer hatte mit der gleichen Idee schon Erfolg bei den Firmenbossen. In einem Cafe in Kanpur treffen sie sich wieder, beide total niedergeschlagen.
Sie geben nicht auf. Nun wollen sie es in Bombay versuchen. Doch sie brauchen Geld für Fahrkarten. Da sie sich von den Menschen in ihrem Leben bisher betrogen fühlten, beschließen sie, mit gleicher Münze heimzuzahlen. In einem Club überredet Rakesh einen Herrn, in einen Nachrichtensender zu investieren. Vimmi spielt die Besitzerin des Senders. Mit dem Geld machen sie sich aus dem Staub. Sie geben sich die Namen "Bunty und Babli". Unter diesen Pseudonymen legen sie noch viele weitere Menschen rein. Das Geld verteilen sie teilweise an die Armen. In den Medien sind sie inzwischen zu Stars aufgestiegen. Allerdings ist nun die Polizei hinter ihnen her.
Eine Mischung aus "Robin Hood" und "Bonny und Clyde" ist die indische Produktion von 2005. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz. Der Film ist eher auf Gaunerkomödie ausgelegt. Was ganz gut gelingt. Es sind zwar keine großen Schenkelklopfer dabei, aber ganz ohne zu schmunzeln kann man sich den Streifen nicht ansehen. Das macht ihn auch sehenswert. Nicht nur die Nebendarsteller beweisen Witz, sondern vor allem Hauptdarstellerin Rani Mukherjee in ihrer liebenswerten, aber bestimmenden Art.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist es sicherlich, dass der Film in Originalsprache zu sehen ist. Ich bin kein Freund von OmU. Weil es nervt, ständig mitlesen zu müssen. Interessant ist es aber zu hören, wie viele englische Wörter und Ausdrücke es in der indischen Sprache gibt. Immer wieder fließt angelsächsisches Wortgut mit ein.
Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die vielen musikalischen Einlagen. Sie gehören aber eben zu einer echten Bollywood-Produktion dazu. Als die Hauptgeschichte ohne nennenswertes Gesinge erzählt ist, kommt es knüppeldick für den Zuschauer. Eine Arie jagt die nächste. Da kann man dann getrost die Vorspulfunktion wählen. Obwohl die ein oder andere Gesangseinlage sehenswert ist. Aber eben nur einige. Zur Geschichte an sich tragen sie eben nur marginal was bei.
Die Bilder sind, wie es sich für Bollywood gehört, beeindruckend und farbenfroh. Die Kameraführung top, der Ton ok, die Regie ausgefeilt mit einigen spektakulären Ideen. Technisch ist alles in Ordnung. Aber bei diesem Beispiel ist auch der Inhalt durchaus anerkennenswert. Nur bei den Extras wird gespart. Die Musiknummern können noch einmal geballt angeguckt werden. Ansonsten werden nur Outtakes und Trailer angeboten. Etwas wenig. Interessante Nebeninfo: Hauptdarsteller Rakesh und Cop Dashrath im Film sind im wahren Leben Vater und Sohn.
Fazit
In Indien wird großes Kino gemacht, das ist bekannt. Manchmal, beziehungsweise sehr oft, zu schmalzig, aber in diesem speziellen Fall hält es sich eben in Grenzen. Gut, man hätte die sehr lange Filmzeit von zweieinhalb Stunden verkürzen können, indem man die Musicaleinlagen weglässt, aber das ist eben Bollywood und das sollte man dann auch akzeptieren. "Bunty und Babli" macht insgesamt gesehen auf jeden Fall Spaß. Mehr Spaß, als ich erwartet habe. In der amerikanischen Originalversion endet das Gaunerpärchen übrigens im Maschinengewehrkugelhagel. Wer sehen möchte, wie es bei "Bunty und Babli" zu Ende geht, sollte zur DVD greifen. (DvB)
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