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Komödie
Der Rabe
geschrieben von maqz am 08. Okt 2003
Duell der Zauberer
Es war der fünfte Film von Roger Cormans "Edgar Allan Poe"-Zyklus und eigentlich ist "Der Rabe" eher einer Komödie denn ein Horrorfilm. In der Tat kann der Film als eine Parodie auf die vorher von Corman gedrehte Poe-Filme angesehen werden.
Der Rabe - Duell der Zauberer USA, 1963
Erschien: 6. Oktober 2003
Regie: Roger Corman
mit: Vincent Price, Peter Lorre, Boris Karloff, Hazel Court, Olive Sturgess, Jack Nicholson u.a.
"Nochmal"-Faktor: Mittel. Lustiger Horror-Kult für 1 bis 2 Mal pro Jahr und einem "Schau mal, wie Jack Nicolson damals aussah"-Effekt
Untertitel: deutsch für Hörgeschädigte, englisch für Hörgeschädigte, französisch, italienisch, niederländisch
Bildformate: 16:9 und 2,35:1
Tonformat(e): mono
Extras: Original Kinotrailer
Und obwohl er nicht den Standard der besseren Corman-Werke hat (z. B. "The Fall of the House of Usher" oder "The Pit and the Pendulum" oder die späteren "The Masque of the Red Death" und "The Tomb of Ligeia"), war diese Wendung zur Horror-Komödie doch sehr erfolgreich.
Natürlich war Corman kein Neuling im Comedy-Bereich, bevor er den Raben drehte. In seiner Liste an Filmen finden sich Western, Teen Movies und Science Fiction, aber auch solche dunklen Komödien-Schätze wie "A Bucket of Blood" und "The Little Shop of Horrors" (seine Abschlussarbeit für seine Filmschule mit einem SEHR jungen Jack Nickolson, wenn mich nicht alles irrt - aks). Und wer Filme dreht mit Titeln wie: "The Saga of the Viking Women and Their Voyage to the Waters of the Great Sea Serpent" muss sicherlich einen ausgeprägten Sinn für Humor haben.
Was passiert in dem Film?
Wie bei all seinen-Poe Filmen interpretiert Corman den Stoff recht frei. Poes Raben-Gedicht eröffnet den Film mit nur drei Zeilen. Damit wird der Rabe eingeführt und Leonore, die angebilich verstorbene Frau von Dr. Craven (Vincent Price). Das war's aber dann auch schon mit Poe. Der Rabe entpuppt sich als verzauberter Peter Lorre, der sich den Fluch von Zauber-Obermeister Boris Karloff geholt hat.
Dieser hat auch noch die Frau von Dr Craven auf seinem Schloss. Craven macht sich mit seiner Tochter, dem rückverwandelten Peter Lorre sowie seinem Sohn (hier gespielt vom jungen Jack Nicholson) auf den Weg um Leonore zu "befreien". Die ist aber ganz freiwillig auf dem Schloss. Trotzdem kommt es zum Duell der Zauberer (der Untertitel dieses Films).
Wie lustig der Film ist, kann man heute eigentlich schwer beurteilen. In den 60ern war er wohl ein echter Brüller, wobei man es der Geschichte anmerkt, dass Corman sich nicht sicher war, ob er dem Publikum eine reine Komödie anbieten konnte. Immer wieder versucht er ins Horror-Genre zurückzukehren, bis wieder eine der urkomischen Szenen den Zuschauer aus dem Gruselkeller holt.
Aber die wirkliche Stärke des Films liegt in der guten Besetzung. Alle drei Hauptdarsteller haben dramatische Rollen gespielt, bevor sie ins Horror-Genre wechselten. Es wird oft vergessen, daß Vincent Price in Filmen wie "Laura" oder "Leave Her to Heaven" spielte, sowie mit Regisseuren wie Fritz Lang, Cecil B. DeMille und Joseph L. Mankiewicz drehte.
Auch Lorre und Karloff begegnen ihrem Part mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und bewahren den Film davor, in eine Farce abzurutschen. Boris Karloff im Besonderen beweist sein Können hier mehr, als in Filmen wie in "Scarface" oder "Bride of Frankenstein".
Der einzige, der wirklich schlecht spielt, ist Jack Nicholson. Meilenweit entfernt von seinen schauspielerischen Leistungen in "China Town" oder "Fife Easy Pieces" spielt er einfach den depperten Sohn von Peter Lorre. Und dabei musste er sich wohl nicht stark verstellen. Sehenswert ist er aber auf jeden Fall in seinem Robin Hood Kostüm.
Was kann man zur DVD sagen?
Unglücklicherweise bietet MGM hier eine ziemlich schwache Präsentation. Das Material wurde durch das "anamorphic-enhancement" nicht viel besser. Die Farben wirken matschig (trotz der Berücksichtigung, dass der Film 40 Jahre alt ist) und der Filmschmutz ist präsenter, als man sich das bei einer DVD wünschen möchte. Dafür gibt es heute genug Restaurations-Programme, die dies verbessern könnten.
Der Mono-Sound über die beiden Front Lautsprecher ist ok. Obwohl der Mix klar ist, hätte ich mir eine 5.1 Option gewünscht, nicht zuletzt um die Filmmusik von Les Baxter richtig genießen zu können.
Special Features?
Fehlanzeige: Keine Dokumentationen zum Film, keine geschnittenen Szenen, oder Outtakes, nur ein einsamer Ooriginal-Kinotrailer auf der Scheibe. Zu wenig für eine anständige DVD-Veröffentlichung.
Insgesamt ist "Der Rabe" ein sehenswertes Filmdokument mit einer klasse Besetzung. Der Film für den langweiligen und verregneten Sonntag Nachmittag, aber kein Prime Time Movie! (mg)
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