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Horror
The Sixth Sense
geschrieben von DvB am 17. Dez 2008
Ich sehe tote Menschen
Nach „The Sixth Sense“ war die Filmwelt nicht mehr das, was sie mal war. Hunderte Millionen Menschen ließen sich von Regisseur M. Night Shyamalan ("The Village", "The Happening") fast zwei Stunden auf die falsche Fährte locken und verließen das Kino verstört und verzückt zugleich. Der indischstämmige Director stieß mit seinem dritten Spielfilm in die Topriege der Hollywood-Regisseure auf. Nun gibt es das Drama, das irgendwo zwischen Suspense-Mystery und Horror angesiedelt ist und aus einer Zeit stammt, als VHS noch aktuell war, auf DVD.
The Sixth Sense USA 1999
Veröffentlichung: 02.10.2008
Regie: M. Night Shyamalan
mit: Bruce Willis, Haley Joel Osmont, Toni Collette, Olivia Williams, Donnie Wahlberg u.a.
"Nochmal"-Faktor: Immens hoch, es ist quasi notwendig, den Film mindestens zweimal zu schauen
Unsere Wertung: 100%
FSK: 16
Laufzeit: ca. 104 Minuten + 39 Minuten Extras
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1, DTS, Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1,78:1 in 16:9
Untertitel: Deutsch
Extras:
Sixth Sense Special - Reflections from the Set
Darstellerinfos
Kinderpsychologe Dr. Malcolm Crowe (Bruce Willis, „Stirb langsam 4.0“) ist mit seinem Latein am Ende. Der Junge Cole Sear (Haley Joel Osment) erzählt ihm, dass er die Gabe besitzt, tote Menschen zu sehen. Aber anders als bei „Ghost Whisperer“ kommen sie nicht, weil sie Hilfe für den Gang ins Licht benötigen, sondern sie sind einfach da, erschrecken den kleinen Schuljungen und machten ihn zu einem verstörten kleinen Wesen, das sich selbst als „Freak“ bezeichnet. Dr. Crowe würde Cole gerne helfen, aber hat selbst mit den Geistern seiner Vergangenheit zu kämpfen.
Denn ein ehemaliger Patient von ihm – Vincent Grey (Donnie Wahlberg, „Band of Brothers“) ist inzwischen ein erwachsener Mann - schlich sich des Nachts in das Haus des Psychologen, um sich an Dr. Crowe zu rächen. Er zückt eine Pistole und schießt auf den Therapeuten. Schwer verletzt sinkt er zu Boden. Grey erschießt sich daraufhin selbst. Wochen später kümmert sich Dr. Crowe nun um den kleinen Cole Sear. Er würde dem verstörten Kind gerne helfen, doch er schafft es einfach nicht. Außerdem wirkt Crowes Frau seltsam abwesend. Der Psychologe findet zu nichts und niemanden mehr Zugang. Seine einzige Bezugsperson ist Cole Sear.
M. Night Shyamalan hat sich mit "The Sixth Sense" ein filmisches Denkmal gesetzt. Umso erstaunlicher dass der Regisseur es tatsächlich schaffte, mit vielen seiner Nachfolgefilmen ähnlich gute Machwerke abzuliefern. „Unbreakable“ und „Signs“ überzeugen. "The Village" dagegen eher nicht, bevor er dann mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ einen neuen Weg einschlug. Aber kein Film ist so perfekt gelungen wie der Suspense-Grusel-Knaller aus dem Jahr 1999. Sechs Oscar-Nominierungen konnte Shyamalan mit „The Sixth Sense“ verbuchen.
Der Film überzeugt nicht nur mit einem stimmigen Drehbuch. Auch die Schauspieler bieten absolute Klasseleistungen. Bruce Willis, bis dahin eher als Weltretter und Hau-Drauf-Typ aufgefallen, bringt mit wenig Mimik und ruhigem Spiel die innere Zerrissenheit des Kinderpsychologen sehr gut rüber. Willis ist aber gleichzeitig Profi und uneitel genug, um seinem Mitakteur Haley Joel Osmont, der den achtjährigen Cole Sear spielt, das Feld komplett zu überlassen. Und der Jungmime zeigt erstaunliche schauspielerische Fähigkeiten, die mit einer Oscarnominierung geadelt wurden. Bruce Willis sagte hinterher, dass er von dem Schauspieltalent Osmonts so beeindruckt war, dass er selbst beim Dreh oft nur staunend zugeschaut habe. Ebenso überzeugend agieren Toni Collette („The Hours“, „Little Miss Sunshine“) als Mutter von Cole Sear und – man höre und staune – „OC California“-Star Mischa Barton als völlig verstörtes, von Geistern verfolgtes Mädchen.
Eine sehr kurze, aber zentrale Rolle spielt Donnie Wahlberg. Auch wenn er nur fünf Minuten auf der Leinwand zu sehen ist, so bereitete er sich akribisch auf die Rolle vor. In den sehr informativen und interessanten Extras erzählt der Bruder von Mark Wahlberg, dass er wochenlang asketisch lebte, um abzumagern. Irgendwann sei es dann ungesund gewesen, aber er habe sich einfach nichts gönnen wollen. Wahlberg geht noch mehr auf die Tagen vor dem Dreh ein. Wie er nachts in Büschen kauerte, um die Einsamkeit von Vincent Grey nachvollziehen zu können. Und wie sich am Set dann seine Vorbereitungen auszahlten. Außerdem gibt der Regisseur einen Einblick in die Entstehungsgeschichte von „The Sixth Sense“. Er erklärt, warum er weitestgehend auf übliche Filmmusik verzichtet hat. Außerdem erzählt er, dass er zunächst einen völlig anders gelagerten Film plante. Aber kurz vor Drehbeginn erkannte, dass das so nicht funktionierte. Die Idee zu dem Jungen, der tote Menschen sieht, sei ihm dann später eingefallen. Und plötzlich habe alles gepasst.
Fazit
Und wie alles zusammen passt, davon sollte sich jeder Filmfan selbst überzeugen. Wer „The Sixth Sense“ noch nicht kennt und das Glück hat, noch nicht von irgendwem erfahren zu haben, wie er ausgeht, der darf sich auf knappe zwei Stunden spannendste Unterhaltung freuen. Und jeder, der ihn schon gesehen hat, sollte ihn sich noch einmal anschauen. Um zu sehen, wie alles einen Sinn ergibt. In meinen Augen gibt es kaum einen perfekteren Film als „The Sixth Sense“. (DvB)
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