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Dokumentation
Die Erde von Oben - Teil 2: Wasser - Seen und Ozeane
geschrieben von klaus_h am 03. Jan 2009
Leben mit dem Wasser
In Abwandlung des 1. Teils dieser Dokumentation ("Die Erde von Oben - Teil 1: Artenvielfalt - Erde und Resourcen") zeigt uns der Fotograf und (!) Biologe Yann Arthus-Bertrand diesmal die Botschaft: "Wir brauchen das Meer - aber das Meer braucht uns nicht." Mit Hilfe etlicher Schauplätze und Umweltaktivisten verdeutlicht er uns den bedrohlichen Wandel der Ozeane und die Möglichkeiten diesen Prozess einzudämmen.
Die Erde von Oben Teil 2: Wasser - Seen und Ozeane
Frankreich - 2005
Veröffentlichung: 18.09.08
Regie: Pascal Plission
Mitwirkende: Yann Arthus-Bertrand, Christian Buchet, Paul Watson, Jean-Michel Culioli, Nicola Maelis, Felipe Cardos, Deniz Charvoz, Francois Sieurat, Gilles Huet, Joseph Cabaret, Guillaum Pellerin, Pacal Chabaret, Sylvain Chiron, Francois-Xavier De Baulincourt, Dominique Bourg, Hélène Collongues, Bud Griffith u.a.
"Nochmal"-Faktor: hoch
Unsere Wertung: 95%
FSK: frei ab 6
Laufzeit: 211 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1 Französisch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9, 1,85:1
Untertitel: Deutsch
Extras:
• Vorstellung des WWF durch Pressesprecher Jörn Ehlers
• 3 WWF-Spots
Auf einem der wildromantischen historischen Wachtürme an Korsikas Küste stehend mahnt uns Bertrand u.a. an drei elementare Fakten im Zusammenhang mit den Flüssen, Seen und Ozeanen: Drei Viertel der Erde ist von Wasser bedeckt, 70% des Sauerstoffs, den wir atmen, wird von Algen an der Meeresoberfläche produziert, und während immerhin knapp 11 Prozent der Landfläche in irgendeiner Weise als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, ist es bei den Wasseroberflächen lediglich ein Prozent.
Bei der Aufdeckung dieser Diskrepanz, ihren Gefahren und sich den evtl. bietenden Chancen besucht der Fotograf und Biologe folgende Schauplätze: In den Felsbuchten von Diana und der Straße von Bonifacio sowie den Sanguinaria Inseln in Korsika verdeutlicht er wie wichtig es sein kann, dass ein Schutzgebiet sich regenerieren kann und welche bedeutenden Folgen es für den Artenreichtum haben kann. So übertreffen manche der genannten Gebiete fast die schönsten Gewässer der Karibik.
Im Gespräch mit dem Fischzüchter Deniz Charvoz verweist er auf die kompensierenden Möglichkeiten von Fischfarmen, wobei er allerdings die ökologischen Bedenken des Fischfutters zurückdrängt - denn gerade das in rauen Massen benötigte Sojamehl wird letztlich auf riesigen brandgerodeten Urwaldflächen in Brasilien hergestellt. Aber dies ist dann auch der einzige Schwachpunkt dieser Dokumentation.
Denn gerade im Verweis auf das schützenswerte zweitgrößte Riff der Welt in Neukaledonien, dass nur aufgrund einer von der französischen Regierung geförderten Nickelmine und der damit verbundenen Abwässer mit der weißen Korallenpest bedroht wird, bevor es zum Weltkulturerbe erklärt werden kann, hebt solche leicht blauäugigen Mängel wieder auf.
So begegnen wir dem einstigen Begründer von Greenpeace, Paul Morgan, der heute vor den Küsten Ecuadors und Galapagos im Diensten der Regierung Jagd auf Fischereipiraten macht und sich damit in einer gewissen Tradition eines berühmten Namensvetters sieht. Außerdem lernen wir das kaum fruchtbringende Unterfangen des Regierungsbeamten aus Guinea Bissau, Felipe Cardoso, kennen, der im noch fischreichen Archipel von Bijagos versucht die Fischer seiner Heimat und der Nachbarstaaten vor den Folgen der Überfischung zu warnen.
Doch vor der Küsten lauern schon Scharen chinesischer Seelenverkäufer, die mittels exzessiver Fangmethoden die Meere leerschaufeln... Ebenso hilflos wirken die Bemühungen Venedig vor dem Untergang oder die Küsten Bretagne und der Normandie von der Algenpest zu bewahren. Ist es bei "La Serenissma" die "dank" der Touristen katastrophale Absenkung des Grundwasserspiegels neben anderer Ursachen, so wird an der Atlantikküste die Überdüngung, die letztlich wieder einmal im Meer landet, als Verursacher ausgemacht.
Angesichts des tropischen Botanischen Gartens in Vauville in der Normandie veranschaulicht das Team mittels einer gelungenen Computernanimation die möglichen Folgen der Klimaerwärmung mit dem Abschneiden des Golfstroms aufgrund der Unterbrechung mittels kälterer Wassermassen aufgrund des Schmelzen des Polareises. Auf der zweiten DVD dieses "Teilbandes" wendet man sich mehr den Seen und Flüssen, sowie ihrer jetzigen und möglichen Nutzung zu. Und im abschließenden Kapitel entwirft und baut man sogar ein Modellhaus für den ökologischen Fortbestand der Natur.
Yann Arthus-Bertrands Sichtweise mag wie die vieler seiner Landsleute idealistisch oder verklärend sein, in zwei Punkten ist er jedoch vorbildlich: Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Visionär, der Gefahren und Möglichkeiten aufweist. Und das ist eine ganze Menge mehr als man von manchen anderen Naturdokumentationen der Vergangenheit und Gegenwart aus Übersee und in Europa gewohnt ist.
Somit ist diese Doppel-DVD ein guter zweiter Schritt der Reihe "Green is universal", die mit dem Themenband "Das Letzte Paradies. Die Südseeinsel Espirtu Santo" und "Szenario 2100" fortgesetzt wird. Beindruckende Bilder, einprägsame Geschichten, aufschlussreiche Animationen und harmonische Filmmusik - was will man mehr bei einer Dokumentationsreihe!
(kh)
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