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Romantisch
Closing the Ring - Geheimnis der Vergangenheit
geschrieben von klaus_h am 09. Jan 2009
Die Spuren einer Liebe
Große Liebesgeschichten überspannen Jahrzehnte und Entfernungen in Roman und Film, damit sie unsterblich werden. Regie-Altmeister Richard Attenborough ("Ghandi") hat mit "Closing the Ring" einen leider überhaupt nicht im deutschsprachigen Kino präsentierten Liebesfilm mit Topbesetzung (Shirley MacLaine, Christopher Plummer, Mischa Barton, Neve Campbell) gedreht, der weitaus besser als "Pearl Harbor" den Zwiespalt von Freundschaft und Liebe erzählt. Und dies über einen Zeitraum von 50 Jahren sowie zwischen den den Schauplätzen USA und Irland während des Zweiten Weltkrieges und der 90er Jahre.
Closing the Ring
GB/Kanada - 2007
Veröffentlichung: 17.09.08
Regie: Richard Attenborough
Darsteller: Shirley MacLaine, Christopher Plummer, Mischa Barton, Neve Campbell, Pete Postlethwaite, Martin McCann, Gregory Smith, Stephen Amell, David Alpay, Brenda Fricker
u.a.
"Nochmal"-Faktor: sehr hoch
Unsere Wertung: 95%
FSK: 12
Laufzeit: 113 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1 u. DTS/ Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 1,85:1
Untertitel: Deutsch
Extras:
• Interviews
• B-Roll
• Dt. u. Original-Trailer
Michigan, 1991. Nach dem Tod ihres Vaters Chuck fühlt sich dessen Tochter Marie (Neve Campbell, "Wild Things") von ihrer Mutter bei der Trauer alleingelassen. Denn Ethel Ann (Shirley MacLaine: "Carolina") scheint unfähig zur Trauer zu sein, zieht sich in ihre Vergangenheit und aus dem Leben zurück. Hat sie etwa Chuck nie richtig geliebt? Der einzige, der noch einen Zugang zu ihr hat, ist der alte Freund der Familie, Jack (Christopher Plummer: "Das Vermächtnis der Tempelritter", "The Summit"), der als Kriegsveteran am Grab sogar eine Ehrenrunde mit einer historischen Maschine drehte. Er ahnt eine Antwort - aber darf er sie auch aussprechen?
Ortswechsel: Belfast, 1991. Rein zufällig findet der naive Busche Jimmy O’Reilly (Martin McCann) auf einem Hügel inmitten von Überbleibseln eines alliierten Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg einen goldenen Ring, nach dem der alte ehemalige Feuerwehrmann und Sonderling Michael Quinlan (Pete Postlethwaite: "Brass off", "Die üblichen Verdächtigen") wohl bereits sein ganzes Leben hin gegraben hat. Jimmy möchte ihn unbedingt jener Frau, deren Name in diesem Ring eingraviert wurde (man ahnt: es ist Ethel Ann), schicken. Fatalerweise werden beide von einem Agenten der IRA und der Polizei beobachtet, sodass beide in die Mühlsteine der Politik geraten...
Zeitsprung aus der Perspektive Jacks: Michigan 1941. Die drei Freunde Chuck, Teddy und Jack (nun: Gregory Smith: "Everwood") besuchen die Fliegerschule und wetteifern um die Gunst der schönen Ethel Ann (nun: Mischa Barton: "O.C., California", "The Oh in Ohio"), die ausgerechnet den begabten, aber fast mittellosen Teddy erhört. Dieser baut für sie ein gemeinsames Haus auf einem geerbten Grundstück. Aufgrund seiner einfachen Schulbildung bleibt ihm im Gegensatz zu Jack der Pilotentraum verwehrt, aber als Bordschütze gehört er ebenfalls zum Team einer "Fliegenden Festung".
Nach mehreren Einsätzen beschleichen ihn Todesahnungen, heimlich heiratet er Ethel Ann und ringt seinem Freund Chuck das Versprechen ab sich nach dem Tode um sie zu kümmern. Wir sehen Jacks Zögern, denn auch er liebt Ethel Ann. Daher ahnen wir, was kommen wird und welchen Ring Jimmy wohl gefunden hat. Aber die wahre Tragik liegt in der emotionalen Erstarrung, die dieses Versprechen ausgelöst hat und welche Verwirrungen sie selbst 50 Jahre später verursachen wird.
Angesichts der verschachtelten Erzählstruktur des Drehbuchs kamen selbst Christopher Plummer leichte Zweifel auf, ob der Zuschauer der Geschichte folgen könne, aber wie er im Interview betont - nur auf der Leinwand funktioniere die Geschichte wirklich. Und damit behält er recht. Denn Attenborough versteht seine Schauspieler zu führen und mit regelrechten Weltstars wie MacLaine, Plummer und Postlethwaite weiß man auch ein solche Ensemble zu Höchstleistungen zu inspirieren. Kameraführung (Roger Pratt: "Harry Potter und der Feuerkelch") und Filmmusik (Jeff Danna: "Ripley Under Ground") passen ebenso zur epischen Breite wie die exquisite und korrekte Ausstattung.
Die eigentliche Entdeckung des Films ist jedoch der unbekümmert und glaubhaft spielende Martin McCann, der sich von keinem der Altstars - auch nicht von der seine Großmutter spielenden Brenda Fricker ("Die Journalistin") - an die Wand spielen lässt. Ein schöner, dramatischer und romantischer Film, der im Gegensatz zu Retorten-Fließband-Blockbustern Geist und Herzblut verkörpert. Wirklich glaubhafte Interviews und ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen runden eine gelungene DVD-Veröffentlichung ab.
(kh)
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