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Drama
Donnie Brasco
geschrieben von DvB am 14. Jan 2009
Piss die Wand an!
Silvesterabend, gegen 21 Uhr. Die Party kommt so langsam in Schwung. Mein Kumpel Björn sinniert über großartige Mafiafilme der 90er Jahre. Ich sage ihm, dass ich gerade eben "Donnie Brasco" gesehen habe. Wie aus der Pistole geschossen sagt Björn nur einen Satz: "Piss die Wand an!" Und jeder weiß nun, dass er den Film mag.
Donnie Brasco USA 1996
Veröffentlichung: 02.10.2008
Regie: Mike Newell
mit: Johnny Depp, Al Pacino, Michael Madsen, Bruno Kirby, Anne Heche u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel
Unsere Wertung: 78%
FSK: 16
Laufzeit: ca. 122 Minuten + ca. 29 Minuten Extras
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DD 2.0 Stereo)
Bildformat: 2.40:1
Untertitel: keine
Extras:
Interviews
Blick hinter die Kulissen
Featurette
Darstellerinfos
Wer "Donnie Brasco" gesehen hat, erinnert sich an diesen inflationär gebrauchten Satz: Piss die Wand an! Er bedeutet alles: Zustimmung, Ablehnung, Wut, Ärger, Gleichgültigkeit. Aber Johnny Depp kann das viel besser erklären. Und er tut dies wie immer mit beeindruckender schauspielerischer Fähigkeit.
Gleichzeitig geht seine Ehe den Bach runter. Er verbringt etwa Weihnachten bei den Ruggieros anstatt bei seiner Frau Maggie (Anne Heche, "Wag the Dog", "Men in Trees") und seinen Kindern. Irgendwann kann Donnie nicht mehr zwischen mafia-verträglichem Verhalten und seinem wahren Ich unterscheiden. Er wird auch in den eigenen vier Wänden zum Paten. Außerdem verbindet ihn inzwischen so etwas wie eine Freundschaft mit Leftie. Sollte seine Undercover-Aktion aufgedeckt werden, wäre das gleichbedeutend mit dem Todesurteil für seinen Mafia-Freund, der sich damals für ihn verbürgte. Donnie sitzt in einer Zwickmühle.
Mafia-Filme hatten Hochkonkunktur in den 90ern. Aber "Donnie Brasco" ist nun mal eine wahre Geschichte, das unterscheidet ihn von allen anderen Streifen. Der Film aus dem Jahr 1996 ist aber auch weniger Mafia-Film, eher ein Psychogramm. Die Story ist eigentlich sehr eindimensional, Mafia-Aktionen werden nicht sehr häufig gezeigt. Die Entwicklung des Hauptdarstellers ist die Würze des Films.
Natürlich ist auch das Spiel von Johnny Depp und Al Pacino ein Grund dafür, dass man "Donnie Brasco" als gelungen bezeichnen kann. Vor allem Pacino bringt eine ganz starke Leistung. Wie ein Pate führt er sich am Anfang auf. Doch sobald der wahre Pate auftaucht, merkt der Zuschauer: Leftie ist ein eher kleines Licht. Faszinierend, wie Al Pacino mit reinem Minenspiel sein Dilemma zum Ausdruck bringt: Ehrfurcht gegenüber seinen "Vorgesetzten", aber auch Neid. Leftie fühlt sich einfach permanent übergangen, wenn es darum geht, Mafia-Mitglieder zu befördern.
Johnny Depp entwickelt sich vom netten, mutigen FBI-Mann zum Mafia-Ekel, der auch gegenüber Gewalt gegen seine Frau nicht zurückschreckt. Ist er am Anfang noch sympathisch, möchte man ihm in der Mitte des Filmes am liebsten zur Seite nehmen und ihm ein paar passende Worte sagen. Dazu sieht man in "Donnie Brasco" mit dem hervorragenden Michael Madsen einen der besten Nebendarsteller der Filmindustrie. Und mit Larry Romano ("King of Queens") einen üblichen Verdächtigten, wenn es darum geht kleine Nebenrollen in Mafiafilmen zu besetzen. Der Zuschauer macht außerdem Bekanntschaft mit dem jüngeren Paul Giamatti ("Das Comeback", "Sideways") in einer Minirolle. Er ist derjenige, der fragt, was "Piss die Wand an" eigentlich bedeutet. Dazu noch Zeljko Ivanec ("24, Staffel 1") und Bruno Kirby ("Sleepers"). Alles in allem eine sehr gute und ausgewogene Besetzung mit bekannten und damals eher unbekannten Gesichtern.
Fazit
Wer knallhartes Mafia-Geballer erwartet, der wird nur zum Teil erfreut sein. Im Mittelpunkt des Films steht tatsächlich die Entwicklung des FBI-Agenten Joe Pistone. Alle andere drum herum wird nur angerissen und verwirrt mitunter. Es rennen dann doch einige Sonnys mit einer Farbe als Nachname in dem Film rum. Da ist Aufpassen angesagt, wenn man den Faden nicht verlieren möchte. Aber alleine die Hauptdarsteller machen "Donnie Brasco" sehenswert. Und die guten Extras mit Darstellerinterviews und einem Blick hinter die Kulissen des Filmsets. "Piss die Wand an" heißt im Original übrigens "Forget about it" (Oder sogar eher im New York Italo Slang: "fuggettaboudid" - aleks). Ob das nun gut oder schlecht übersetzt ist, mag bitte jeder selbst entscheiden. (DvB)
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"Junge, es ist ein Scheißleben. Für alle! Aber wir haben alle nur dieses eine auf dieser Welt. Ständig üben, um besser in seinen Dingen zu werden, nicht anderes habe auch ich getan." The Weather Man