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Animation
 Kung Fu Panda
geschrieben von klaus_h am 24. Feb 2009

Everybody wants Kung Fu Fighting...

Umschlag-Cover Als mir die Dreamworks-Animations-Studios ihren neuen geplanten Kinohit nach "Shrek" und "Madagascar" per Kinotrailer ankündigten, konnte ich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ein Panda als Kung Fu Kämpfer? O.k. - Sammo Hung hat uns bewiesen, dass auch "Vollschlanke" grazil kämpfen können und seit "Ratatouille" dürfen wir uns selbst eine Ratte als Spitzenkoch vorstellen! Also wachsen die Animationsstudios an ihren Aufgaben...

Kung Fu Panda
USA - 2008
Veröffentlichung: 21.11.08
Regie: John Stevenson / Mark Osborne
Stimmen: Hape Kerkeling, Gottfried John, Thomas Fritsch, Bettina Zimmermann, Cosma Shiva Hagen, Ralf Schmitz, Lutz Mackensy, u.a.
"Nochmal"-Faktor: hoch für Kinder und Junggebliebene, niedrig bis mäßig für Erwachsene
Unsere Wertung: 65%
FSK: 6
Laufzeit: 88 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch, Türkisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 2,35:1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Extras: • Drachenkrieger Trainingsakademie
• "Kung Fu Fighting"-Musikvideo
• Audiokommentar
• Triff die Schauspieler (Interviews, Dreh v. d. Synchro)
• Hilf, wilde Pandas zu retten
• Blick hinter die Kulissen
Po (Hape Kerkeling) ist nicht "ein dicker Panda", sondern "der dicke Panda" wie er später einmal betonen wird. Als Sohn eines Gänserichs und Nudelkochs (Lutz Mackensy) liegt ihm angeblich die Nudelsoße im Blut, aber in seinem Herzen ist der dicke Tolpatsch der größte Kenner und Fan des Kung Fu und dessen Helden. Eines Tages will er unbedingt den Ausscheidungskampf der "Furiosen Fünf" (Tigres, Monkey, Crane, Viper, Mantis) um die legendäre Schriftrolle der Verheißung sich ansehen. Aber sein Vater möchte, dass er dort nur den Imbiss reicht.

Beispiel Also platzt er dank seiner Dreistigkeit und eines raketenangetriebenen Bambusstühlchens über alle Absperrungen hinweg mitten in den Kampf hinein, waraufhin ihn der greise Meister Oogway, eine Schildkröte, zum auserwählten Drachenkrieger kürt. Das Entsetzen von Meister Shifu, (Gottfried John) ein kleiner, roter Panda, und seiner Meisterschülerin Tigres (Bettina Zimmermann) ist groß; wollte sie doch mit Hilfe dieser magischen Schriftrolle den Oberschurken, den Schneeleoparden Tai Lung besiegen.

Was nun folgt ist der typisch abgenudelte, aber doch (fast) immer wirksame US-Plot: "Auch wenn du nicht dazu geeignet bist, kannst du alles schaffen", bei dem dank seiner durch Fresslust motivierten Art der Panda doch noch zur Kampfmaschine in Anlehnung an Karate Kid ausgebildet wird. Reichlich verspielte Action und ein ihm eigener Animationsstil, den man allenfalls mit "Mulan" vergleichen kann, sowie augenzwinkernde Glückskeksphilosophie und fertig ist eierlegende Wollmilchsau aus dem Hause Dreamworks, die keinem wehtut, aber auch nicht wirklich die große Klasse der früheren Meisterwerke hat.

Beispiel Das liegt sicherlich auch in dem extrem hohen Tempo und der dämonischen Brutalität des Schneeleoparden begründet, der ein würdiger Nachfolger Shir Khans geworden ist, dem er zweiffellos nacheifert. Darunter leidet das sowohl die Entwicklung der letztlich platten Figuren als auch der Animationsstil, der immer stärker auf Effekt statt Verzauberung zu zielen scheint. Denn letztlich sollen die furiosen Fünf doch nur für die verschiedenen Kung Fu-Kampfstile stehen. Zu viele Anleihen bei bekannten Vorbildern schaden darüber hinaus.

Nicht umsonst hat man wohl im Original etliche bekannte SchauspielerInnen engagiert: Jack Black (Po), Lucy Liu (Viper), Tigres (Angelina Jolie), Dustin Hoffman (Meister ) und Jackie Chan (Monkey), Ian McShane (Tai Lung) sollen den Gestalten allein durch ihre stimmliche Ausstrahlung adeln, was ihnen - so weit dieser Einfluss gehen mag - auch halbwegs gelungen ist. Wie sieht es aber mit der deutschen Umsetzung aus? Alle Welt lobt Hape Kerkeling für diese Leistung, die mir ehrlich gesagt in keiner Weise derjenigen Markus Maria Profitlichs oder Otto Walkes auch nur ansatzweise nahe kommt. Kerkeling verschmilzt leider nicht mit der Figur - er bleibt zu sehr "Moppel-Ich". Dabei schätze ich seine sonstigen Leistungen sehr.

Beispiel Einzig Thomas Fritsch ("Der letzte Trapper", "Ice Age") als Bösewicht vermag in seiner Rolle zu glänzen und zu überzeugen - aber dafür eignet sich auch sein sonores Timbre ebenso vorzüglich wie Ian McShanes Stimme. Die Extras sind der ewig gleiche bunte Mischmasch aus überflüssigen Spielchen, die die Tastatur foltern, und ebenso scheinheiligen "wie liebten die Figuren, die Story und den Regisseur"-Interviews. Kung Fu Panda werden ihre Kinder lieben - aber die würden sich ja nur von Spagetti Bolognese, Pommes und bunten, zuckersüßen Leckereien ernähren - wenn man sie denn ließe. Dazu passt der Promotionflyer eines bekannten Nudelherstellers, der damit seine Pandagesichtigen Knarznudeln anpreisen möchte, im Innern des Covers wie die Faust auf's Auge. Mahlzeit! Also, den Kindern schenken, aber sich nachher nicht wundern, wenn die Vase vom Fenstersims gekickt wird...

Fazit
Dünne Story, hohes Tempo, solide Animationstechnik, kaum ausreichender Tiefgang - kurzweilig und schnell vergessen. (kh)

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