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Thriller
Pathology
geschrieben von AngrySmiley am 04. Mar 2009
Grey's Pathology
Aus unzähligen Arztserien und Filmen wissen wir, dass sich die Götter in Weiß nur um eines Sorgen machen: Unsere Gesundheit. Sie geben alles dafür, tödliche Krankheiten auszurotten, gebrochene Knochen zu flicken oder stehen gebliebene Herzen wieder zum Schlagen zu bringen. Ganz anders die Jungdoktoren in "Pathology". Denen geht es eher um die Toten, und dass es genug davon gibt, dafür sorgen sie schon selber.
Pathology
USA 2007
Veröffentlichung:
04.03.2009
Regie:
Marc Schölermann
mit:
Milo Ventimiglia, Michael Weston, Alyssa Milano u.a
"Nochmal"-Faktor: niedrig
Unsere Wertung: 60%
FSK: ab 18
Laufzeit: ca 87 Min.
Sprachen und Tonformate:
Deutsch (DD5.1, DTS), Englisch (DD5.1)
Bildformat:
16:9
Untertitel:
Deutsch
Extras:
Making Of
Audiokommentar
Vorbereitung in der forensischen Pathologie in L.A. County
Deleted Scene
Musikvideo
Trailer
Der geniale Jungdoktor Ted Grey besucht den Pathologiekurs eines renommierten Professors und freundet sich dort bald mit seinen Kommilitonen an. Dass die alle einen an der Waffel haben, stellt er recht schnell fest, dass sie aber ein perverses Spiel betreiben überrascht ihn dann doch. Einer von ihnen bringt einen Menschen auf kreative Art und Weise um, und die Übrigen müssen auf dem Seziertisch feststellen, woran der Tote verstorben ist. Auch Ted beteiligt sich, wenn auch erst nach anfänglicher Skepsis, an dem makabren Spiel, will dann später aussteigen, aber dazu ist es längst zu spät.
In der ersten Szene des Filmes, spielen die Pathologen die berühmte "Harry & Sally"- Orgasmusszene mit Leichen nach. Ein genialer Einstieg in den Film, da wir sofort sehen, dass die Hauptfiguren total durchgeknallte Typen sind, die keinerlei Respekt vor dem Tod haben. Braucht man in so einem Job wahrscheinlich auch nicht, speziell wenn man nebenberuflich als Mörder tätig ist.
Die Charakter aus "Pathology" sind allesamt unsympathisch. Milo Ventimiglias ("Heroes") Figur kommt als neuer Arzt an das Institut und ist von Anfang an ein Besserwisser. Dass ihn seine Arztkollegen nicht sofort ins Herz schließen, ist da ganz klar. Aber wie sollen wir auch nur die geringste Sympathie für den Typen empfinden. Eigentlich sollten wir mit ihm mitfiebern, aber aufgrund der emotionalen Kälte der Figur ist das eigentlich nicht möglich. Auch die übrigen Doktoren/Mörder sind ziemlich neben der Spur. Speziell Jake, der Anführer der Killermediziner ist ein irrer Sadist wobei Michael Weston ("Garden State") eigentlich als einziger Darsteller in seiner Rolle überzeugen kann.
Mich hat ja bei Ärztesoaps wie "Grey's Anatomy" immer schon gewundert, wo die Leute die Zeit hernehmen. Die verlieben sich ständig neu, sitzen die ganze Zeit in Bars und sind dann bei Dienstantritt fit wie ein Turnschuh. Hier ist es noch unglaubwürdiger. Neben dem Studium schaffen sie es noch sich ständig Drogen einzuschmeißen, Leute umzubringen, die Leichen in einen abgesperrten Teil der Klinik zu schaffen, sie auszuweiden und zu beseitigen. Bei denen hat der Tag wohl mehr als 24 Stunden.
Die Idee an sich wäre ja eigentlich ganz cool gewesen, leider verhunzte man aber das Drehbuch ein wenig, weswegen der Film lange nicht so gut ist, wie er hätte sein können. Wieso nimmt Ted an dem Spiel teil, obwohl er eigentlich dagegen ist? Niemand zwingt ihn dazu und dass er unter dem Gruppenzwang zusammenbricht, glaube ich auch nicht, da er sich ja für seine Mitspieler nicht wirklich interessiert. Was bei "Pathology" aber sehr wohl gefällt, sind die Bilder. Stilistisch ist der Film mehr als nur gelungen. Der aus Hannover stammende Regisseur Marc Schoelermann fing die Stimmung perfekt ein. Wenn er es das nächste Mal auch noch mit einem besseren Drehbuch zu tun bekommt, kann er sicher beweisen, dass er mehr drauf hat, als coole Werbeclips zu drehen.
Um die Darsteller auf ihren Rollen vorzubereiten, mussten sie alle die forensische Pathologie von L.A. County besuchen. Der zuständige Gerichtsmediziner führte sie da ein bisschen herum, und erzählt uns dabei, dass seine Arbeit nicht wirklich viel mit den beliebten Fernsehserien zu tun hat. Im Making Of erzählen dann Cast und Crew von eben diesem Ausflug in die Gerichtsmedizin. Über den Film selber wird eigentlich recht wenig geredet. Trotzdem ist es ein interessantes Making Of. Eine geschnittene Szene, ein nerviges Hip-Hop Lied und ein durchschnittlicher Audiokommentar runden die Extras dann auch schon ab.
"Pathology" ist mit Sicherheit kein schlechter Film, sonderlich gut ist er aber auch nicht. Wenn man sich nicht allzu viel erwartet hat der geneigte Genrefreund sicher seinen Spass, immerhin geht es ja auch ein bisschen blutig zur Sache. Leider enttäuscht das Drehbuch, was dann wieder auf die Stimmung drückt. Da wäre sehr viel mehr drinnen gewesen.
Noch was: Marc Schoelermann hat zuvor Musikvideos für Scooter gedreht.(sd)
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