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Drama
Bangkok Dangerous
geschrieben von Aleks_A am 05. Mai 2004
Thailand: Sextourismus, Rucksack-billigst-Tourismus, Tauchtourismus.
Wer hinter der Fassade geschaut hat weiss auch vielleicht etwas von der Geschichte Thailands und von der aktuellen (und vergangenen) politischen Situation dort.
Dass in Thailand auch Filme gemacht werden, darauf kommt man nicht auf Anhieb. Ein weiterer Grund, auf diesen Film gespannt zu sein.
"Nochmal"-Faktor: Hoch, wenn man wegen der realistisch dargestellten Gewalt nicht pingelig ist.
Unsere Wertung: 82%
FSK: ab 18. Vollkommen gerechtfertigt. Der Film ist keine leichte Kost
Laufzeit: ca. 101 Minuten
Sprachen und Tonformate: Deutsch DD 5.1, Thailändisch DD 2.0
Bildformat: 16:9
Untertitel: keine
Extras: keine
Kong (Pawalit Mongkolpisit) ist ein Auftragskiller - ein unglaublich erfolgreicher Profi. Kaltblütig, perfekt, lässt sich von nichts ablenken. Ihn abzulenken wäre auch nicht einfach - schliesslich ist Kong Taubstumm. Genau diese Behinderung hat ihn zu einem Leben mit Gewalt gebracht. Als Kind wurde er gehänselt, für dumm gehalten und mit Steinen beworfen. Ja, ja, Kinder sind Engel...
In einem Schiessstand lernt er Jo (Pisek Intrakanchit) und Aom (Patharawarin Timkul) kennen lernen. Beide erkennen, wie gut Kong als Killer geeignet wäre, und schon beginnt seine kriminelle Laufbahn. Jo wird zu einem Bruder für Kong. Aom sein Auftraggeber.
Doch die Liebe tritt in Kongs Leben ein in Form der Apothekerin Fon (Premsinee Ratanasopha), und sie wird ihm auch zeigen, dass es mehr im Leben gibt als gehänselt zu werden oder den Menschen mit einer Waffe Respekt einzuflössen.
Als Aom vergewaltigt wird und Jo sich rächt beginnt eine Spirale der Gewalt und Gegengewalt, und inwiefern Kong und Fon das Ganze überleben... das erfährt ihr nicht hier.
Setzen wir voraus, dass ein Taubstummer in diesem "Business" überleben könnte, was ich bezweifle. Ab da kann man dem Film Glauben schenken. Die Beziehungen werden auf typisch asiatischer Art eher angedeutet denn klar dargestellt, doch man erkennt sehr schnell, wer wie denkt und fühlt.
In schön gemachten Rückblenden wird erzählt, wie Kong Jo und Aom kennen lernte, und wie er trainierte. Überhaupt ist der Film visuell eine Wonne, wenn auch etwas zu blutig für mein Geschmack. Ich sage nicht, dass die Darstellung der Gewalt unnötig wäre - schliesslich geht es hier um ein äusserst gewalttätiges Millieu - doch etwas weniger Blut hätte es trotzdem sein können. Auch sind ein Paar Lücken in der Geschichte, die mir so nicht ganz einleuchten, und um die ich herum erklären müsste, um die Geschichte des Films ganz nachvollziehen zu können.
Interessanter Punkt ist, dass die Kommunikation eines Taubstummen mit dem Rest der Welt bei der thailändischen Sprache besonders schwierig ist, schliesslich spielt in dieser Sprache die Sprachmelodie eine entschieden grössere Rolle im Sprachverständnis als bei uns in Europa. Stellt euch vor, ihr könntet nur Vokale verstehen und keine Konsonanten - ungefähr so schwierig ist es wohl für Kong. Nur auf die Lippen schauen bringt bei dieser Art Sprache leider nur wenig - und so ist Kong besonders abgeschottet.
Unterm Strich bin ich schwer beeindruckt von diesem Film. Er ist gut gemacht, gut geschnitten, gut gespielt und rundum ein Filmgenuss. Wenn auch nicht leicht zu verdauen und entsprechend nicht für jeden zu empfehlen. Wenn du gute Filme magst, und mit der realistischen Darstellung von Gewalt umgehen kannst, dann solltest du zu diesem Film auf jeden Fall greifen. (aks)
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