Folge uns über twitter
RSS Feed: DVDmaniacs.de auf den Desktop oder auf eure Site
Romantisch
The Good Night
geschrieben von maqz am 23. Mai 2009
Träum weiter...
Und ich dacht' mir: Lass doch mal wieder so eine romantische Liebeskomödie in die Hand nehmen. Schau, da auf dem Cover liegen Gwyneth Paltrow, Danny DeVito, Penélope Cruz, Martin Freeman und Simon Pegg lächelnd zusammen unter der Bettdecke. Englische und amerikanische Schauspieler angeleitet vom Debüt-Regisseur Jake Paltrow plus Cover-Texte wie "Eine Gute-Nacht Geschichte für Erwachsene: romantisch, witzig, sexy." Das MUSS doch nett anzuschauen sein!? Doch weit gefehlt!
The Good Night USA, GB, Deutschland 2007
Veröffentlichung: 20. 05. 2009
Regie: Jake Paltrow
mit: Gwyneth Paltrow, Penélope Cruz, Martin Freeman, Simon Pegg, Danny DeVito
u.a.
"Nochmal"-Faktor: Niedrig! 1x gesehen reicht lange vor
Unsere Wertung: 40%
FSK: ab 12 Jahre
Laufzeit: ca. 89 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch und Englisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
Bildformat: 16:9 (1:1,78)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Originaltrailer, Werbetrailer
Die "Idee" zu The Good Night, der "Gag" an dem sich die 89 Minuten Filmhandlung aufhängen ist die Idee vom frustrierten Ex-Musiker in der Midlife-Crisis, bei dem's auch nicht mehr in der Beziehung klappt. Eher zufällig erträumt er sich eine erstrebenswertere Realität im Schlaf (darum der Titel). Und schließlich trifft er seine Traumfrau (Drehbuch sei Dank) plötzlich in der Realität. Alles Zutaten für eine wirklich hübsche und leichte Liebeskomödie á la Woody Allen. Ein bisschen Fremd gehen, ein bisschen Fantastik. Doch was Jake Paltrow daraus in seinem ersten Film macht ist eher depressiv.
Martin Freeman (bekannt aus seiner Arthur Dent-Rolle in "Per Anhalter durch die Galaxis") spielt Gary, den deprimierten Komponisten von Werbejingles, sehr überzeugend. Auch die frustrierte Dora (Gwynneth Paltrow) spielt die ewig nörgelnde Ehefrau echt ätzend gut. Auch Simon Pegg ("Shaun of the Dead") spielt den ewig fremd gehenden erfolgreichen Freund und Vorgesetzten treffend. Letztendlich spielen alle ihre Rolle so nahe am Leben, dass man (bzw. ich) in den ersten Minuten eher peinlich berührt, als unterhalten werde. In elegischen Bildern wird die Story weiter gesponnen und auch die skurrilen Auftritte Dany DeVitos und die geheimnisvolle und (später) energiegeladene Penélope Cruz bringen die Geschichte nicht so richtig in Fahrt.
Auf dem Höhepunkt der Langeweile schafft es der Regisseur schließlich doch noch einen Knalleffekt (im wahrsten Sinne des Wortes) beim Zuschauer unter zu bringen und ihn damit wieder wach zu rütteln. Doch die Pointe verpufft schließlich angesichts 80 Minuten einschläfernden Films.
Auch mit ordentlicher Bildqualität, traumhaften Szenen á la David Lynch (für Arme) und einem sauberen Dolby Digital Sound kann "The Good Night" in dieser DVD-Edition nicht überzeugen. Ohne bemerkenswerte Extras hat der Film zwar seine Momente (und auch einige Lacher) aber insgesamt ist es KEIN romantischer Liebesfilm, sondern eher einer zum Abgewöhnen. Er erinnert in seiner (schlechten) Stimmung manchmal an den (viel) besseren Vergiss mein nicht! oder in seiner verpassten Gelegenheit eine fantastische Idee mit guten Schauspielern gut umzusetzen an den (nur etwas) besseren Schräger als Fiction.
Insgesamt hab' ich mich angesichts des Etikettenschwindels mehr über den Film geärgert und war nur wenig unterhalten. Trotz alledem hatte "The Good Night" einen kleinen Denkanstoß parat, der mich daran erinnerte, dass man Beziehungen nicht dahinplätschern lassen, sondern daran arbeiten sollte, bevor man sein Heil in der Traum-Flucht sucht. Ich muss den Film aber nicht unbedingt noch Mal anschauen. Dafür waren die Schauspieler, die Bilder und die Geschichte nicht traumhaft genug!
Fazit
Kein Wohlfühl-Film für's romantische Sofakuscheln zu zweit. (mg)
PS: JA, es IST Jarvis Cocker und er spielt eine kleine Rolle in dem Film!
Sofort bei amazon.de kaufen? Einfach nur auf den Link klicken! Den Soundtrack findest du hier!