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Nachruf: Karl Malden (1912-2009)
geschrieben von klaus_h am 02. Jul 2009
Mike Stone ist tot!
Oscarpreisträger Karl Malden ist am Mittwoch nach Angaben seiner Angehörigen im Alter von 97 Jahren in Brentwood, Kalifornien, gestorben. Mit ihm stirbt einer der letzten Charakterdarsteller Hollywoods, der seit den 50er Jahren in Theater, Film und Fernsehen präsent war. Untrennbar mit dem Krimiklassiker "Die Straßen von San Francisco" verbunden, waren es jedoch ernste, große Rollen in Theater und Film, die seinen Ruf begründeten.
Der 1912 in Chicago als Karl Mladen Sekulovich geborene Karl Malden, der von der Natur aufgrund eines gespaltenen Nasenknorpels mit einem augenfälligen Gesichtserker und einer hochaufgeschossenen kräftigen Statur bedacht worden war, eignete sich wohl kaum zum jugendlichen Helden. Gleichwohl zog es ihn gegen den Rat seiner Familie, einem gescheiterten Lehramtsstudium und der Arbeit in den Stahlwerken 1933 zum Theater, wo er in anspruchsvollen Rollen im Charakterfach brillierte.
Nicht umsonst verdankte er seinen Oscar seiner Paraderolle in Elia Kazans "Endstation Sehnsucht" mit Vivien Leigh, das er bereits 1947 erfolgreich am New Yorker Broadway gespielt hatte hatte. In der Verfilmung durfte er an der Seite Marlon Brandos ("Der Pate") seinen Part einnehmen und wurde 1952 mit dem Oscar prämiert. Zufall am Rande: Brando starb ebenfalls am 1. Juli - allerdings vor 5 Jahren.
Eine erneute Nominierung erhielt Malden 1954 für "Die Faust im Nacken", den "Emmy" 1984 für den TV-Film Fatal Vision. Lange Zeit hatte Malden einen großen Bogen um das Medium Fernsehen gemacht und nahm am Tiefpunkt seiner Karriere so manchen Auftrag (wie z.B. "Summertime Killer") an, der früher vielleicht nicht für ihn in Frage gekommen wäre. Dennoch mussten Produzent Martin Quinn und sein alter Freund und Kollege Kirk Douglas ("Die Fahrten des Odysseus") erst überzeugen an der Seite seines Sohnes Michael Douglas ("King of California") den alten erfahrenen Polizeileutnant Mike Stone zu geben, dessen Menschenkenntnis und rauhe Güte der Serie "Die Straßen von San Francisco" ihren Stempel aufdrückten. Seine letzte Rolle spielte er von neun Jahren in der TV-Serie The West Wing um den Alltag eines fiktiven US-Präsidenten
Die Art und Weise wie sehr man ihn in Hollywood respektierte, wird am besten darin ausgedrückt, dass ihn die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die seit 1927 den Oscar verleiht, 1989 zu ihrem Präsidenten wählte. Dieses Amt hatte er bis 1993 inne. Mit seiner Frau und Kollegin Mona Graham war er seit 1938 verheiratet und hatte zwei Töchter. Er hinterläßt seine Frau, zwei Töchter, drei Enkelinnen und vier Urenkelkinder
Er selbst über seine Arbeit: "Ich bin ein Workaholic. Ich liebe jeden Film, in dem ich mitgespielt habe, auch die schlechten, jede TV-Serie, jedes Bühnenstück, denn ich liebe meine Arbeit. Sie hält mich auf Trab." So gesehen ein Rezept für ein langes und erfülltes Leben. In einem Interview wünschte sich Malden, dass Michael Douglas, der für ihn fast wie ein Sohn gewesen wäre, im Falle seines Todes die Trauerrede halten solle.
(kh)
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Mitglied seit: Aug 21, 2004
Artikel: 1372
Location:Solingen
Geschrieben am:03. Jul 2009 - 13:51
Yepp, auch menschlich sehr sympathisch wie man auf einer Unterseite seiner gut gemachten Fanpage http://www.karlmalden.de/news/ mit diversen Bildern (o.k. es ist die Freizeit Revue, die hier netterweise die Darstellung dort erlaubte, aber wer hat die Bilder schon) sehen kann.
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