Folge uns über twitter
RSS Feed: DVDmaniacs.de auf den Desktop oder auf eure Site
Dokumentation
Yellowstone
geschrieben von klaus_h am 07. Okt 2009
Land aus Feuer und Eis
Das Hochplateau der Yellowstone Region inmitten der Rocky Mountains ist der älteste Nationalpark der Welt. Eine einzigartige geologische Ausgangsbedingung schuf einen Mikrokosmos der klimatischen Extreme und Artenvielfalt, der seinesgleichen sucht. In einer unberührten Wildnis umrahmt von Gletschern, vulkanischen Geysiren und heißen Quellen finden Büffel, Wapiti-Hirsche, Wölfe, Bären, Füchse, Gabelböcke, Otter und Biber noch wirkliche Rückzugsgebiete. Diese dreiteilige Dokumentation der BBC und des ORF würdigen in atemberaubenden Bildern eines der spektakulärsten Gebiete der Erde.
Yellowstone
GB - 2009
Veröffentlichung: 28.08.09
Regie/Produzent: Andrew Murray
Sprecher: Otto Clemens (dt.), Peter Firth (engl.)
"Nochmal"-Faktor: hoch
Unsere Wertung: 93%
FSK: 0
Laufzeit: ca. 135 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 1,78:1
Untertitel: Deutsch (nur bei den Extras)
Extras:
• Feature: Yellowstone People: Jeff Henry - the Snowman (engl. mit dt. UT) (10 min)
• Feature: Yellowstone People: Mike Kasic - the Fishman (engl. mit dt. UT) (10 min)
• Feature: Geyser Gazers: (engl. mit dt. UT) (10 min)
• Trailer
In Episode 1 "Feuer und Eis" stellt man uns das "Land aus Feuer und Eis" passenderweise im harten Winter des Yellowstone vor. Im feuchten, stürmischen Winter dieser Breiten inmitten des nordamerikanischen Kontinents kann es bis zu 50 Grad unter Null werden. Warum ist dies so? Ein Blick auf die computeranimierte Satelliten-Karte enthüllt die geologisch-geographische Sonderstellung des Hochplateus. Entstanden vor 640.000 Jahren bei der Eruption eines Supervulkans, der 40 mal stärker war als der des Mount St. Helens, sieht die Caldera heute aus wie eine zum Westen hin offene Sichel, die von 2.500 m hohen Bergen umgeben ist.
Aufgrund der breiten Rinne, die sich kilometerweit bis hin zum Pazifik hin öffnet, können nun im Winter die feuchten Westwinde bis hin zum Hochplateau hin ansteigen, wo sie sich weiter abkühlen und noch durch die feucht-heisse Luft der Geysire hin in immerwährenden Schneefall verstärken. Ausgerechnet die sehr aktive vulkanische Tätigkeit kühlt die Außentemperaturen derart ab, dass nur extrem angepasste Tierarten wie die Büffel dort überleben können. Der Winter dauert aber im Yellowstone Reservat fast ein halbes Jahr!
Mit bis zu 1,80 m Schnee können die Bisons noch klarkommen, da sie mit ihren mächtigen Schädeln die weiße Last beiseiteräumen und im Zeitlupentempo so wenig Energie wie möglich verbrennen, da das ausgelaugte Gelbgrün der Gräser nur noch einen bescheidenen Nährwert hat. Ist mehr Schnee gefallen, so beginnt die Zeit der Wölfe, die nun den großen Wapiti-Hirschen und selbst den Büffeln nachstellen können. Letztere können nur dann überleben, wenn sie zu den heißen Quellen ziehen; doch dort lauern andere Gefahren.
Zwar liegt das Gras nun frei zugänglich, ist jedoch wegen der Schwefeldämpfe derart Leber, Nieren sowie die Zähne belastend, dass sie nicht allzu lange dort ausharren können. Dass diese Winterzeit auch einen reich gedeckten Tisch für die Füchse bedeutet, überraschte mich sehr. So ist es zwar plausibel, dass er aufgrund seines relativ leichten Körpergewichts auf der Schneeoberfläche leichtfüßig laufen kann. Wie kommt er jedoch an die Mäuse heran, die unter der meterdicken Schneeschicht ein geschütztes Leben genießen?
Relativ einfach und eindrucksvoll: dank seines ausgezeichneten Gehörs kann er sie zentimetergenau orten und springt dann mit einem beherzten Kopfsprung einem mexikanischen Klippenspringer gleich kopfüber in die weiße Pracht, um erfolgreich eine Maus (samt Schnee) im Maul zu haben. Gerade diese einzigartigen und atmosphärisch dichten Bilder machen den Reiz dieser DVD aus.
Teil 2 "Leben auf dem Vulkan" illustriert die Lebensweise jener Ausnahmefauna und Flora im Sommer, wenn die Bären die eigentlichen Herrscher des Plateus sind, während die dritte Folge, "Zeit des Wandels", die Anforderungen der "Fettanpolsterung" für die Tiere während des Herbsts zeigen. Abgerundet wird diese herausragende Dokumentation durch drei vorzügliche Hintergrundfeatures, in denen man uns u.a. jene Menschen vorstellt, ohne deren Kenntnisse dieser Film in der vorliegenden Form nie gedreht worden wäre. Gerade die Insiderkenntnisse des ehemaligen Rangers und Amateurfotografen Jeff Henry oder die der Geyser Gazers (Geysir Ausgucker) sind eine unverzichtbare Ausgangsbasis für den Erfolg derartiger Bilder.
Fazit:
Kameramann Simon Werry ("King Arthur") gewann nicht umsonst den Preis des Missoula International Wildlife Film Festivals 2009. Sowohl von der Fotografie als auch von der didaktischen Erzählweise her ist "Yellowstone" eine der besten Naturdokumentationen der letzten Jahre. Bei der deutschen Nachbearbeitung haben sich zwar ein paar typische Austrozismen wie der "Jänner" (Januar) eingeschlichen, sie fallen aber nur gering ins Gewicht. Angenehm sind die Hintergrundfeatures, da man somit den Verdienst über die üblichen Abspanngestalten hinaus würdigt.
(kh)
Sofort bei amazon.de kaufen? Einfach nur auf den Link klicken!
Also Leute, das ist echt der sauberste & gemütlichste Streifenwagen, in dem ich je gesessen habe. Kann ich hier mit meiner Schrankwand einziehen?" Beverly Hills Cop