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Science Fiction
Matrix Reloaded
geschrieben von Aleks_A am 14. Okt 2003
Matrix it again, Sam
1999 überraschten die bis dahin eher unbekannten Gebrüder Wachowski die ganze Welt mit "The Matrix". Die Aufnahmen und der Stil wurden schnell von anderen Filmemachern kopiert und gar persifliert ("Shrek") und die Geschichte sprach Menschen überall an.
Matrix Reloaded USA, 2003
Veröffentlichung: 11.10.2003
Regie: Andy & Larry Wachowski
mit: Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne, Hugo Weaving u.a.
"Nochmal"-Faktor: Niedrig bis mittel. Ein, vielleicht gar zwei Mal der Film, ein Mal die Extras - mit einem halben Auge
Extras: Ein paar Clips mit etwas Hintergrundinfo auf einer 2. DVD - Nichts Besonderes, eher eine nette Beigabe. Es gibt
• The Matrix Unfolds
• Pre-Load
• The Freeway Chase
• Enter the Matrix: The Game
• Get me an exit
• Inside the Animatrix
• The MTV Movie Award Reloaded
Der aus Elementen asiatischer Kampffilme, der US-amerikanischen Erzählgattung der Science Fiction und der platonischen Philosophie (die Welt in der wir leben ist nur eine Abbild, ein Schatten der tatsächlichen Welt) erfolgreich zusammen gemischte Film wirdnun fortgesetzt. Vier Jahre nach dem Original versucht man, auf der Welle des Erfolgs weiter zu reiten.
Und es soll nicht EIN Sequel sein, nein gleich ZWEI sollen es sein, die dann in einer Trilogie über den Kampf der Menschheit gegen die Herrschaft der Maschinen erzählen soll. Doch oft sind zweite und gar dritte Teile deutlich schlechter als das Original (und reden wir nicht über "Prequels"...), sodass eine gewisse Portion Zurückhaltung nicht fehl am Platze ist. Man hat immer die Befürchtung, dass man eine Idee einfach nur aufgewärmt bekommt.
Bei "Matrix" lernten wir, dass die Realität, wie wir sie kennen, nur eine penible Computersimulation ist. Auch wir sind nur eine programmierte Simulation unserer selbst. Unsere Körper dienen den Maschinen als Energiespender, während sich unser Geist in der Matrix befindet und glaubt, mehr oder minder frei durch die Welt zu rennen.
Doch natürlich gibt es auch bei der Matrix Menschen, die sich dem simulierten Leben widersetzen. Zu einem von diesen wird Neo (Keanu Reeves: "Das Messer am Ufer", "Thumbsucker"), der durch seine gefühlsmäßige Erfassung der programmierten Realität (Hacker nennen sowas "to grock") eine bessere Kontrolle über die Simulation ausüben kann, sich entsprechend der Matrix widersetzt und schließlich siegreich ist.
Oder auch nicht. Bei "Matrix Reloaded" leben all die Menschen, die sich erfolgreich von der Matrix trennten, in der unterirdischen Stadt Zion. Doch die Maschinen herrschen weiterhin über die Menschheit, die Matrix läuft für Milliarden von Menschen weiter.
Und noch schlimmer: Die Maschinen haben einen Grossangriff gegen Zion gestartet. Während das Militär Zions mit allen Mitteln versucht, den Angriff zu stoppen, wird Neo mit seinen Mitstreitern zusehen, dass er in der Matrix einen Weg findet, um die Matrix endgültig zu zerstören...
Ob es ihm gelingt erfahren wir übrigens nicht. "Matrix Reloaded" ist eben der mittlere von drei Filmen und endet mit einem "Wird fortgesetzt". Ihr seid gewarnt.
Ihr werdet euch gefragt haben, wieso ich so viel zum ersten Matrix-Film erzählt habe. Nun, ohne den ersten Film zu kennen wäre ein Zuschauer im Zweiten gnadenlos verloren. Wieso-weshalb-warum-wer-wo-was tut kann man hier nur dann durchschauen, wenn man noch weiß, wer-was-wann-wo bei "The Matrix" getan hat. Ihr seid gewarnt.
Viel Negatives hatte ich von "Reloaded" gehört. Der Film sei "unfertig" und würde sich in Special Effects ergötzen. Die Geschichte sei dünn und mit pseudo-philosophischen Ergüssen mehr schlecht als Recht zusammengeschustert. Böses ahnte ich, als ich die DVD in den Spieler hineinschob.
Doch was folgte war ein Feuerwerk. Auf Sparflamme zwar (argh, gemischte Metaphern!), aber größtenteils genüssliche 138 Minuten. Dabei sehen wir zwar Vieles, was wir schon kennen (Cable Fu!), aber letztendlich hält sich der Film ganz gut dafür, dass er eben zwischen zwei Filmen stehen soll. Nicht so gut wie Peter Jacksons Version vom "Herr der Ringe", aber doch besser, als ich bislang gehört und gelesen hatte. Klar stört das "To Be Concluded", aber wir erleben doch eine in großen Teilen in sich geschlossene Geschichte.
Störend wirkt allerdings die erste halbe Stunde, in der der Film noch nicht weiß, wohin er geht und was er tut und in der wir die gesamte Bandbreite Keanu Reeves' schauspielerischen "Könnens" erleben dürfen (etwa zweieinhalb Gesichtsausdrücke). Die anderen Schauspieler haben sich wohl von Keanu Reeves infizieren lassen und spielen eher mittelmäßig. Entsprechend sind die Handlungselemente recht hölzern dargestellt. Z. B wirkt eine Rede, die Morpheus (Laurence Fishburne) hält, eher kindisch und gestelzt denn bewegend und ermutigend.
Allein Hugo Weaving als "Agent Smith" zeigt verschiedene Facetten seines Könnens. Mit anderen Schauspielern oder einer besseren Regie hätte der Film mehr Tiefgang gewonnen, die Handlung hätte plausibler gewirkt, wir hätten eher mitgefiebert, was denn mit Zion passiert.
Doch sobald die Handlung in Action übergeht wird der Film spannend und man fiebert mit. Hatte man am Anfang noch immer einen Finger auf die Fernbedienung, um den Film vorzuspulen, so legt man die schnell Fernbedienung weg, um mit den Jungs und Mädels zu hoffen, dass sie den Maschinen in der Matrix entkommen. Dass mindestens genügend Darsteller überleben, um einen dritten Film zu machen sollte jedem klar sein, oder?
Die Kämpfe werden eher getanzt denn gekämpft, was zunächst verwirrt. Klar kann man damit leben, doch mir gefallen Jackie Chans Kämpfe mehr, wie mir auch die Choreographien und Kämpfe bei "Equilibrium" besser gefielen. Geschmackssache.
Bild und Ton sind durchgehend gut, wenn auch der Surround-Sound sich kaum bemerkbar macht. Hier und da ein paar Details, aber alles in allem keine spektakuläre Surround-Mischung. Egal, spannend ist es trotzdem.
Die Extras (Vier Info-Clips auf einer zweiten DVD plus Trailer) reißen Niemanden vom Hocker. Man erfährt hier und da manch interessanten Hintergrund (und wer alles den Film mitfinanziert hat), aber an den Tiefgang von "Three Kings" oder den Tiefgang und die Fülle vom "Herr der Ringe" kommen sie nicht mal ansatzweise an. Sie fühlen sich (und sind wohl auch) wie Presseclips, die eher Appetit auf den Film machen sollen, als dass sie uns im Nachhinein mit weiteren Information füttern sollen.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich den Entrittspreis (bis zu 8,- Euro hier in München) im Kino nicht bezahlt habe, da hätte ich mich wohl geärgert. Ich würde die "Matrix Reloaded" DVDs auch keineswegs kaufen. Doch für einen Action-Abend reicht es. Und wenn man "The Matrix" und "Equilibrium" (und "Gattacca" und...) schon auswendig rezitieren kann, dann kann man sich für zwischendurch "Matrix Reloaded" ausleihen. Ein, zwei Mal wird man sich den Film vielleicht doch ansehen wollen. (aks)
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