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Western
Unsere kleine Farm - 5. Staffel
geschrieben von klaus_h am 03. Dez 2009
Von Walnut Grove nach Winoka
Die Familien-Westernserie "Unsere kleine Farm" nach den Büchern "Little House on the Prairie" von Laura Ingalls Wilder um die Familie Ingalls erfährt in der 5. Staffel einen entscheidenden Wandel. Da die Eisenbahn ihre Linie durch Walnut Grove bauen will, bleibt für deren Einwohner kein Platz mehr und so ziehen die Familien Ingalls, Oleson und Garvey in die Stadt Winoka. Werden sie jemals wiederkehren? Stadtluft macht zwar frei, aber ist das wirklich etwas für unsere Serienhelden vom Land?
Unsere kleine Farm - 5. Staffel
USA - 1978
Veröffentlichung: 03.12.09
Regie: William F. Claxton, Michael Landon, Victor French, Leo Penn
Darsteller: Melissa Gilbert, Michael Landon, Karen Grassle, Lindsay & Sidney Greenbush, Melissa Sue Anderson, Scottie MacGregor, Richard Bull, Jonathan Gilbert, Alison Arngrim, Matthew Laborteaux, Patrick Labyorteaux, Linwood Boomer, Victor French, Ray Bolger, Dabbs Greer, Ketty Lester, Karl Swenson u.a.
"Nochmal"-Faktor: hoch, echter Serienklassiker
Unsere Wertung: 85%
FSK: ab 6
Laufzeit: 1099 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 4:3
Untertitel: Deutsch
Extras: • Interviews mit den Darstellern Dabbs Greer (Reverend Alden) und Alison Arngrim (Nellie Oelson) • Quiz - Teste Dein Wissen zu "Unsere kleine Farm"
Auch für die laufende Produktion bedeutete der "Umzug" eine entscheidende Veränderung. Neben der Tatsache, dass man sich vorübergehend von einigen festen Nebenfiguren wie dem Sägewerksbesitzer und Begründers Walnut Grove, Hanson, und auch Reverend Alden (Dabbs Greer) verabschiedete und zwei neue wichtige Figuren hinzu kamen, hatte es auch örtliche Gründe, wie Alison Arngrim aka Nellie Oleson im informativen Interview preisgibt.
Denn zunächst war der Wechsel des Drehorts vom abgeschiedenen Semi Valley ins Paramount Studio, wo man immer eine stationäre Western-Stadt zur Verfügung hatte, eher angenehm. Denn im Semi Valley war es im Sommer stets 10 Grad wärmer wie auch im Winter 10 Grad kälter als im übrigen Kalifornien, so dass im Filmdress immer underdressed war. Allerdings bedauerte Arngrim, die erst im späteren Erwachsenenleben zu einer der am schlechtesten angezogenen Schauspielerinnen Hollywoods gekürt wurde, dass sie nun im Film eine langweilige Schuluniform trug, die so ganz anders war als die "tollen Kleidchen", mit denen sie in Walnut Grove noch strahlen durfte.
Dass sich die Stories anders entwickelten, war bei dem Umzug ebenso klar. Während Vater Ingalls (Michael Landon, "Bonanza", "Ein Engel auf Erden") einen Job als Hotelmanager bekommt, wird Mutter Caroline (Karen Grassle) in der Hotelküche angestellt. Der Waisenjunge Albert (Matthew Laborteaux) (#92 Die Stadt 2) wird dank Charles' Fürsorge ein dauerhaftes Familienmitglied und bereichert die jugendlichen Geschichten um eine "männliche" Perspektive. Mary (Melissa Sue Anderson) und ihr Freund Adam Kendall (Linwood Boomer, später Autor und Produzent bei "Malcolm mittendrin") unterrichten in Winoka in ihrer Blindenschule.
Überhaupt drehen sich viele der Geschichten um Behinderungen (#93 - Der beste Spieler), Krankheit und den daraus resultierenden Diskriminierungen (#94 - Der dicke Mann). Nachdem offenkundig wird, dass sich die Familien in der engen Stadt nicht wohl fühlen, bringt ein Ereignis das Fass zum Überlaufen, als Charles skrupelloser Chef beim Kartenspiel Toby Noe (Ray Bolger, "Der Zauberer von Oz") auch noch einen Lotteriegewinn abluchst, kündigen die Familienväter und wollen trotz allem einen Neuanfang in Walnut Grove wagen, das jedoch in ihrer Abwesenheit ziemlich auf den Hund gekommen ist. (#96 - Heimweh 2)
Nach dieser Rückkehr zu den eigentlichen Wurzeln wenden sich die Stories selbstverständlich wieder dem ländlichen Umfeld zu, wie z.B. #97 - Mein Kälbchen Fagin, in der es allerdings auch um die entstehende Eifersucht zwischen Laura (Melissa Gilbert) und ihrem Adoptivbruder geht. Anders als im wirklichen Leben darf Mary auch die Hochzeit mit ihrem Freund Adam erleben, wie ohnehin die Filmgeschichte sich extrem von jener der Bücher und der realen Ingalls entfernt hat. Denn allein Vater Ingalls muss im realen Leben ein ziemlicher Herumtreiber gewesen sein, der seiner Familie etliche Umzüge zumutete.
Doch dieses Bild konnte man der Serie selbstverständlich nicht zumuten. Dafür tauchten auch endlich in den Geschichten Farbige wie Lehrerin Hester Sue (#103 - Die Reise nach Walnut Grove 2) und auch Juden (#105 - Der Kunsttischler) auf, um "Lektionen" über Rassismus und religiöser Toleranz entwickeln zu können. Man konnte "Unsere kleine Farm" durchaus Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität unterstellen, aber auf der anderen Seite erfüllte sie durchaus effektiv einen liberal-belehrenden pädagogischen Auftrag, der der historischen Laura Ingalls Wilder sicherlich gefallen hätte.
Fazit:
Dank der verbesserten Bildqualität und der zusätzlichen Extras, die mit den zwei 12-minütigen aufschlussreichen Interviews glänzen, bei dem es eine Freude ist, dem immer noch vitalen Dabbs Grees mit seinen 87 Jahren zuzuhören, und auch ein gar nicht so einfaches Serienquiz auf die Fans wartet, ist die 5. Staffel mit Sicherheit eine lohnenswerte Anschaffung für alle Fans dieser Serie und ein gutes Beispiel dafür, dass man durchaus alte Serien mit wenig Aufwand attraktiver gestalten kann. (kh)
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