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Animation
Coraline (Collector's Edition, 2 DVDs)
geschrieben von maqz am 30. Dez 2009
Knopfaugen zum Fürchten (auch in 3D)
Ein fantastischer Stop-Motion Animationsfilm, der die gewohnten Sandmännchen-Techniken weit übertrifft, aber weit mehr Ängste bei den Zuschauern ab 6 hervorrufen könnte, als den Eltern lieb ist. Coraline erinnert stark an Tim Burtons (Produzent, Co-Author) "Nightmare before Christmas" (Regie: Henry Selick) und/oder "Corpse Bride". Wie bei diesen Filmen hat Coraline einen hohen Grusel- und einen noch höheren Unterhaltungsfaktor. Zu sperrig, um in nur eine Film-Genre-Schublade zu passen. Auf jeden Fall ein Kandidat für den nächsten Animations-Oscar.
Coraline 2 Disc Edition (2D + 3D) USA 2009
Veröffentlichung: 17.12.2009
Regie: Henry Selick
mit den Stimmen von: Dakota Fanning (Luisa Wietzorek), Teri Hatcher (Bettina Weiß), Ian McShane (K. Dieter Klebsch), Robert Baily Jr. (Hannes Maurer) u.a.
"Nochmal"-Faktor: Hoch für Fans von Animations-Filmen
Unsere Wertung: 90%
FSK: ab 6 Jahre (Da hat die FSK mal wieder voll in die Grütze gegriffen, ab 12 wäre besser gewesen - aks)
Laufzeit: ca. 96 Min.
Sprachen und Tonformate: 2D: Dolby Digital 5.1 (D, GB, TRK) - 3D: Dolby Digital 5.1 (D, GB, NL, RUS)
Bildformat: 16:9, 1,85:1 Anamorph Widescreen
Untertitel: 2D: D, GB, TRK - 3D: D, GB, DK, NL, N, S
Extras: Disc 1: 2D-Version des Films mit Filmkommentar des Regisseurs Henry Selick und Komponist Bruno Coulais, Unveröffentlichte Szenen, umfangreiches Making-of (ca. 34:46 Min.), Disc 2: 3D-Version des Films, inklusive vier 3D-Brillen
Der Film beginnt schon im Vorspann mit einer schaurig wirkenden Szene um eine handgemachten Puppe, die von einer Nadel-Hand erst von Füllung und Kleidung befreit wird, um danach als kleine Coraline-Puppe wieder zusammen gesetzt zu werden. Coraline Jones hat mit ihren Eltern Mel und Charlie ihr relativ komfortables Leben in Pontiac, Michigan aufgegeben und lebt nun in den altertümlichen "Pink Palace Apartments" in Ashland, Oregon. Die neuen Nachbarn sind die ehemaligen Schauspielerinnen Miss Spink und Miss Forcible im Untergeschoss und der alte russische Zirkusartist Mr. Bobinsky (Ian Shane, "Deadwood") im ersten Stock.
Daneben trifft Coraline auf den schrulligen, ewig plappernden Nachbarsjungen Wybourne "Wybie" Lovat (ein Charakter, den es im Buch von Neil Gaiman übrigens nicht gibt!) und einem abgehalfterten ollen Kater ohne Namen. Da die Eltern wie wahnsinnig an einem Gartenkatalog arbeiten, haben sie überhaupt keine Zeit für die anspruchsvolle Coraline, die beim Stöbern durch das weitläufige Haus eine kleine Tür hinter der Tapete entdeckt. Hinter der Tür findet sich aber nur eine Mauer. Am nächsten Tag schenkt "Wybie" Coraline eine Puppe mit Knopfaugen, die ihr stark ähnelt. "Wybie"s Großmutter (die ihrem Enkel übrigens streng verboten hat das Haus zu betreten, weil dort einst ihre Zwillingsschwester verschwand) soll sie gehören haben. In der folgenden Nacht wird Coraline von einem Maus-Fiepsen wach.
Der Springmaus folgend gelingt das Mädchen durch die nun offene Tür via Tunnel in eine Parallelwelt, in der alles anders und viel paradiesischer erscheint. Zwar haben ihre neuen Eltern Knöpfe statt Augen im Gesicht, kümmern sich aber rührend um ihre "Tochter". Selbst die Nachbarn und der Garten erscheinen wie in einem schönen Traum. Nur der alte Kater erscheint wie zuvor, außer der Tatsache, dass er nun reden kann. Außerdem warnt er Coraline erneut, in dieses Haus zu kommen. Doch das Mädchen hat ihren eigenen Kopf und die Verlockungen des neuen Heims sind einfach zu stark für sie. Doch als sie erfährt, welchen Preis sie für die schöne neue Welt zahlen soll, ist sie ganz und gar nicht mehr bereit zu bleiben. Doch die Rückkehr gestaltet sich ab sofort schwierig...
Gerne würde ich hier über die Möglichkeiten der gut sichtbaren Moral in Coraline sprechen. Kann man die verlockende Wunderwelt mit der süchtig machenden Welt von Drogen vergleichen? Haben "Hänsel und Gretel"- oder "Schwarzer Mann" - Motive hier eine realistische Chance bei einer psychologischen Deutung? Aber schnell stelle ich fest, dass dies bei Coraline einfach zu weit führen würde. Fest steht allerdings, dass der Film mit viel Hirn und Herz eine gefühlvolle Geschichte erzählt, ohne in Kitsch oder Schnulz zu verfallen.
Ohne nun die Unmengen an Arbeitern und Aufwand für diesen in "alter" Stop-Motion-Animationstechnik (kombiniert mit moderner CGI, Polyjet matrix und 3D-Technologie) in den Vordergrund zu stellen, so ist doch jedem Zuschauer sofort klar, was für eine gute Qualität dieser Film hat, äußerlich wie inhaltlich. Sofort wird jedem Erziehungsberechtigten ebenso klar, dass Coraline möglicherweise weniger zu einem Kleinkindergeburtstag passen könnte. Allzu gruselig sind die Ängste, die hier thematisiert werden. Also direkt gesagt: Besser die Kleinen zwischen 6 und 12 nicht alleine vor dem Fernseher "Parken".
Erwachsene werden ihre helle Grusel-Freude auch, oder gerade an der angekündigten 3D-Version haben. Hier aber schön das Zimmer verdunkeln, damit der räumliche Eindruck auch so richtig wirken kann! (doch dazu später mehr.) Aber nicht alles ist so angsteinflößend in diesem Film. Ähnlich wie so vieles aus Neil Gaimans Hand (u.a. "Der Sternwanderer"), wird die eigene Phantasie stark angeregt und ganz neue, noch ungesehene Bilder generiert. Das MUSS man gesehen haben.
Bild- und tontechnisch gesehen ist Coraline in 2D eine Augen- und Ohrenweide. Besitzer kleinerer TV-Formate werden hingegen von der (technisch bedingten) minderfarbigen 3D-Version etwas enttäuscht sein. 3D erfordert viel Bildfläche und einen gewissen Abstand in einem dunklen Raum. Ohne diese Voraussetzunngen ist die 3D-Disc ein nettes Zubrot, aber keine sensationelle Beigabe. Mir persönlich war es auf die Dauer zu anstrengend und ich bin nach 20 Minuten auf die kunterbunte 2D-Version umgestiegen. Das ewige "War das nun 3D? Lass noch mal sehen" und "Hmmm, doch etwas unscharf das Ganze" frustrierte mich Technikjunkie doch dann allzu arg.
Erfreulich sind hingegen die Bonusmaterialien, welche in wahrlich interessanter Form die Hintergründe der Produktion dokumentieren. Dies und der Audiokommentar des Regisseurs zeigen u.a. eindrucksvoll vieviel Mühe sich alle Beteiligten (in Spitzenzeiten waren es über 450 Menschen, inklusive 30-35 Animateure, Digitale Designer und mehr als 250 Techniker und Designer Designer.) mit dem filmischen Meisterwerk machten.
Fazit Insgesamt muss man sich nicht nur als Fans Neil Gaimanesker Titel diesem Animations-Streifen aus der Hand von Henry Selick anschauen. Die 3D-Version ist im Kino sehenswert (Der Satz vom "Besten 3D-Animationsfilm aller Zeiten" macht die Runde im Blätterwald.) im Heimkino kann sie nur mit besserer Technik wirklich begeistern. Perfekte (2D-)Technik, originelle Geschichte in einer phantastisch real wirkenden Inszenierung sind ein Gewinn, nicht nur für den (gemeinsamen!) Familien-Filmabend. Kaufen! Der smartere/sensationelle Kinder-Horrror auch für Erwachsene (mg)
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Wie lange braucht man, um so einen Turm zu bauen? - Kommt ganz auf das Arbeitsrecht an. In den Emiraten 8 Monate - hier bei uns 8 Jahre. Ghetto Gangz 2 - Ultimatum