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Dokumentation
IMAX: Das Glück der Erde
geschrieben von klaus_h am 08. Feb 2010
Ride around the world
"Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde" sagt der Volksmund und meint damit in der Geschichte des Zusammenlebens von Mensch und Tier außergewöhnliche Zusammenarbeit von Mensch und Pferd: Rinder hüten, Kälber fangen, Brandzeichen und ... zum Schlachthof treiben. Jene letzte Implikation erspart uns diese in dreijähriger Drehzeit entstandene IMAX-Produktion jedoch gnädig. Schließlich geht es ihr um die kulturhistorischen Wurzeln dieser "Pferdenutzkultur" aus dem Blickwinkel der Erschließung der Neuen Welt.
IMAX: Das Glück der Erde 4 Kontinente, 1500 Jahre, endlose Freiheit
USA - 2006
Veröffentlichung: 22.01.10
Regie: Harry Lynch
Darsteller: Pferde, Cowboys, Vaqueros, Gouchos, Baquenos und Berber u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel
Unsere Wertung: 73%
FSK: 0
Laufzeit: 38 min + 22 min Extras
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 2,35:1
Untertitel: Fehlanzeige
Extras: Dokumentation "American Horses" moderiert von Jeff Medders, 22:24 min
Ausgehend von der Betrachtung über die klassische Rinderranch, hier verdeutlicht durch die "Four sixes" in West-Texas, die sich über 500 Quadratmeilen erstreckt, wendet sich der Blick nach Marokko, wo man neben der Zucht sehr genügsamer und ausdauernder Pferderassen, der Entwicklung eines besonderen Halfters und Steigbügel eben jene Wurzeln der Cowboy-Kultur vermutet. Denn schließlich brachten die Berber bei der Eroberung der iberischen Halbinsel diese Novitäten im Verlauf ihrer langjährigen Herrschaft dorthin.
Übernommen von den Hirten der Extremadura, wo die Vaqueros auch heute noch den militärischen Ursprung ihres Hirtewerkzeugs, die langen stumpfen Lanzen, der 'garocha', kaum leugnen können, gelangte dieser Kulturteil durch die Conquistadores um 1520 über Vera Cruz nach Mexiko, wo im fruchtbaren Weideland die maßgeblichsten Weiterentwicklungen stattfanden. Denn die dortigen Vaqueros entwickelten nicht nur den charakteristischen Sattelknauf sondern auch als erstes das Lasso. Viele heutige englische Wörter der Reiterkultur haben somit ihren Ursprung im Spanischen.
Insbesondere diese Bilder zur mexikanischen Reiterkultur, der 'Charrelia" mit ihren ausgefeilten Fertigkeiten machen diese sonst recht an der Oberfläche schwimmende, wenn auch in prächtigen Bilder präsentierte Dokumentation sehr interessant. Weitere Stationen sind die Gauchos im sumpfigen Weideland Argentiniens und die Baskenmützen tragenden Baquenos im chilenischen Patagonien. Doch nicht nur nach Südamerika hat es diese verwandte Form der Pferdekultur geschafft, sondern auch in den Westen Kanadas, wo man sogar Hütehunde parallel zu den Pferden einsetzt.
Besondere Fertigkeiten wie das unterschiedlich geartete Zähmen bzw. Zureiten von Pferden oder das Brandzeichnen, Einfangen und das Cutting (von der Herde Absondern einzelner Pferde) wird gesondert behandelt. Aber wo es der Dokumentation doch mangelt, ist die Perspektive auf den eigentlichen Hauptakteur: das Pferd und seine verschiedenen Rassen. Deutlich wird dies im Vergleich zur begleitenden Dokumentation über die Dreharbeiten, als mehrmals deutlich vom "Quarter Horse" gesprochen wird. Doch über den eigentlichen Ursprung dieser Mustangs, ihrer Lebensumstände als Wildpferde und Leistungen wird nichts berichtet.
Fazit:
Eine solide IMAX-Dokumentation mit gestochen scharfen Bildern, ein paar Informations-Highlights und dem üblichen auf den Menschen beschränkten Horizont, der in den Staaten kaum auffallen dürfte. Darüber hinaus wieder einmal ein deutliches Product Placement eines inzwischen in die Schieflage geratenen amerikanischen Automobil-Herstellers. Pferdenarren werden dennoch von den schönen Bildern nicht enttäuscht sein.
(kh)
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