Folge uns über twitter
RSS Feed: DVDmaniacs.de auf den Desktop oder auf eure Site
Krimi
Inspector Barnaby - Volume 15
geschrieben von klaus_h am 27. Jun 2012
Unglücksvögel, Scherenschneider, Gräber und böse Blumen
Auf weitere alte Episoden hatte ich mich bei "Inspector Barnaby" erneut gefreut: Ist sie doch eine insgesamt charmate Serie, die aufgrund der unchronologischen Synchronisations- und Sendereihefolge des ZDFs leider auch bei den Publikationsreihenfolge der Boxen durcheinandergewürfelt werden. Zumindest liegen die hier versammelten Folgen von 2003 bis 2005 inhaltlich nahe beinander, auch wenn Troy nur in der ersten Episode auftaucht. Für den eingeschworenen Fan ist es gut, dass dadurch zumindest einige der älteren Folgen auch optisch optimaler aufbearbeitet wurden.
Regie: Jeremy Silberton (1), Peter Smith (2,4), Richard Holthouse (3)
Darsteller: John Nettles, Jason Hughes, Daniel Casey, John Hopkins, Jane Wymark , Laura Howard, Barry Jackson, u.a.
"Nochmal"-Faktor: teilweise hoch
Unsere Wertung: 78 %
FSK: 12
Laufzeit: 384 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Englisch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9, 1,85:1
Untertitel: Fehlanzeige
Extras: Fehlanzeige
In der ersten Episode "Unglücksvögel" ("Birds of Prey") ermitteln Barnaby (John Nettles) und Troy (Daniel Casey) in einem merkwürdigen Fall, indem es um eine Verquickung von Insolvenzverschleppung, vermeintlichem Selbstmord, Mord, Eifersucht und Naturschutz geht. Und als Schmankerl darf der unbeholfene Troy sogar einmal ein Date mit einer Kollegin haben, bei dem ihm Barnaby aber sinnbildlich in den Hintern treten muss.
Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Einbruch, ist in Wahrheit der verzweifelte Versuch eines Investors zu dem abgeschirmten genialen Erfinder Charles Edmonton vorzudringen. Ihm selbst steht finanziell gesehen das Wasser bist zum Hals, aber der alte Mann faselt offensichtlich dement nur nebulös von einer alternativen Antriebsquelle, die alle fossilen Brennstoffprobleme der Welt lösen würde. Resigniert wendet sich der konfuse Privatgeldgeber ab.
Wenig später wird dieser mitsamt seines Volvos von einem Angler im nahegelegenen Flüsschen entdeckt. Da sich in seinen Lungen Wasser befindet, schließt Gerichtsmediziner Dr. Bullard (Barry Jackson) einen Selbstmord nicht aus. Aber warum hatte der Tote noch Reste einer Haarspülung im Haar? Warum ist dessen gesamte Wohnung unordentlich, jeochd das Bad peinlich sauber? Barnabys Argwohn ist geweckt. Und warum ist Charles Edmonton plötzlich für niemanden zu sprechen, während sich seine Frau exzessiv der Falknerei widmet und der "Major", quasi der Geschäftsführer der Firma, permanent die Investoren beruhigt?
Die Inititalzündung ergibt sich gewissermaßen durch "Kommissar Zufall", da eines Morgens ein fanatischer Greifvogelsammler mit tödlichen Quetschungen in seinem Bett gefunden wird. Scheinbar ist er nachts zuvor in das Haus der Edmontons eingedrungen, um seltene bebrütete Vogeleier zu stehlen. Dabei muss er etwas herausgefunden haben, was es irgendjemanden wert war ihm mit einem Geländewagen anzufahren.
Während der Zuschauer längst die Ehefrau und den Major in Verdacht haben, zwecks Insolvenzverschleppung den bereits auf natürlichem Weg erfolgten Tod des dementen Erfinders zu vertuschen und ihnen auch die folgenden Morde zutrauen, zaubert das Drehbuch jedoch eine letztlich etwas abwegige und überraschende Lösung aus dem Hut, bei der zumindest die titelgebenden "Unglücksvögel" eine rächende Wirkung haben. Von einem Milan geblendet zu werden, ist wieder einmal eine der "orginellen" überraschend drastischen Verletzungen der Serie.
In "Immer wenn der Scherenschleifer..." scheinen alle Morde von dem Geräusch eines Scherenschleiferkarrens begleitet worden zu sein, aber letztlich entpuppt es sich als Racheakt um eine vertuschte Vaterschaft. Bei "Grab des Grauens" wird ausgerechnet der Sohn einer Archäologen im Umfeld eines keltischen Grabs mit einem Pfeil ermordet. Auch hier arbeiten sich Barnaby und Scott durch das übliche Gewirr von alten Familienfehden und Wissenschaftsintrigen, bis sie am Ende erkennen, dass eine ursprüngliche Vermutung gar nicht so falsch war. Und durch den Orchideenschmuggel in "Blumen des Bösen" hat eine Episode einen höchst ungewöhnlichen Startpunkt.
Fazit:
Die 15 Box der deutsch synchronierten Serie vereint vier recht unterschiedliche Episoden mit den üblichen Erfolgskomponenten: ein sympathisches Ermittlerduo, verschrobene Verdächtige, mittelenglisch-beschauliches Kolorit, erschreckende Morde und komplizierte Verstrickungen. Wenn das ein oder andere "Whodunit" manchmal etwas am Zuschauer vorbei entwickelt wird, erhellt der charmante Umgang mit den Figuren dennoch den Rest der Unterhaltung aufrecht.
(kh)