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Drama
Pieces of April
geschrieben von Aleks_A am 03. Jul 2004
Der Erntedankfest aka Thanksgiving hat für die Amerikaner die Bedeutung, die für viele von uns Weihnachten hat: das Fest ist eine gute Möglichkeit, mit der Familie zusammen zu sein (zum Guten wie zum Schlechten) und sich daran zu erinnern, dass man einander hat.
Dass viele Familien in Amerika (wie auch bei uns) eher verhaltensgestört und unfähig sind, miteinander zu kommunizieren tut dem frommen Wunsch nach Nähe keinen Abbruch. Und vielleicht kittet das eine oder andere Thanksgiving gebrochene Familienbeziehungen. Auch bei April.
Pieces of April USA 2003
Veröffentlichung: 06.07.04
Regie: Peter Hedges
mit: Katie Holmes u.a.
"Nochmal"-Faktor: Hoch! Dieser Film macht immer wieder Spass mit seinen skurrilen Charakteren
Unsere Wertung: 89%
FSK: ab 6 - wobei sechsjährige nichts vom Film verstehen werden
Laufzeit: ca. 76 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch DD 5.1
Bildformat: 1.85:1 (16x9)
Untertitel: Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
Extras: "All the Pieces", ein Featurette zum FIlm
Audiokommentar von Autor und Regisseur Peter Hedges
April (Katie Holmes) hat keine Ahnung vom Kochen. Trotzdem will sie das Thanksgiving Essen kochen: für eine Mutter (Patricia Clarkson), die sie missachtet, eine Grossmutter, die sie für tot hält und eine Schwester, die sie für Müll hält. Andererseits könnte ihre Mutter das letzte Mal dabei sein, denn die ist krebskrank. Und hat trotzdem ein freches, vorlautes Maul.
Und heute, gerade heute, funktioniert Aprils Ofen nicht. Danach wird sie sich durch die ganze Hausgemeinschaft durchklopfen (haben die Amis keine Klingeln?) auf der Suche nach einem Ofen, den sie benutzen darf.
April tut ihr Bestes, und ihre Familie nimmt den langen Weg nach New York auf sich. Wird die Familie des gemeinsamen Abend überleben? Werden sie sich an die Gurgel gehen? Wird das Essen gekocht werden?
Hachja, independent Produktionen. Immer wieder die Möglichkeit für Perlen - und für Stinker. 16 Tage und digitale Videokameras können zu einem Desaster führen. Oder aber zu einer Perle wie dieser Film. Hervorragend gespielt, mit einem lustigen, traurigen, subtilen Drehbuch, der mich überraschte.
Überraschend auch, dass Katie Holmes, die ich bei "Dawson's Creek" nicht ausstehen konnte, hier nicht nur zum Film passt wie Topf und Deckel, sondern auch hervorragend spielt. Sie hält sich in der Gemeinschaft von Schauspielern wie Oliver Platt ("Funny Bones") oder Patricia Clarkson.
Es gibt immer wieder geniale Momente in diesem Film. Zum Beispiel als die Mutter im Auto sich darüber auslässt, wie sexy Puff Daddy (oder welchen Namen er diese Woche benutzt) ist, wie er sie nur mit dem Singen antörnt. Oder aber die beiden schwarzen Nachbarn von April, die zwar in einer kleinen Wohnung leben, aber was Ihnen an Wohnraum fehlt kompensieren sie durch die Grösse ihrer Herzen. Und ich erzähle nichts mehr, weil ich die Liste sehr, sehr lang machen könnte.
Dieser Film fühlt sich an, als ob er sich von selbst erzählen würde, als ob er kein Film wäre. Ihr wisst schon ein Film mit Drehbuch, Kameras, Beleuchter und all das. Mit den begrenzten Mitteln, die man hier Verfügung hatte ist dieses Gefühl ein Beweis des Könnens der Beteiligten.
Die Extras sind nett, wenn auch nicht weltbewegend. "Alle Teile zusammen" erzählt die Hintergründe des Filmes (aber schaut es euch nach dem Film an), der Kommentar durch den Autor und Regisseur ist auch ganz interessant, wenn er auch nichts wirklich neues erzählt.
Wer diesen Film verpasst verpasst eine kleine, perfekt runde Perle des Filmemachens. Ein Film über Liebe, ein Film darüber, dass man die Zeit zusammen nicht verprassen sollte, dass man jede Minute geniessen sollte, ein Film darüber, dass man Zusammen mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Anschauen, geniessen, noch Mal anschauen, noch Mal geniessen. (aks)
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