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Drama
Ein ungleiches Paar
geschrieben von Aleks_A am 17. Jul 2004
Männerfreundschaften. Was ist nicht schon alles darüber geschrieben, gesprochen, diskutiert und gefilmt worden. Natürlich erinnert sich jeder an Walter Matthau und Jack Lemmon, aber ob die Hassliebe des Schauspielers Sir und seines unterstellten Norman genau so legendär ist, das werden wohl erst am Ende des Films (oder am Ende der Rezension...) wissen.
Ein ungleiches Paar GB 1983
Veröffentlichung: 06.04.04
Regie: Peter Yates
mit: Albert Finney, Tom Courtenay, Edward Fox u.a.
"Nochmal"-Faktor: Hoch! für alle, die sich an guten Schauspielern ergötzen wollen.
Unsere Wertung: 87%
FSK: ab 12
Laufzeit: ca. 114 Min
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch, Spanisch. Alle Mono
Sir (kein anderer Name lernen wir kennen) ist ein alternder Schauspieler, der Shakespeare in- und auswendig kennt. Doch sind seine besten Zeiten vorbei. Sir (Albert Finney) verliert langsam aber stetig sein Verstand. Doch solange er eine Bühne hat, auf der er Schauspielern kann, und solange Norman (Tom Courtenay), sein Ankleider, mit dabei ist, braucht nicht im Krankenhaus bleiben.
Von Norman erleben wir seine Ergebenheit zu Sir kennen und ahnen, dass er nicht viel übrig hat für die Freuden des weiblichen Geschlechtes. Vielleicht ist er sogar in Sir verliebt. Doch wahrscheinlicher ist es, dass er ihm einfach treu ergeben ist, und wahrscheinlich will er Sir als Schauspieler, als übergrosse Figur, behalten. Wer will schon der Bedienstete eines kaputten Geistes sein?
Und nun die Sache mit Mr. Davenport Scott, der wegen Homosexualität verhaftet wurde, und die Theatergesellschaft muss die Aufstellung der Schauspieler ändern, keiner bedient die Sturmmaschine, und Sir hat nicht nur die ersten Zeilen seines Parts vergessen, sein Verstand kommt und geht. Ach ja, und just eine Minute vor dem Beginn fangen die Deutschen mit einer Bombardierung an. Na, ob das alles gut geht...
Ach, wie schön britisch die alle im Film sind. Dies ist ein klassisches Drama darüber, wie man alt wird, wie man sich den eigenen Geistern des Alterns und dessen Unzuläglichkeiten stellen sollte. Aber auch darüber, was Ergebenheit heisst. Zu einer Person, zu einer Berufung, zu all dem, was einem zu einer ganzen Person macht. (Und wie Banane so mancher Künstler drauf ist...)
Und natürlich spielt Albert Finney so, wie es sich für ein Schauspieler seines Talents ziehmt, nämlich hervorragend und fast alle anderen gegen die Wand. Fast, weil Tom Courtenay als Norman jede Sekunde dagegen hält. Für Liebhaber guten Schauspiels und guter Dramen. Jederzeit. Anders legendär als die Hassliebe Matthau und Lemmons. (aks)
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