Extras: Die nackte Wahrheit
Die Entstehung des Kalenders
4 Zusätzliche Szenen
Das Leben in der Provinz hat landschaftliche Vorteile und eine Reduzierung des Stressfaktors um ein Vielfaches als Vorteil - keine Frage. Doch wenn die einzige Möglichkeit für soziale Kontakte das "Womens Institute" ist, so kann man das als Nachteil sehen - zumindest in Rylstone.
Denn für Chris (eine hervorragende Helen Mirren, "Die Queen", "King George") und Annie (Julie Walters) gibt es kaum was langweiligeres als einen Vortrag über Brokkoli oder der jährliche Kalender mit Blumen... Brücken... und andere mehr oder minder (wohl eher minder) interessante Inhalte.
Und auch wenn Chris' Idee, George Clooneys Hintern von allen Seiten in einem Kalender abgebildet zu haben wahrscheinlich nicht in Erfüllung geht, so führt die Erkrankung und der Tod von Annies Ehemann an Leukämie dazu, dass Chris einen ganz anderen Kalender vorschlägt: Die Damen des WI von Rylstone sollen nackt posieren. Zu Gunsten der Leukämie Forschung. Zu sehen wird nichts sein, aber das erhöht bekanntlich den Grad des Pikanten an der Nackheit.
Und während die Damen die Idee gewagt, aber witzig finden, so haben sie nie im Leben damit gerechnet, dass die ganze Welt inklusive Hollywood sich dafür interessieren wird. Doch wie reagiert die direkte Umwelt der Damen darauf - und wie der Hauptvorstand des Women's Institute?
In einem der Extras spricht die Produzentin davon, dass sie einen Film mit starken, selbstbewussten Frauen machen wollte - und das ist ihr gelungen. Der Film ist eine leichte Komödie, die dennoch nicht die dunklen Seiten des Lebens vergisst. Und so tippelt man von Geschehniss zu Geschehniss mit den Damen und erlebt die Höhen und Tiefen davon, über Nacht berühmt, wenn nicht gar berüchtigt zu werden. Hervorragende Schauspieler, gutes Drehbuch, eine wahre Geschichte und nicht zuletzt die Regie von Nigel Cole (der uns bei "Grasgeflüster" ein ähnliches Juwel lieferte - mit selbstbewussten, älteren Damen) machen aus Kalender Girls ein Film für die ganze Familie und für jede Situation. Erstaunlich, dass die FSK hier die richtige Entscheidung traf, den Film für alle Alterstufen freizugeben. So viel Vernunft ist man von denen nicht gewohnt.
Was die Extras angeht, so ist es ganz nett zu erfahren, wie die Geschichte sich in Wirklichkeit entwickelte, und wie der Kalender für den Film entstand (er lehnte sich sehr stark an die Originalbilder). Und es ist auch nett zu wissen, welche Szenen nicht genommen wurden, aber das Fehlen eines Kommentars oder tiefer gehender Informationen macht das Ganze nicht wett (Hellen Mirren und den Regisseur hätte ich mir gerne im Kommentar gewünscht). Wegen der Extras wird sich keiner die DVD kaufen.
Wohl aber für einen Film, der wie ich schon erwähnte den Trend weiter führt, ruhige Komödien zu erzählen. Geschichten, die lustig sind aber das Schlechte nicht vergessen. Komödien, die intelligent sind und sich lohnen, zuzugreifen. Wer "Kalender Girls" verpasst, verpasst einen der schönsten Filme dieses Jahres. Auch für Männer empfehlenswert. (aks)
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