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Drama
The Guys
geschrieben von maqz am 11. Sep 2004
The Days After 9/11
Es gibt Filme, die beeindrucken mehr, als es scheint. The Guys, die Geschichte eines Feuerwehr-Hauptmanns, der mit Hilfe einer Journalistin die Trauerreden für seine acht Kameraden schreibt, die am 11. September 2001 umkamen. Was erzählt man da in 81 Minuten und wie? Regisseur Jim Simpson macht dies überraschend und beeindruckend gut! ...nach einer wahren Begebenheit.
The Guys USA 2002
Veröffentlichung: 05.08.2004
Regie: Jim Simpson
mit: Sigourney Weaver, Anthony LaPaglia, Irene Walsh, u.a.
Sprachen und Tonformate: Dolby Digital 5.1 in Deutsch und in Englisch
Bildformat: 16:9 (1,85:1) Breitwand
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte möglich
Extras: Interview mit Sigourney Weaver, Infos zu Sigourney Weaver und Anthony LaPaglia, Filmtipp und Trailershow
Ich begann diesen Film zu sehen mit einem gewissen Abstand. 3 Jahre waren vergangen, seit dem Terroristen vier Flugzeuge in Amerika am 11.September 2001 zum Absturz zu brachten. Zwei Flugzeuge, die in das World Trade Center in New York flogen, rissen viele, viele Menschen in den Tod, darunter auch viele Feuerwehrleute. Der Film startet relativ harmlos mit häuslichen Szenen und dem Eintreffen des Feuerwehr-Hauptmanns, der die Trauerreden für seine 8 gestorbenen Kollegen schreiben muss und damit überfordert ist.
Während Joan (Sigourney Weaver) es als Herausforderung und große Bereicherung empfindet, sich mit Hilfe ihrer Sprache nützlich zu machen, legt Nick (Anthony LaPaglia - Lantana, Without a Trace) nach und nach seine professionelle Härte ab. Nach 15 Minuten fragte ich mich: "Wollen die den Film die ganze Zeit so weiter laufen lassen? Er erzählt von den Eigenheiten seiner Kameraden, sie notiert, fragt zwischen, schreibt schließlich auf und er liest es dann vor?" Aber schließlich packte es mich und es war genau das, was ich die restlichen 65 Minuten sah und hörte. Reden, reden, reden.
Und nun gab es für mich - und bestimmt auch für alle anderen - zwei Wege diesen Film zu sehen: Variation A: Die Solidarität mit den Amerikanern ist so groß und das Mitgefühl mit den Opfern ist groß genug, den Pathos und die Einseitigkeit dieses Films zu übersehen und ihn als Meisterwerk anzuerkennen.
Oder Variation B: Die Antipathie gegen den amerikanischen Imperialismus in der Welt ist so groß, dass alle Betroffenheit nichts nützt um den Film gut zu finden, bzw Verständnis für die amerikanische Sicht der Dinge aufzubringen.
Ich selber muss gestehen, dass ich zuerst vom heldenhaften Schicksal der Feuerwehrleute, die ja auch nur Menschen waren berührt war und dass erst mit dieser Rezension Zweifel an meinen rührseligen Gefühlen aufkommt. Doch kommt es im ersten und auch im zweiten Moment für meinen Geschmack bei diesem Film nicht auf eine ausgewogene und differenzierte Sichtweise der politischen Konfliktsituation an. Da starben Menschen und jemand hat sie getötet. Da haben Menschen versucht zu helfen und sie starben dabei. Da trauerten die Hinterbliebenen und sie suchten Trost... Die Wochen nach dem 11.September 2001 zusammengefasst in einem Theaterstück (zugegebenermaßen mit heißer Nadel gestrickt), dass dann zu diesem Film wurde. Wie ich finde zu einem sehenswerten Film.
Kurz noch ein Wort zur Ausstattung der DVD: Das kurze Interview und dei Textinfos zu den beiden Hauptdarstellern sind eigentlich keine Erwähnung wert und schon lang kein Grund sich die DVD zu besorgen. Nur der Inhalt in einer guten Bild und Tonqualität kann überzeugen. (mg)
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