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Animation
Bärenbrüder
geschrieben von stephan am 13. Sep 2004
Bär der Liebe
Gerade kommt ein neuer Disney in die Kinos (der mit den Kühen, wie heißt der noch?) da kommt sein erfolgreicher Vorgänger auf DVD raus (Immerhin über 3 Mio. Kinozuschauer - keine Selbstverständlichkeit mehr bei Disneyfilmen). Praktisch, dass man auf der DVD auf den einen und im Kino auf den anderen hinweisen kann. Aber ich schweife ab. Hier und jetzt geht's um "Bärenbrüder", die Geschichte eines Mannes, der in einen Bären verwandelt wird und nun das Leben aus einer ganz neuen Perspektive erlebt. (Und als Zugabe gibt es auch ein kleines Gewinnspiel.)
Bärenbrüder
USA 2003
Veröffentlichung: 09.09.2004
Regie: Aaron Blaise & Bob Walker
mit den Stimmen von: Daniel Bruehl, Johannes Bachmann, Moritz Bleibtreu, Gedeon Burkhard, Stefan Gossler, Thomas Danneberg u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel
Unsere Wertung: 65%
FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 82. Min - aber nur knapp 75 Min. Film
Sprachen und Tonformate: Deutsch 5.1 (DTS und DD) & Englisch DD 5.1
Zusätzliche Szenen: Wo ist Koda?
Das Geständnis. Muri das Eichhörnchen. (11:03)
Songs von Phil Collins:
Lied vom Fischen (3:45) & Die Verwandlung (2:24)
Musikvideo "Look through my eyes" (4:00)
Spiel "Entdecke Dein Totem"
Spiel "Knochen-Puzzle"
Filmkommentar der Elche
Legenden vom Bär (2:56)
Entstehung der Filmgeräusche (3:16)
Designgalerie & künstlerische Aspekte
mit Filmarchitekt Robh Ruppelt
und Kenais Chefzeichner Byron Howard (9:59)
Der Film spielt irgendwo im Norden des amerikanischen Kontinents, zu einer Zeit als noch Mammuts und Säbelzahntiger (Leider gibt's keinen im Film. Nur bei Ice Age) durch die Landschaft zogen. Das Leben von Kenai und seinen beiden Brüdern Sitka und Denahi ist geprägt von der Jagd den Riten des Clans. Bis zu dem Tag, als erstens Kenai sein Totem erhält (den Bären der Liebe), mit dem er absolut unzufrieden ist.
Gleichzeitig hatte ein Bär den mühsam gefangenen Fischvorrat geplündert und Kenai, der den Fischkorb nicht richtig befestigt hatte, machte sich auf den Weg, um den Bären zu erlegen. Doch alles kommt anders als geplant: Bei der Auseinandersetzung mit dem Bären stirbt sein großer Bruder Sitka, der Bär kann entkommen. Doch Kenai verfolgt den Bären, stellt ihn und tötet ihn.
Und dann greifen die Großen Geister ein, allen voran der Gesit seines Bruders, und er wird in einen Bären verwandelt. Von nun an muss er sich zum einen mit einer neuen Perspektive auseinandersetzen, zum anderen wird er von seinem Bruder Denehai verfolgt, der glaubt, dass der Bär Kenai für den Tod des Menschen Kenai verantwortlich sei.
Die Erste, der Kenai in seiner neuen Form begegnet, ist Tanana, die Schamanin des Stammes, die ihm erklärt, dass er zu den Bergen gehen muss, auf denen die Lichter die Erde berühren. Also macht er sich auf den Weg und begegnet - nicht zum letzten Mal - den beiden Elchen Björn und Benny.
Diese zwei sind zwar ein wenig langsam, aber sehr freundlich und sie sorgen für jede Menge Lacher. Leider sprechen sie in der deutschen Version einen seltsamen nordischen Dialekt, an den man sich erst einmal gewöhnen muss und der hin und wieder schwer zu verstehen ist, gerade für Kinder, die noch nicht soviel Erfahrung mit anderen Sprachen/Dialekten gemacht haben. Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum man sich bei der Synchro dafür entscheiden hat, die Elche so sprechen zu lassen. In der Original-Version gibt's jedenfalls keinerlei Elch-Dialekt.
Aber egal, weiter im Text: Anschließend trifft Kenai auf den kleinen Koda, der von seiner Mutter getrennt wurde und nun unterwegs ist zur jährlichen Lachswanderung, wo er mit seiner Mutter wieder zusammentreffen will. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Während sich die beiden Bären langsam näher kommen und Freunde werden, ist ihnen Denahi immer noch auf der Spur. Schließlich erreichen Sie den großen Fluss, durch den die Lachse wandern und nun ist es nicht mehr sehr weit bis zum entscheidenden Finale auf dem Berg.
Insgesamt gehört "Bärenbrüder" nicht zu den besten Filmen aus dem Hause Disney. Zwar ist das Ganze recht kurzweilig und es gibt viele gelungene Momente, aber mein Gesamteindruck ist eher mittelmäßig. Die Zeichnungen sind gewohnt hervorragend, die Figuren sind gut gelungen und die Landschaften sind einfach toll. Nur bei der Darstellung der Nordlichter hat man meines Erachtens ein wenig übertrieben.
Die Musik ist ein wichtiger Punkt, der meines Erachtens recht misslungen ist. Und das nicht nur, weil Phil Collins in zwei Songs (wie bei Tarzan) auf Deutsch singt. Wer eine Sprache nicht kann, sollte auch nicht versuchen, in dieser Sprache zu singen, oder? Ich frage mich, auf wessen Mist diese Idee gewachsen ist. Zudem gefällt mir der Einsatz der Musik nur selten. Zu oft läuft im Hintergrund ein Song, während sich parallel dazu die Geschichte weiter bewegt. Einmal im Film ist das ja noch vertretbar, aber öfter doch nicht. Außerdem passen die Lieder nicht zum Thema bzw. der Zeit. Man hat nicht den Eindruck, dass irgendwelche Einflüsse indianischer Musik in den Soundtrack eingeflossen sind.
Vergangen die Zeiten, als Disney-Filme noch so etwas wie Musicals waren und die Figuren selber sangen. Da passten die Songs meist ins Geschehen und erzählten dabei in der Regel etwas über den Sänger. Auch bei "Bärenbrüder" hätte man (wenn man gewollt hätte), passende Songs einbauen können. Zum Beispiel hätte ein Lied der Elche sehr lustig werden können, das Geständnis von Kenai hätte man in eine schön-traurige Ballade packen können und es gibt noch einige andere Szenen, die sich für eine musikalische Umsetzung angeboten hätten.
Noch ein paar Worte zu den Extras:
Recht gelungen ist der Film-Kommentar der Elche. Die beiden albern und blödeln herum, dass es eine Freude ist. Seltsam, dass Disney sich berufen fühlt, den Hinweis einzufügen, dass der Kommentar die Meinung der Sprecher und nicht notwendigerweise die von Disney bzw. Buena Vista wiedergibt. Befürchtet man irgendwelche Klagen? Wenn man nicht hinter solchen Ideen steht, sollte man sie doch lieber ganz lassen, anstatt sich von den Inhalten auf seiner DVD zu distanzieren.
Der Rest der Extras ist Standard: recht nett, aber nichts, was man dringend gesehen haben müsste. Die beiden Spiele sind diesmal allerdings besser als sonst. Vor allem das Knochenpuzzle ist unterhaltsam und dabei auch lehrreich. nach der Auflösung erfährt man nämlich immer noch etwas Wissenswertes über das jeweilige Tier.
Insgesamt ist "Bärenbrüder" sicherlich kein schlechter Film, aber hinter anderen Disney-Werken wie "Dschungelbuch", "Aladdin" (den gibt's bald auch auf DVD) oder "Mulan" bleibt er weit zurück. Die Figuren sind sympathisch, die Zeichnungen wie immer sehr gut; vor allem die Landschaften sind klasse eingefangen und wird der wilden Schönheit des nordamerikanischen Kontinents durchaus gerecht.
Aber wieder mal stelle ich mir die Frage, wieso man solche Filme in unserem Lande ohne Altersbeschränkung freigibt. Schaut man sich die Filme bei der FSK nicht an und dürfen so alle Disney-Filme automatisch von allen angeschaut werden? (svl)
Und wer jetzt noch eine zweite Meinung zu den Bärenbrüdern haben möchte, oder nur einfach etwas gewinnen will, der sollte sich HIER hinklicken.
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