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Krimi
Foolproof
geschrieben von klaus_h am 12. Okt 2004
The Canadian Job
Wer mag sie nicht, jene coolen, ausgeklügelten Gangsterfilme, in denen smarte Superhirne den perfekten Einbruch planen und trotzdem alles anders läuft als erwartet?
Foolproof ist ein Musterexemplar dieser Gattung und darüber hinaus witzig, spritzig und höchst effizient. Zusätzlich weist er neue Varianten und Wendungen auf, die den Film zum sichtlichen Vergnügen werden lassen.
Foolproof
Kanada 2003
Veröffentlichung: 11.10.04
Regie: William Phillips
mit: Ryan Reynolds, David Suchet, Joris Jarsky u.a.
"Nochmal"-Faktor: sehr hoch
Unsere Wertung: 93%
FSK: ab 12
Laufzeit: ca. 94 min
Sprachen und Tonformate:
Deutsch und Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1.85 : 1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Featurette, Making of Special Effects, Trailer
Drei junge Freunde, Kevin (Ryan Reynolds, "Wild Wedding", "Zurück im Sommer"), Robert und Samantha, die sich seit der Uni aus Hackerkreisen kennen, haben zwar alle seriöse Berufe, aber ein schräges Hobby: Das Planen und Vorbereiten absolut narrensicherer Einbrüche mittels modernster Technik und taktischen Tricks. Doch durchgezogen haben sie bisher noch keinen einzigen Job, denn "die Planung eines Einbruchs ist die eigentliche Kunst".
Obwohl sie noch kein eigentliches Verbrechen begangen haben, so ist der Verlust ihres letzten Plans um den Raub von Diamanten verhängnisvoll: Ein alter Muster-Gangster, der mit allen Wassern gewaschene Leo "das Händchen" (David Suchet, "Agatha Christie Poirot"), hat den Plan gestohlen, den Bruch durchgeführt und ihnen die Polizei auf die Fersen gehetzt.
Sein Ziel ist es, die drei mit ihren Fingerabdrücken auf den Plänen zu erpressen, um sie zum gewagten Einbruch in den bestens abgesicherten Tresor einer Bank zu zwingen, bei dem es um Finanzpapiere im Wert von 20 Mio Dollar geht. Gewieft geht der alte Gauner dabei vor, indem er versucht die Schwächen der einzelnen Freunde gegeneinander auszuspielen. Doch auch diese wissen sich zu wehren.
Die Art und Weise, wie der Film alleine die Planung und Durchführung des "Jobs" veranschaulicht zeigt, dass man auch ohne Blockbuster-Stars und ein Monster-Budget einen absolut spannenden und witzigen Film drehen kann. In seiner Cleverness und den technischen Tricks übertrifft er einen "Ocean Eleven" um Längen. Sowohl alle anderen Suspense-Szenen als auch eine Fahrstuhl-Action-Sequenz gehören zu den glaubwürdigsten, was ich seit langem in dem Genre gesehen habe. Gerade letztere wird bei den Extras gut erklärt.
Vieles wirkt bei diesem Film wie aus einem Guss, was angesichts des Regisseurs William Phillips, der selbst das Drehbuch verfasst hat, sehr erfreulich ist. Wenn man ihm die Möglickeiten lässt, kommt einer der aufstrebendsten Regisseure für die gepflegte Spannung demnächst aus Kanada. Dabei hat der Film "nur" 8 Millionen US-Dollar gekostet, sieht jedoch nach dem drei- bis vierfachen Budget aus.
Alle überwiegend kanadischen Schauspieler füllen ihre Rollen hervorragend aus. Gerade Reynolds scheint mit dieser Rolle von seinem üblichen Comedy-Klischee seit "Two Guys, a Girl and a Pizza Place" (dt. "Ein Trio zum Anbeissen", TV-Serie) wegkommen zu wollen, was ihm ansprechend gelingt. David Suchet kann sich nach seiner Selbstparodie in "Wild Wedding" mit Michael Douglas und Albert Brooks wieder einmal glaubhaft von seiner "teuflischen" Seite zeigen und der mir zuvor gänzlich unbekannte Joris Jarsky als Computer-Nerd Rob ist ein echter Geheimtipp für schräge Rollen.
Die Bild- und Tonqualität scheint optimal, der Soundtrack stimmig und die Extras liegen im Soll: neben dem obligatorischen Trailer und dem "Making of Special Effects" gefällt mir das griffige Featurette, in dem alle Hauptbeteiligten prägnant über ihre Rolle bei der Entstehung des Films plaudern, ohne gleich in die peinlichen Lobhudeleien mancher großen Produktionen zu verfallen.
Also: Unbedingt anschauen, da ausgeklügelt kurzweilige Unterhaltung selten ist und der kanadische Film nicht länger als verlängerter Darmfortsatz der kränkelnden US-Unterhaltungsindustrie betrachtet werden sollte. (kh)
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