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Horror
Godsend
geschrieben von AngrySmiley am 04. Dez 2004
Zuerst kam Schaf Dolly...jetzt kommt Adam
Eine Geschichte, die Potenzial hat, einer der besten Schauspieler seiner Generation, eine gutaussehende Hauptdarstellerin und ein kleiner Junge, der einem das Fürchten lehrt, das sind die Zutaten, die in Godsend zusammengemixt wurden. Als Horror- und Thriller-Fan habe ich mich natürlich sehr auf diesen Film gefreut, und habe gehofft, dass Regisseur Nick Hamm die Zutaten auch wirklich gut verrührt und auch eine Prise Spannung und Grusel dazugemischt hat.
Godsend USA/Canada 2004
Veröffentlichung:
06.12.2004
Regie: Nick Hamm
mit: Greg Kinnear, Rebecca Romijn-Stamos, Robert De Niro u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel
Unsere Wertung: 50%
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 101 Min
Sprachen und Tonformate: Deutsch und English Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1.85:1, 16:9 (anamorph)
Untertitel: Deutsch
Extras: Audiokommentar, 4 alternative Enden, B-Rolls, Interviews
Zuallererst ein kurzer Überblick über die Geschichte: Paul und Jessie Duncan führen ein idyllisches Leben mit ihrem Sohn Adam. Kurz nach seinem achten Geburtstag wird Adam in einen schrecklichen Autounfall verwickelt und erliegt seinen Verletztungen. Doktor Wells, ein ehemaliger Professor von Jessie, tritt an das Paar heran und überredet die beiden zu einem moralisch fragwürdigen Experiment. Er will Adam mit Hilfe modernster Technik klonen.
Das Experiment glückt und Familie Duncan ist wieder vereint. Nach acht Jahren allerdings beginnt Adam sich seltsam zu verhalten, er schlafwandelt und hat Visionen. Doktor Wells tut dies als kleinen Nebeneffekt ab, doch Paul vermutet Schlimmes. Nachdem sich mysteriöse Vorfälle häufen, beginnt Paul auf eigene Faust zu ermitteln und erfährt Schreckliches.
Regisseur Hamm, dessen Vorgängerfilm The Hole ich sehr genoss, hätte ich mehr zugetraut. Er bemüht sich zwar, eine spannende Atmosphäre aufzubauen, präsentiert aber nur Szenen, die man bereits in anderen Filme gesehen hat. Zu oft gleichen die Bilder Werken wie The Sixth Sense, Das Omen und Friedhof der Kuscheltiere.
Die beiden männlichen Hauptdarsteller werden nie wirklich gefordert und präsentieren deswegen nur mittelmäßige Darstellungen. Robert DeNiro versteckt sich hinter seinem Bart und Greg Kinnear kann auch nicht überzeugen. Rebecca Romijn-Stamos, die endlich mal ohne blaues Latexkostüm auftreten darf, sieht zwar sehr gut aus, aber das war’s dann auch schon. Cameron Bright, der dieses Jahr bereits in The Butterfly Effect im Kino zu sehen war, sah bereits als normales Kind furchteinflößend aus, als Klon schaut er nur mehr grimmig, kann aber auch nicht wirklich überzeugen.
Das größte Problem des Films ist eindeutig sein schwaches Drehbuch. Einige Handlungen der Charaktere sind unglaubwürdig. Am meisten störte mich die überraschende Wende, die der Film nimmt. Dem Zuseher wird die Erklärung fast schon brachial aufs Auge gedrückt, obwohl jeder schon lange draufgekommen sein müsste, was das große Geheimnis ist.
Was ich wirklich erschreckend fand ist, dass ganze fünf (!!!) verschiedene Enden für den Film gedreht wurden. Dies ist bereits ein klarer Hinweis darauf, dass der Drehbuchautor nicht wirklich wusste, was er eigentlich wollte. Die vier zusätzlichen Enden sind als Extra auf der DVD enthalten. Mich hat allerdings keines der Enden überzeugt, ich fand sie alle schlecht.
Zu den weiteren Extras gehören der obligatorische Audiokommentar von Regisseur Hamm. Ich konnte mich allerdings nicht wirklich dafür begeistern. Er berichtet zwar von einigen interessanten Details des Drehs, aber verläuft sich auch in uninteressanten Kleinigkeiten. Die alternativen Enden sind ebenfalls mit einem Audiokommentar ausgestattet.
Ein weiteres Extra sind Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur. Wieder wird eher Belangloses erzählt, und zudem schwärmen alle von ihrer Zusammenarbeit mit Robert DeNiro, der übrigens zu keinem Interview bereit war. Ein Besuch am Set, die offiziellen Trailer und TV-Spots und eine Trailershow runden die DVD ab.
Ist "Godsend" also ein genießbarer Film? Genießbar schon, aber er hat einen faden Nachgeschmack. Die Zutaten wurden zwar richtig verwendet, aber dem Drehbuch fehlt einfach die richtige Würze. Leute, die noch nie The Sixth Sense, oder Friedhof der Kuscheltiere gesehen haben, können sich diese DVD ruhig anschauen, und vielleicht auch ein bisschen gruseln, der Rest kann die Hände davon lassen.(sd)
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