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Action
Zatoichi - Der Blinde Samurai
geschrieben von maqz am 08. Jan 2005
Steppende Schwertkämpfer
Dieser Film hat mich wirklich überrascht! Als Fan dieses Genres bin ich nicht wirklich leicht zu beeindrucken und der DVD Klappentext ließ mich am Anfang nicht unbedingt in Freudentänze ausbrechen.
"Blinder Wanderer lässt sich in einem Dorf nieder, das von einer Räuberbande terrorisiert wird. Blinder Wanderer ist in Wahrheit toller Schwertkämpfer und hilft den Dorfbewohnern das Problem mit den Gangstern zu lösen." Doch dieser Film ist viel mehr, als ich dachte. Viel viel besser, als ich mir je hätte vorstellen können.
Zatoichi - Der Blinde Samurai Japan 2004
Veröffentlichung: 12.01.2004
Regie, Buch und Schnitt: Takeshi Kitano
mit: Takeshi Kitano, Tadanobu Asano, MichiYo Ogusu, The Stripes u.a.
"Nochmal"-Faktor: Sehr hoch. Nippon-Action, Japan-Drama, Eastern Komödie, Tanz-Spektakel
Unsere Wertung: 95%
FSK: 16 Jahre
Laufzeit: ca. 112 Min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital und dts 5.1, Japanisch Dolby Digital
Bildformat: 1,85:1 (16:9 anamorph)
Untertitel: deutsch
Extras: Making-of
Produktionsnotizen: Takeshi Kitano über Zatoichi
Deutscher und original japanischer Kinotrailer
Fotogalerie
Informationen zu Cast & Crew
Es ist ja eigentlich relativ einfach einen Film zu lobpreisen, der schon mit dem Silbernen Löwen der Filmfestspiele von Venedig daherkommt. Doch wenn es sich auf den ersten Blick um einen japanischen Samuraifilm aus dem Martial Arts Genre handelt, werden die Erklärungsversuche schon schwieriger.
Zuerst einmal ist dieser Film vom renommierten und vor allem in Japan hochverehrten Takeshi Kitano geschrieben, geleitet, geschnitten und gespielt worden. Dann hat er einen bemerkenswerten Rhythmus, der trotz diverser (guter) Schwertkampfszenen, doch eher ein ruhiger ist. Schließlich hat der Zuschauer neben einer soliden Heldengeschichte Handlungsstränge aus dem Bereich Drama, Komödie und (wer hätte das gedacht) Tanzspektakel a la Hollywood. Aber der Reihe nach:
Zuerst einmal wird der Action-Fan bedient mit gut gemachten und ziemlich blutigen Schwertkampfszenen, die nur durch ihre offensichtliche digitale Nachbearbeitung etwas hinter der Qualität des Kill Bill Säbelrasselns zurückstehen müssen. Der Teil der Geschichte mit dem blinden Wanderer/Masseur/Glücksspieler, der in seinem Stock ein tödlich schnelles Schwert verbirgt, hat die Atmosphäre und die Darsteller, die man sich für diese Art von Film wünscht.
Dann sind da noch die beiden Geishas (Bruder und Schwester), die durch das Land wandern und Rache suchen an den Mördern ihrer Eltern. Die dramatische Stimmung ihres tragischen Kinderschicksals wird noch verstärkt durch die Geschichte des ehrenhaften Ronins, der den unehrenhaften Weg des Mörders und Leibwächters einer Gangsterbandenchefs ausübt, damit die Medikamente für seine todkranke Frau bezahlt werden können.
Schließlich ist da noch die von den Gangstern gebeutelte Gemüseverkäuferin, die dem blinden Masseur Unterkunft gewährt. Ihr etwas trotteliger, aber liebenswürdiger Neffe kann nicht vom Glücksspiel lassen, bis Zatoichi ihm zeigt, dass man beim Würfeln nur richtig zuhören muss, um zu gewinnen.
Alle kleine wie große Geschichten treffen sich, prallen aufeinander, oder verweben sich zu einem neuen Strang. Hochunterhaltsam wird es schließlich durch die rhythmischen Einlagen der Stepp-Gruppe "The Stripes", die in einem furiosen und für einen Martial-Arts Film völlig ungewöhnlichen Finale gipfeln.
So ist Zatoichi mit Recht einer der preiswürdigsten und blutrünstigsten, aber auch rührendsten und unterhaltsamsten japanischen Filme auf dem Filme-Markt. Es ist für fast jeden Geschmack etwas dabei und für alle, die ihn gesehen haben ein Gewinn! (mg)
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