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Krimi
CSI: Crime Scene Investigation - Staffel 3.2
geschrieben von klaus_h am 26. Feb 2005
Spuren lügen nicht!
Am 16. Februar war es wieder so weit. Eine Staffel der erfolgreichsten Krimiserie aller Zeiten endete auf VOX und bis zur Herbstpause muss man sich mit Wiederholungen über Wasser halten, wenn man morbid-intelligent unterhalten werden möchte. Muss man wirklich? Oh, nein! Schließlich kommt für alle Spurenfreaks die zweite Hälfte der dritten Staffel gerade recht auf DVD heraus, um ohne Werbebreaks genießen zu können.
CSI Las Vegas 3.2
USA, 2003
Veröffentlichung: 28.02.05
Regie:Diverse
mit: William L. Petersen, Marg Helgenberger , Gary Dourdan, Jorja Fox , George Eads u.a.
"Nochmal"-Faktor: Suchtgefahr
Unsere Wertung: 90 %
FSK: 12
Laufzeit: ca. 540 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Englisch Dolby Digital 2.0 und 5.1
Bildformat: 16:9, Letterbox
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras:
• Audiokommentar zu den Episoden "In der Schusslinie' und "Die Schaumparty"
• Die CSI-Spezialshots
• Die CSI-Ideenwerkstatt
• Der CSI Einsatzkoffer
Waren früher die Leute von der Spurensicherung immer die Deppen mit der Kreide und dem Blitzlicht, die Kojak im Weg standen, so ist hier das Crime Scene Investigation Team der Nachtschicht des Las Vegas Police Departements der eigentliche Star.
Gruppiert um ihren Leiter Gil Grissom (Petersen, "Leben und Sterben in L.A.", "Der Rote Drache") versuchen die meist jüngeren Kriminalbeamten die Wahrheit bei den verschiedensten Fällen herauszufinden. Vom Diebstahl über Entführung, der Erpressung bis hin zum Mord ist das Panoptikum ohnehin schon vielfältiger als bei den meisten anderen gewöhnlichen Krimiserien.
Die selbst bei Kriminalbeamten geachtete Serie glänzt durch gute Recherche, cooles Dekor und Score, versierte Schauspieler, die alle ihren Figuren den individualistischen Touch geben und den unbedingten Willen stets für eine Überraschung gut zu sein.
In einer A- und B-Story werden von Teilen des Teams völlig verschiedene Fälle in je einer Episode gelöst, wobei nun in der dritten Staffel auch in einer C-Story der private Hintergrund des Teams beleuchtet wird.
Grissom muss sich einer Operation des Innenohrs unterziehen, um nicht taub zu werden. Catherines (Helgenberger) Ex-Mann wird ermordet, so dass sie völlig allein mit ihrer Tochter da steht. Sarah (Fox), die eigentlich ihren Chef liebt und teilweise deutliche Avancen macht, irrt von einer unglücklichen Beziehung zur anderen. Warrick (Dourdan) erkennt seine Grenzen beim Versuch, anderen Farbigen aus seiner Jugend beizustehen. Selbst der gewiefte Laborant Greg spielt sich immer mehr in den Vordergrund, nachdem er bei einer unverschuldeten Explosion verletzt wurde und in den Außendienst drängt.
Allein dies macht die dritte Staffel noch eine Spur interessanter als die vorangegangenen. Hat man Erfolg, muss man sich stets etwas Neues einfallen lassen, doch die ungewöhnlichste Folge, "Lady Heather´s Box", hat eher einen unfreiwilligen Ursprung. Noch in der Weihnachtspause verkündete der amerikanische Sender, dass man eine 90-minütige Folge wünsche. Also stellte man den kompletten Drehplan und die schon bestehenden Drehbücher zurück und zog alle (!) Autoren in Klausur zusammen, um unter der Führung einer alten Veteranin des Seriengeschäfts, die bei Spelling gelernt hatte, für jeden einen Akt von ca. 7 Minuten zu schaffen.
Das Ergebnis mit phantastischen Wendungen und einem auffallend charmanten Gil gegenüber Lady Heather vor dem Hintergrund eines Mordes in der S/M-Szene ist bei 14 Drehtagen hervorragend. Alle anderen Folgen halten das hohe Niveau der Serie, die sich auch nicht scheut, kleine Anleihen bei Highsmith und Hitchcock oder gar Emergency Room zu machen.
Am liebsten hätte ich natürlich Audiokommentare zu allen Episoden. Aber so viel bekommt man selten bei Serien. Sie sind amüsant bis informativ, sie gehen auf die Entstehung der Szenen und Gags wie auch der Sets ein. Die auf die drei DVDs verteilten "Hinter-den-Kulissen-Elemente" sind von unterschiedlicher Qualität und insgesamt etwas zu straff geraten.
Die Specialshots zeigen quasi das Markenzeichen der Serie: Der Weg einer Kugel durch den Körper des Opfers oder eine virtuelle Reise von der Turbine in das Innere eines Luxusjets. Hatte ich bisher gedacht, dass dies auschließlich Computersimulationen seien, so wurde ich durch diese Doku eines besseren belehrt. Oft sind es "nur" große Modelle, die mittels Trickschnitt und Motion-Capture-Verfahren die Realität vorgaukeln. Denn für Serien sind reine Computertricks wie bei Pixar aus Kostengründen ausgeschlossen.
Die Ideenwerkstatt zeigt den angeblichen "Writers Dream", sprich die oben bereits erwähnte Autorenbesprechung, wobei dieses Brainstorming einen so chaotischen Eindruck auf mich machte, dass ich froh bin, beim fertigen Produkt nichts mehr davon zu bemerken.
Der Einsatzkoffer wird von einem der technischen Berater, einem ehemaligen CSI-Mann, in hölzerner Haltung und stierem Blick vorgeführt - da hätte man besser einen der Schauspieler heranbitten sollen, aber vielleicht wollte er ja unbedingt.
Bild und Ton sind eigentlich gut bis brilliant. Nur eine Sache irritierte mich beim Sichten. Ausgerechnet die Doppelepisode und zwei der Extras erscheinen auf einem "normalen" Fernseher in der Vertikalen gestaucht. Um ein Bild a la 4:3 sehen zu können, ändert man einfach das Setup des Players, so dass die normalen Bildproportionen wiederhergestellt werden und zudem die "schwarzen Balken" verschwinden. Ob hier ein Problem der Codierung der DVD oder meines Players vorlag, vermag ich nicht zu beurteilen, aber informiert uns bitte, wenn bei Euch etwas ähnliches zu beobachten war. Wir werden dies an den Verleih weiterleiten.
Allen Fans dieser Serie kann ich also diese DVD-Box nur ans Herz legen, die zu den besser ausgestatteten Seriensammlungen gehört und keine Vorkenntnisse der vorangegangenen Staffeln erfordert. Das Preis-Leistungsverhältnis schätze ich als angemessen ein.
(kh)
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