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Western
Valdez kommt!
geschrieben von klaus_h am 07. Mar 2005
Gerechtigkeit für alle!
Es gibt Western, die man nie vergisst. Dieser Film sollte dazu gehören. Nicht nur weil Burt Lancaster eine seiner besten Darbietungen zum Ende seiner Karriere ablieferte, sondern auch, weil Elmore Leonard ("Hombre", "Out of Sight") eines seiner typischen Drehbuch-Highlights setzte.
Valdez kommt!
USA, 1971
Veröffentlichung:08.03.05
Regie:Edwin Sherin
mit: Burt Lancaster, Susan Clark, Jon Cypher, Richard Jordan, Hector Elizondo, u.a.
"Nochmal"-Faktor: einmal im Jahr!
Unsere Wertung: 80 %
FSK: 16
Laufzeit: ca. 89 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Bob Valdez ist der alternde mexikanische Constable eines Provinznests in New Mexiko. Der Rinderbaron und Waffenschieber Tanner (Cypher) nötigt ihn, einen angeblichen farbigen Deserteur und Mörder seines Freundes Erin zu verhaften. Dabei muss Valdez jedoch den vermeintlichen Täter in Notwehr erschießen. Daraufhin stellt sich heraus, dass Tanner, der längst mit Erins Frau (Clark) zusammenlebt, nicht uneigennützig den Verdacht von sich auf einen Unschuldigen geschoben hat.
Valdez, der sonst von den übrigen Weißen respektiert wird, fordert als Wiedergutmachung eine Zahlung von 100 Dollar an die Apachen-Squaw, mit welcher der verabschiedete Soldat zusammen gelebt hatte. Doch Tanner und seine Cowboys demütigen Bob, binden ihn auf ein Kreuz und mißhandeln die Familie eines befreundeten Mexikaners.
Mit Mühe den Revolverhelden entkommen, packt Valdez seine alte Armeeuniform aus, wobei sich herausstellt, dass er einst Sergeant der Scouts des Apachenjägers General Crook war - also ein Mann, der durchaus zu fürchten ist. Einem von Tanners Leuten (Elizondo), der ihm auflauert, schießt er mit Rehpfosten nieder, packt den Verwundeten aufs Pferd und sagt nur: "Richte Mr. Tanner aus, Valdez kommt!"
Was sich danach entwickelt, ist meiner Meinung nach neben "Keine Gnade für Ulzana" einer der besten Gerechtigkeits-Western bzw. "Revenge"-Movies aller Zeiten, in denen Lancaster lakonisch und mit großer Würde agiert. Wenn man sieht, wie er ohne Stuntmen einige der großartigen Action-Szenen selbst spielt, glaubt man einen wesentlich jüngeren Mann zu sehen. Mit dem martialischen Soundeffekt seiner weittragenden Sharps-Rifle hat sich zudem der Soundcreator ein kleines Denkmal geliefert, da man diesen Ton ebenfalls nicht vergisst.
Eine seiner besten Szenen hat Burt allerdings in einem einfachen Gespräch mit seinem Freund Carlos, als beide in verteilten Rollen die Doppelmoral und den Rassismus der US-Amerikaner karikieren. Auch wenn man speziell in einem Close-up, als Lancasters himmelblaue Augen allzu sehr strahlen, ihm nicht unbedingt den Mexikaner abnehmen möchte - in "Massai - Der große Apache" spielte er schließlich auch einen Indianer glaubhaft. Denn warum sollte es keine blauäugigen Mexikaner geben?
Bild und Ton sind dem Alter des Films entsprechend gut. Den komplett in Spanien gedrehten Film kann ich allen Western, Burt Lancaster und Leonard-Fans nur wärmstens ans Herz legen, auch wenn der Film gerne in den dritten TV-Programmen zu später Stunde wiederholt wird. Denn im Original ist der zynische Ton des Films noch ungebrochener und einige der Stuntszenen, wie z.B. die Kollision zweier Pferde und ihrer Reiter im rechten Winkel sind sehr selten in dieser Perfektion zu sehen. Auf VHS ist der Film übrigens nicht mehr erhältlich.
Kleiner Tipp am Rande: Sowohl Jordan ("Gettysburg") als auch Elizondo ("Pretty Woman" und "Chicago Hope") haben kleine, aber wesentliche Nebenrollen zum Anfang ihrer Karriere.
(kh)