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Science Fiction
Star Trek: Voyager - Season 6
geschrieben von maqz am 18. Mar 2005
Technik-Bla-Bla ohne Sympathie
Es war für mich von Anfang an die unsympathischste Star Trek Serie! Betonfrisur Janeway, Weltraum-Hippie Neelix, Tom-(Captain-Proton)-Paris, Tatoo-Rothaut Chakotay, Black-Spock Tuvok, Worf-für-Arme Torres, Harry-(Bami-Goreng)-Kim, Spaßbremse Kes. Sie alle waren Gründe für mich, diese Serie nicht zu mögen. Wohingegen Hoffnungsträger, wie der Doktor und Busenwunder Seven of Nine, leider klar in der Minderheit sind. Wie auch die wirklich guten Folgen in dieser sechsten Staffel.
Star Trek Voyager - Staffel 6 USA 1999/2000
Veröffentlichung: 07.03.2004
Regie: David Livingston u.a.
mit: Kate Mulgrew, Robert Beltran, Robert Picardo, Jeri Ryan u.a.
"Nochmal"-Faktor: Mittel. Nicht durchweg unterhaltsam, aber mit einigen Lichtblicken
Unsere Wertung: 65%
FSK: ab 12
Laufzeit: ca. 6x 169 Min. + ca. 84 Min. Specials
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 4:3 Vollbild
Untertitel: deutsch
Extras: Featurette: Auf ins Unbekannte - Staffel 6
Voyager Zeitkapsel: Chakotay
Ein kleiner Schritt: Eine Marsbegegnung
Gaststar Profil: Vaughn Armstrong
Roter Alarm! Erstaunlich visuelle Effekte
Kartografie der letzten Grenze
3 DVD-Trailer zu den anderen Star-Trek-Serien und viele kleine Voyager Episodenschnipsel
Um es direkt vorweg zu nehmen: Dies soll keine unqualifizierte Kritik eines verwöhnten Sci-Fi-Fanatikers an einer allseits beliebten Serie sein. Sicherlich gibt es weltweit Millionen Fans von Kate Mulgrew oder Robert Beltran und ihren anderen (untalentierten) Crewmitglieder-Schauspielern. Ich bin eben ein Fan von Robert-Doc-Picardo und Jeri-7of9-Ryan. Sie haben das, was die Serie rettet und was z.B. Star-Trek-Serien wie "Deep Space Nine" oder "Raumschiff Enterprise" zu Hauf haben: Witz, Charme und Ausstrahlung.
Doch das ist unter den Sci-Fi-Nerds (zu denen ich mich auch zähle) schon nicht mehr Geschmacks-, sondern Glaubens-Sache! Reden wir nicht über Glaubenskriege, sondern darüber, ob es sich wirklich lohnt, diese DVD-Box käuflich zu erwerben. Darauf kann ich mit einem eindeutigen "Jein!" antworten. Einige brillante Folgen der sechsten Staffel (oder auch seriendeutsch: "Season") sind ihr Geld wert, andere einfach nur so lächerlich, dass es nicht einmal für die Trash-Abteilung reicht.
Der sechsten Staffel fehlt im Gegensatz zu früheren leider der rote Faden. Die Borg-Kinder tauchen zwar immer wieder auf und Lt. Barclay überwindet die Entfernung zur Voyager, so dass ein gewisser regelmäßiger Informationsaustausch mit dem Alpha-Quadranten möglich ist, aber generell bleibt die Voyager immer noch Lost in Space. Dort erleben das Schiff und seine Besatzung die ein oder andere typische Sci-Fi-Episode, die wir schon von anderen Staffeln, bzw. Serien gewohnt sind: Die Nazi-Folge, eine "Besiege deine inneren Ängste"-Folge, die "Unsichtbare Aliens übernehmen das Schiff"-Folge, die "Zeit Paradoxon"-Folge, die Holodeck-Folge(n), die "Gestrandeter Weltraum-Offizier trifft auf primitive Zivilisation"-Folge. Neu ist nur wirklich wenig!
Da die Voyager zu der modernsten Enterprise-Entwicklung gehört und wir uns bereits in der sechsten DVD-Box befinden, kann das Technik-Bla-Bla aller Beteiligten manchmal nerven - oder gar zu unfreiwilliger Komik führen. Einige Feldgeneratoren-Impulse in den Flux-Kompensator waren eindeutig zuviel. Insgesamt muss man sich schon sehr mit der Serie angefreundet haben - oder ein hoffnungsloser Trekkie sein - um die 26 Folgen einigermaßen unterhaltend durchzusehen. Da ich aber auch jemand bin, der sich Matrix 2 und 3 anschauen würde, werde ich mir auch dieses antun.
Bei den Extras bin ich etwas skeptisch. Nicht besonders üppig fallen die Sonderbeiträge zur sechsten Staffel aus. Da mich nur wenige Darsteller interessieren, finde ich die Porträts leider ziemlich unergiebig. Die Vorschau auf die sechste Staffel verrät wunderbar die Höhepunkte einzelner Folgen, die man sich (Achtung Ironie) auf jeden Fall zuerst anschauen sollte ;-). In dieser Übersicht entsteht der Eindruck, dass zum Ende der Serie jeder der Darsteller noch mal "ran" darf und "seine" Episode bekommt. Schön anzusehen sind da vor allem die Gastauftritte von John Savage (Hair), The Rock (Scorpion King) und von diversen "Star Trek Next Generation"-Charakteren. Dazu gibt's die Gewissheit, dass sich mit der Zunahme der Borg-Folgen auch das große Finale in mit der Borg-Queen ankündigt. Dazu muss man sich aber auch noch die letzte Staffel besorgen.
Auch die Selbstbeweihräucherung zum Thema "Special Effects" fällt angesichts geringer Beispiele und vieler Interviewparts etwas mager aus. Kurioserweise war das Armstrong-Special sehr ansprechend und die vielen kleinen Episoden-Häppchen recht amüsant, wenn auch etwas verräterisch, um nicht zu sagen spoilerhaft. Kleiner Tipp am Rande: Sollte man der englischen Sprache einigermaßen mächtig sein, empfiehlt sich der Genuss der guten Bild- und Tonqualität in der englischen Originalfassung. Sie offenbart doch noch einiges an den Schauspielern, was die deutsche Übersetzung leider zu stark versteckt.
Insgesamt hab ich als großer "Deep Space 9"-Fan den starken Kontrast zu Voyager feststellen können. Will sagen, dass Voyager wohl die letzte Serie aus dem Star Trek Universum wäre, die ich mir käuflich erwerben würde. Aber kaufen müsste ich sie mir trotz alledem. Schließlich ist und bleibt es aufwändig gemachte TV-Sci-Fi, die doch noch besser ist, als vieles andere! ;-) (mg)
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