Wie der Vater...
Ich muss für diesen Film in die Bresche springen. Weil ich weiß, dass viele sich die Hülle anschauen werden und in etwa Folgendes denken werden: "Schwarz-Weiss? Igitt. Aus den 1970ern? Igitt. Wer ist Ryan O'Neal? Wieso sehen die alle aus wie in den 1920ern?" Und das, wenn sie sich überhaupt so viele Gedanken machen. Und dann wird der Film ungesehen und unbeachtet sein Dasein fristen. Dabei verpassen die, die so denken, eine wunderbare "leise" Komödie. Ehrenwort.
Paper Moon USA 1973 |
| Veröffentlichung: 01.11.2003 |
| Regie: Peter Bogdanovich |
| mit: Ryan O'Neal, Tatum O'Neal, Madeline Kahn u.a. |
| "Nochmal"-Faktor: Mittel bis hoch je nach Geschmack. Schöner Film, gute DVD |
| Unsere Wertung: Film 75% - DVD 85% |
| FSK: ab 12 |
| Laufzeit: ca 98 Min. |
| Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, alles Mono. Sauberer und gut verständlicher Ton. |
| Bildformat: 1.78:1 ("Anamorphic Widescreen") |
Untertitel: Kommentar des Regisseurs untertitelt in Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch. Film untertitelt in Arab., Deutsch, Engl., Ungar., Bulgar., Dän., Fin., Franz., Griech., Türk., Niederl., Isländ., Ital., Kroat., Norweg., Poln., Portug., Schwed., Span., Tschech. |
| Extras: 3 Featurettes als spätes "Making Of", Kommentar des Regisseurs. Für einen Film dieses Alters erstaunlich viel und eine Freude. |
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Amerika in den 1930ern: Weltweite Wirtschaftskrise und Franklin Delano Roosevelts "New Deal". Addies Mutter ist gerade gestorben und zum spärlich besuchten Begräbnis kommt auch Moses, genannt Moze, ein kleiner Gauner, der sich mit dem Verkauf von Bibeln an Witwen sein Geld verdient. Er behauptet immer, der kürzlich Verstorbene hätte die (besonders teure) Bibel für die Damen gekauft und erschleicht sich so einen Verkauf. Moze bekommt das Kind auf's Auge gedrückt "weil er ja in die selbe Richtung fährt" und versucht, sich ihr schnell via Zugticket zu des Kindes Tante zu entledigen.
Doch die Kleine erweist sich als gewitzter und cleverer als er selbst und wird schnell zur treibenden Kraft immer größerer Gaunereien. Zwischen den beiden entwickelt sich eine gute partnerschaftliche Beziehung und sowohl in der kleinen Addy wie in uns keimt der Verdacht, Moze könnte vielleicht doch Addies Vater sein.
Moze wiederum findet Gefallen an "Miss Trixie Delight", einer unausstehlichen und oberflächlichen Frau, die diese Partnerschaft zu zerstören droht. Das ruft Addies Cleverness auf den Plan. Ob, und wenn ja, wie Addy "Miss Trixie Delight" los wird und wie die Beziehung zwischen Moze und Addy weitergeht, das müsst ihr selber herausfinden, indem ihr euch den Film anschaut.
Und das lohnt sich. Dieser Film ist die reine Wonne. Hervorragend gespielt, schön gefilmt und lustig. Eine Komödie des Schmunzelns, weniger eine des Lachens. Dafür bleiben aber die Szenen länger im Gedächtnis als bei vielen HA-HA-Komödien, und der Wunsch, den Film wiederzusehen entwickelt sich ganz schnell. Und das sagt euch jemand, der Kinder im Film meistens nicht ausstehen kann.
Lobenswert, dass Paramount neue Interviews mit manchen der damals Beteiligten führte, einiges an Outtakes aus den Archiven holte und uns allen Einblicke in die Gedanken der Macher des Filmes erlaubte. Die "Featurettes" in den Extras sind interessant, und der Kommentar des Regisseurs ist auch ganz gut, wenn ich auch schon bessere Kommentare gehört habe.
Sehr schön die Qualität des Bildes, ohne Schmutz oder Kratzer, und einen guten Ton (wenn auch Mono) gibt's auch noch. Dieser Film ist für all die unter euch empfehlenswert, die gerne sanfte Komödien sehen. Und die, die romantische Komödien mögen. Und die, die "Was is' Doc?" mochten.
Und letztendlich für die, die intelligentes "feel good" Kino mögen.
Und überhaupt für alle, die 98 wunderbare, lustige und sentimentale Minuten verbringen wollen. (aks)
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