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Horror
Anacondas - Die Jagd nach der Blut-Orchidee
geschrieben von AngrySmiley am 05. Apr 2005
Affentheater
Meist bieten Horror B-Movies schwache schauspielerische Leistungen, durchschnittliche Spezialeffekte und Drehbücher mit Schwachstellen. Dass eine Fortsetzung eines solchen B-Movies das Gleiche aber schlechter bietet, wird niemanden überraschen.
Sollte der Film auch noch ab zwölf freigegeben sein, kann sich jeder denken, dass sich der Horror im Film auf ein Minimum beschränkt. Soll man sich also Anacondas - Die Jagd nach der Blut-Orchidee anschauen, oder sollte man doch auf das Original zurückgreifen?
Anacondas
USA 2004
Veröffentlichung:
05.04.2005
Regie: Dwight Little
mit:
Johnny Messner, Morris Chestnut, Mathew Marsden u.a.
"Nochmal"-Faktor:
niedrig
Unsere Wertung:
40 %
FSK: ab 12
Laufzeit: ca. 93 Min.
Sprachen und Tonformate:
Deutsch, Englisch, Polnisch (alle Dolby Digital 5.1)
Bildformat:
16:9 Widescreen
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Polnisch, Türkisch
Extras:
Making of, Entfallene Szenen, Trailer
Auf der Suche nach der sagenumwogenen Blut-Orchidee verschlägt es ein Forschungsteam nach Borneo. Da gerade Regenzeit herrscht, weigern sich fast alle Schiffe, das Team zu seinem Ziel zu bringen. Einzig ein ehemaliger Elite-Soldat bietet den Expeditionsteilnehmern an, sie auf seinem alten Schiff zu transportieren. Nachdem das Schiff über einen Wasserfall stürzt und versinkt, ist die Gruppe gezwungen sich zu Fuß durch den Dschungel zu kämpfen. Dass unnatürlich große Anakondas Menschen als Delikatesse sehen, hilft der Gruppe natürlich keineswegs, und so landet einer nach dem anderen im Magen einer Schlange. Na dann Mahlzeit.
1997 war Anaconda mit bekannten Gesichtern wie J.Lo., Ice Cube und John Voight ein überraschend großer Erfolg. Für die Fortsetzung wurden leider hauptsächlich (mir) unbekannte Schauspieler verpflichtet. Deren schauspielerisches Können beschränkt sich dann auch auf lautes Schreien und schnelles Davonlaufen. Aber niemand hätte bei diesem Film eine Oscar-verdächtige Darstellung erwartet. Man kann also getrost sagen, dass die Schauspieler ihren Job gut gemacht haben.
Regisseur des Schlangenspektakels ist Dwight Little, der so manchem Genre-Fan ein Begriff sein dürfte. Immerhin war er an der Freddy Krueger TV-Serie beteiligt, drehte Halloween 4 und ließ bereits 1989 ein Phantom durch die Oper wüten. Man kann ihn wohl als Routinier bezeichnen. Bei Anacondas beweist er wieder, dass er das "Wie drehe ich einen Action-Horrorfilm"-Handbuch sorgfältig studiert hat.
Klingt bis jetzt nicht so als wäre "Die Jagd nach der Blut-Orchidee" schlechter als sein Vorgänger. Aber ich bin ja auch noch nicht zu den negativen Aspekten des Films gekommen. Das Drehbuch ist langweilig, bietet zwar einige logische Ungereimtheiten, aber geizt mit Spannung. Ziemlich jede Sequenz ist vorhersehbar. Man kann sich bereits nach kurzer Zeit vorstellen, welche Team-Mitglieder im Bauch der Schlangen landen und welche den Trip überleben. Auch wurde auf eine nähere Beschreibung der Charaktere verzichtet. Ansatzweise wird zwar versucht den Figuren eine Geschichte aufzuzwängen, dies verläuft sich dann aber.
Für einen Horrorfilm ist "Anacondas" enttäuschend blutleer, war aber beim Vorgänger auch nicht anders. Die Schockmomente, die man an einer Hand abzählen kann, werden von angeblich spannender Musik eingeleitet. Dies geschieht aber teilweise so plump, dass der Schockeffekt komplett ausbleibt. Eine weitere Enttäuschung sind die Schlangen selbst. Man sieht die Viecher nur selten, und dann immer nur für kurze Zeit. Die Großaufnahmen der Schlangen erkennt man dann aber zu oft als digitale Arbeit. Zwar wurde auch mit Prothesen und Puppen gearbeitet, aber der Großteil kommt dann doch aus dem Rechner.
Das Nervigste am ganzen Film ist allerdings der Affe des Captains. Nach kurzer Zeit darf man verfolgen wie der Affe von einer Anakonda gejagt wird. Wenn mir die Charaktere selbst schon egal sind, wie soll ich dann Mitleid mit dem kleinen Äffchen haben. Hier wurde der Niedlichkeitsbonus meiner Meinung nach klar überzogen.
Die entfallenen Szenen, die man als Extra anwählen kann, sind nett anzusehen, wobei eine Szene sogar recht interessant ist. Das Making of, das wie die entfallenen Szenen im englischen Original mit deutschen Untertiteln zur Verfügung steht, bietet Einblicke in die technische Abteilung des Films. Die Wasserfall-Sequenz sowie die Arbeit am Design der Schlangen wird erklärt.
Man kann sagen, dass "Anacondas" nicht an seinen Vorgänger herankommt. Zwar ist der Film nicht ungenießbar, aber ein zweites Mal wird man ihn sich nicht ansehen. Vielleicht lernt Hollywood ja endlich daraus und verzichtet in Zukunft auf unnötige Fortsetzungen.(sd)
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