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Thriller
Ichi The Killer
geschrieben von AngrySmiley am 30. Jul 2005
Japanische S/M-Fantasien
Nicht nur in den USA werden kräftig Comics verfilmt. Auch in Japan werden Mangas immer wieder als Vorlage für Spielfilme verwendet. Ichi the Killer ist einer dieser Filme, der auf einem erfolgreichen Manga basiert. Meistens werden ja Vorlagen für die Filmversion ein wenig abgeschwächt. Bei diesem bizarren Film wurde dies aber offensichtlich nicht gemacht. Also S/M- und Folterfreunde, setzt eure Ledermasken auf, es ist angerichtet.
Sprachen und Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat:
Anamorphic 16:9, Widescreen 1.78:1
Untertitel:
Deutsch
Extras:
Interview
Trailershow
Yakuza Boss Anjo verschwindet spurlos und mit ihm sehr viel Geld. Kakihari, ein extrem sadistischer Gefolgsmann des Bosses macht sich daran herauszufinden was mit Anjo passiert ist. Um an Informationen zu gelangen zögert er nicht seine unfreiwilligen Informanten zu foltern. Nach einiger Zeit kommt er Ichi auf die Spur. Dieser eliminiert seit kurzem Mitglieder der Yakuza und scheint ein kaltblütiger Killer zu sein. Als Kakihara endlich Ichi gegenübersteht muss er aber erkennen, dass dieser nur eine weinerliche Marionette ist.
Um es gleich am Anfang zu erwähnen: Diese Version des Films ist gekürzt. Laut IMDb dauert der Film 129 Minuten. Die vorliegende Fassung wurde auf 110 Minuten gekürzt. Die entfallenen Szenen sind aber hauptsächlich Gewalt- und Folterszenen, also geht von der Handlung nichts verloren. Obwohl ich ja ein großer Fan von ungeschnittenen Filmen bin, weiß ich noch nicht so recht, ob ich mich darüber aufregen soll, dass diese Szenen entfernt wurden, da sie wirklich zu den abartigsten Sachen zählen dürften, die je mit einer Kamera eingefangen wurden.
Regisseur Takashi Miike wurde mit Filmen wie Audition und der Dead or Alive-Serie bekannt. Wer bereits in den "Genuss" kam einen seiner Filme zu sehen, wird wissen, dass Miike kein zimperlicher Regisseur ist. Er präsentiert Gewalt in seiner sadistischsten und brutalsten Form. Ob man sich so etwas antun möchte muss jeder selber wissen, man braucht auf jeden Fall schon einen starken Magen, sogar für diese geschnittene Version.
Was mich überraschte war, dass hier aber nicht nur sadistische Szenen aneinandergereiht wurden, sondern dass auch eine Geschichte erzählt wird. Zwar ist diese Story sadistisch, politisch unkorrekt und abartig, aber im Vergleich zu anderen, ähnlich kranken Filmen ist die Geschichte gar nicht mal so schlecht, bietet sogar die eine oder andere überraschende Wendung.
Die Darsteller sind, zumindest hierzulande, eher unbekannt. Tadanobu Asano, der Darsteller des perversen Kakihara ist in Japan auch noch als Musiker bekannt. Als psychotische Foltermaschine spielt er teilweise sehr überdreht, was aber sehr gut zu seiner Figur passt. Ichi Darsteller Nao Omori nervte mich die meiste Zeit über, was aber mehr an seinem weinerlichen Charakter lag, als an seiner Schauspielkunst.
Wer extreme Gewaltdarstellungen aushalten kann wird an Ichi The Killer seine Freude haben. Dem durchschnittlichen Filmfan wird diese gekürzte Fassung bereits zu hart sein, wahre Miike Fans werden sich natürlich über die Schnitte aufregen.(sd)
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